Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

EWE startet Bau von 320-MW-Elektrolyseur in Emden

Der Energieversorger EWE hat mit dem Bau für eine 320-MW-Elektrolyseanlage in Emden begonnen. Die Anlage ist Teil des Projekts Clean Hydrogen Coastline und soll ab Ende 2027 grünen Wasserstoff für industrielle Abnehmer produzieren. Mit dem nun vergebenen Auftrag für die Tief- und Hochbauarbeiten beginnt die konkrete Umsetzung eines der bislang größten Wasserstoffprojekte in Europa.

von | 02.12.25

Visualisierung der technischen Anlagen in Emden
© EWE
EWE startet Bau von 320-MW-Elektrolyseur in Emden

Nach dem das Unternehmen im Juli 2024 die finale Investitionsentscheidung für den Elektrolyseur in Emden getroffen hat, hat die EWE AG nun den Auftrag für die Tief- und Hochbauarbeiten an eine Arbeitsgemeinschaft der Bauunternehmen Ludwig Freytag, Gebrüder Neumann und MBN vergeben. Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, sieht den Baustart als Übergang von der Planung zur Umsetzung. Damit entstehe einer der ersten Elektrolyseure in marktrelevanter Größe in Deutschland. Die Zusammenarbeit mit den beauftragten Unternehmen schaffe ausreichende Planungssicherheit, um mit der aktiven Vermarktung von grünem Wasserstoff zu beginnen. Damit will der Energieversorger ein starkes Signal für den industriellen Markthochlauf setzen.

Das Unternehmen fordert zugleich verlässliche politische Rahmenbedingungen für den Markthochlauf. Dohler nimmt Bezug auf den Bericht des Bundesrechnungshofes zur Wasserstoffstrategie. Der Markthochlauf müsse beschleunigt und wirtschaftlicher gestaltet werden. Damit Wasserstoff eine tragende Rolle für Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit spielen kann, brauche es verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen.

Dafür fordert der Energieversorger eine Reform der RFNBO-Regeln für flexibleren und kosteneffizienten Betrieb von Elektrolyseuren. Weitere Forderungen umfassen wettbewerbsfähige Strompreise für Elektrolyseure, netzdienliche Standortvorteile und verlässliche Nachfrageimpulse. Als Beispiel nennt EWE Quoten für grüne Industrieprodukte.

Drei Teilprojekte bilden Clean Hydrogen Coastline

Die Anlage in Emden ist Teil des Großprojekts Clean Hydrogen Coastline und besteht aus drei Teilprojekten:

Teilprojekt 1 umfasst den Bau der 320-Megawatt-Elektrolyseanlage in Emden. Die Anlage soll Wasserstoff aus erneuerbaren Energien systemdienlich erzeugen.

Teilprojekt 2 bindet die Wasserstoffinfrastruktur an den Kavernenspeicher in Huntorf an. Dafür rüstet EWE eine von sieben Salzkavernen von Erdgas- auf Wasserstoffspeicherung um. Das Unternehmen hat die Speicherung und Extraktion von Wasserstoff in Salzkavernen bereits am Standort Rüdersdorf bei Berlin nachgewiesen.

Teilprojekt 3 optimiert die Gasinfrastruktur für Wasserstoff im Nordwesten. Hierfür baut und stellt der Energieversorger mehrere Pipeline-Abschnitte um. Die Infrastruktur verbindet Erzeugungsanlagen, Speicher und Nutzer über das deutsche Wasserstoffkernnetz und den European Hydrogen Backbone.

(Quelle: EWE/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Österreichs erster Wasserstoff-Kaffeeröster in Betrieb genommen
Österreichs erster Wasserstoff-Kaffeeröster in Betrieb genommen

Der Kaffeehersteller Julius Meinl AG röstet Kaffee seit kurzem mit grünem Wasserstoff. Die neue Anlage im Wiener Stadtteil Ottakring soll pro Röstvorgang rund 2 Kilogramm CO2 vermeiden und so bis zu 300 Tonnen pro Jahr einsparen. Nach Unternehmensangaben ist der Röster der erste seiner Art in Österreich.

mehr lesen
Grüner Stahl: EWE AG und Salzgitter AG schließen Wasserstoff-Liefervertrag
Grüner Stahl: EWE AG und Salzgitter AG schließen Wasserstoff-Liefervertrag

Der Energieversorger EWE AG und das Salzgitter AG-Tochterunternehmen Salzgitter Flachstahl GmbH haben am 9. Juni einen langfristigen Liefervertrag für grünen Wasserstoff unterzeichnet. Ab 2030 sollen jährlich 10.000 Tonnen Wasserstoff aus Emden in die Stahlproduktion fließen. Vorgesehen ist die Nutzung des H2 im SALCOS-Programm (Salzgitter Low CO2 Steelmaking).

mehr lesen

H2 Talk

Dirk Flandrich, Gascade: „Wasserstoff braucht verlässliche Rahmenbedingungen und mutige Erstnutzer“ Wasserstoff-Kernnetz
„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“ Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH)
„Ab 2026 könnten wir über den THG-Quotenhandel 15 Euro pro Kilogramm Wasserstoff erzielen“

Publikationen

Power-to-Gas

Power-to-Gas

Erscheinungsjahr: 2020

Das Fachbuch fasst aktuelles Wissen zu Power-to-Gas zusammen und bereitet es für Ingenieure der Energie- und Gasversorgung auf. Es wird die gesamte Wertschöpfungskette vom bereitgestellten Strom über die Erzeugung von Wasserstoff und die Integration ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt