Nach dem das Unternehmen im Juli 2024 die finale Investitionsentscheidung für den Elektrolyseur in Emden getroffen hat, hat die EWE AG nun den Auftrag für die Tief- und Hochbauarbeiten an eine Arbeitsgemeinschaft der Bauunternehmen Ludwig Freytag, Gebrüder Neumann und MBN vergeben. Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, sieht den Baustart als Übergang von der Planung zur Umsetzung. Damit entstehe einer der ersten Elektrolyseure in marktrelevanter Größe in Deutschland. Die Zusammenarbeit mit den beauftragten Unternehmen schaffe ausreichende Planungssicherheit, um mit der aktiven Vermarktung von grünem Wasserstoff zu beginnen. Damit will der Energieversorger ein starkes Signal für den industriellen Markthochlauf setzen.
Das Unternehmen fordert zugleich verlässliche politische Rahmenbedingungen für den Markthochlauf. Dohler nimmt Bezug auf den Bericht des Bundesrechnungshofes zur Wasserstoffstrategie. Der Markthochlauf müsse beschleunigt und wirtschaftlicher gestaltet werden. Damit Wasserstoff eine tragende Rolle für Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit spielen kann, brauche es verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen.
Dafür fordert der Energieversorger eine Reform der RFNBO-Regeln für flexibleren und kosteneffizienten Betrieb von Elektrolyseuren. Weitere Forderungen umfassen wettbewerbsfähige Strompreise für Elektrolyseure, netzdienliche Standortvorteile und verlässliche Nachfrageimpulse. Als Beispiel nennt EWE Quoten für grüne Industrieprodukte.
Drei Teilprojekte bilden Clean Hydrogen Coastline
Die Anlage in Emden ist Teil des Großprojekts Clean Hydrogen Coastline und besteht aus drei Teilprojekten:
Teilprojekt 1 umfasst den Bau der 320-Megawatt-Elektrolyseanlage in Emden. Die Anlage soll Wasserstoff aus erneuerbaren Energien systemdienlich erzeugen.
Teilprojekt 2 bindet die Wasserstoffinfrastruktur an den Kavernenspeicher in Huntorf an. Dafür rüstet EWE eine von sieben Salzkavernen von Erdgas- auf Wasserstoffspeicherung um. Das Unternehmen hat die Speicherung und Extraktion von Wasserstoff in Salzkavernen bereits am Standort Rüdersdorf bei Berlin nachgewiesen.
Teilprojekt 3 optimiert die Gasinfrastruktur für Wasserstoff im Nordwesten. Hierfür baut und stellt der Energieversorger mehrere Pipeline-Abschnitte um. Die Infrastruktur verbindet Erzeugungsanlagen, Speicher und Nutzer über das deutsche Wasserstoffkernnetz und den European Hydrogen Backbone.









