Die Eurosatory fand vom 15. bis 19. Juni im Norden von Paris, in Villepinte, statt. Dort präsentierte Ineratec die „Lifeline“-Produktreihe: containerisierte, modulare Power-to-Liquid (PtL)-Anlagen für Anwendungen im Verteidigungsbereich und in kritischen Infrastrukturen. Die Anlagen sollen erneuerbaren Strom, Wasserstoff und CO2 mittels der Fischer-Tropsch-Synthese in drop-in-fähigen synthetischen Diesel, Kerosin und andere Kraftstoffe umwandeln.
Die Kraftstoffe seien ASTM-zertifiziert und wurden vom Wehrwissenschaftlichen Institut für Werk- und Betriebsstoffe als kompatibel mit bestehenden militärischen und zivilen Plattformen bestätigt.
„Lifeline“ basiert auf derselben Plattform wie ERA ONE
Die „Lifeline“-Anlagen lassen sich laut Unternehmen schnell an unterschiedlichen Standorten in Betrieb nehmen und flexibel in die bestehende Infrastruktur integrieren. Zudem würden sie über integrierte Ausfallsicherungen verfügen, die eine kontinuierliche Kraftstoffproduktion auch bei Unterbrechung einzelner Komponenten oder Versorgungswege gewährleisten.
Die Technologie basiere auf derselben Plattform wie ERA ONE. Die PtL-Anlage ist seit 2025 im Industriepark Höchst in Frankfurt in Betrieb. Pro Jahr produziert sie bis zu 2.500 Tonnen E-Kraftstoffe.
Giga PtX soll Kraftstoffbedarf der NATO decken
„Lifeline“ sei zentraler Baustein der Giga-PtX-Initiative. Das Konsortium wird von Rheinmetall, Ineratec, dem Energiekonzern E.ON Energie Deutschland GmbH, dem Elektrolyse-Hersteller Sunfire SE sowie dem Essener Unternehmen Greenlyte Carbon Technologies GmbH geleitet.
In Zusammenarbeit soll ein dezentrales Netzwerk modularer PtL-Anlagen in ganz Europa entstehen. Jede Anlage würde dann zwischen 5.000 und 7.000 Tonnen synthetischen Kraftstoff pro Jahr produzieren. Ist das Netzwerk voll einsatzfähig, soll es laut Initiative den Bedarf der NATO an resilientem, klimaneutralem Kraftstoff decken. Dadurch soll die Abhängigkeit Europas von Rohölimporten verringert sowie die Energiesouveränität ausgebaut werden.
Ineratec und Rheinmetall führen derzeit nach eigenen Angaben Gespräche mit der Europäischen Kommission, der NATO und Mitgliedern des Europäischen Parlaments, um die Finanzierung und regulatorische Unterstützung für erste regionale Pilotprojekte zu sichern.







