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Europäisches Wasserstoffnetzwerk: Erster Abschnitt in Rotterdam

Im Rotterdamer Hafen befinden sich derzeit verschiedene Wasserstoffprojekte im Bau. Neben einer Pipeline im Rahmen des „European Hydrogen Backbone“ sind diverse Elektrolyseprojekte geplant. Zukünftig soll das Wasserstoffnetz auch auf Deutschland ausgeweitet werden.

von | 27.01.26

Der Beginn des Ausbaus des europäischen Wasserstoffnetzwerks startet in Rotterdam
© European Hydrogen Backbone (EHB)
Europäisches Wasserstoffnetzwerk: Erster Abschnitt in Rotterdam

Das niederländische Energieunternehmen Nederlandse Gasunie NV (Gasunie NV) befindet sich laut eigenen Angaben in der finalen Phase der Arbeiten an der Wasserstoffpipeline im Hafen Rotterdam. Sie gilt als erster Abschnitt des geplanten europäischen Wasserstoffnetzwerks „European Hydrogen Backbone“.

Die 32 Kilometer lange Pipeline wurde bereits im September 2025 von der Gasunie NV-Tochtergesellschaft Hynetwork Services B.V. (Hynetwork) verlegt. Nun gehe es um den Anschluss bei Wasserstoffproduzenten und -verbrauchern.

Anschluss bei Shell 

Das Mineralölunternehmen Shell plc (Shell) finalisiere derzeit den Bau eines 200-MW-Elektrolyseurs auf der Maasvlakte. Der produzierte grüne Wasserstoff soll über die Hynetwork-Pipeline zur Shell-Raffinerie Pernis transportiert werden. In der Raffinerie soll er bei der Rohöl-Verarbeitung grauen Wasserstoff ersetzen.

Der Energiekonzern Uniper SE (Uniper) plant den Bau eines Elektrolyseurs mit einer Gesamtleistung von 500 MW. In einer ersten Phase sind 200 MW vorgesehen, die jährlich rund 20.000 Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen könnten. Für diesen ersten Ausbauschritt erhielt Uniper im Sommer 2025 Fördermittel in Höhe von 297 Millionen Euro. Eine finale Investitionsentscheidung stehe jedoch noch aus.

Wasserstoffbedarf im Hafengebiet

Nach Angaben der Hafenbehörde Rotterdam verbrauchen derzeit im Hafenbereich 20 Industrieunternehmen etwa 500.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr. Dieser stamme bislang nahezu vollständig aus fossilen Quellen.

Die neue Pipeline sei auf eine Transportkapazität von 1,2 Millionen Tonnen Wasserstoff pro Jahr ausgelegt, womit der aktuelle Bedarf gedeckt werden könne. Zudem wird grüner Wasserstoff als Alternative zu Erdgas in industriellen Prozessen in Betracht gezogen. Die Hafenbehörde gehe jedoch von blauem Wasserstoff als Zwischenlösung aus. Der Grund liege in dem Preisunterschied.

Ausweitung nach Deutschland

Die Inbetriebnahme der Wasserstoffpipeline sei für April 2026 geplant, zunächst mit Fokus auf die Versorgung von Unternehmen im Rotterdamer Hafengebiet. Bis zum Jahr 2033 sollen die Industriecluster in den Niederlanden dann schrittweise miteinander verbunden werden.

Im Anschluss sei eine Erweiterung im Rahmen des Delta-Rhein-Korridors in Richtung Deutschland und Belgien vorgesehen. In diesem Zusammenhang hatten Hynetwork, der Wasserstoffkonzern Thyssengas H2 GmbH und der Netzbetreiber Gasunie Deutschland GmbH & Co. KG bereits eine Vorstufe eines Netzkopplungsvertrages für eine grenzüberschreitende Wasserstoff-Transportinfrastruktur geschlossen (H2News berichtete). Das Leitungsnetz soll die Niederlande direkt mit deutschen Industrieregionen wie Rheinland und Ruhrgebiet sowie weiteren Märkten in Nordwesteuropa verbinden.

Die Arbeiten dazu wurden bereits im Sommer 2025 gestartet.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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