Die Vereinbarung baut auf einer im Jahr 2025 gesicherten Flächenreservierung auf. Sie regelt die Zusammenarbeit beider Parteien bei Projektentwicklung, Raumplanung und Genehmigungsverfahren sowie bei den erforderlichen Untersuchungen und Studien.
ABO Energy prüft neben der Wasserstoffproduktion auch den Bau nachgelagerter Anlagen für synthetisches Methanol und nachhaltigen Flugkraftstoff (e-SAF). Diese Anlagen würden die Wertschöpfungskette am Standort erweitern. Die bei der Produktion entstehende Abwärme soll in das lokale Fernwärmenetz einfließen. Das Gesamtprojekt benötigt eine Fläche von bis zu 41 Hektar.
Vereinbarung markiert Schritt zur Investitionsentscheidung
Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung haben ABO Energy und die Stadt Oulu einen Meilenstein im Entwicklungsprozess erreicht. Die Vereinbarung bildet die Grundlage für die weitere gemeinsame Planung und Vorbereitung des Projekts.
„Die Entwicklung von grünen Wasserstoffprojekten erfordert die Kombination aus Infrastruktur, Erneuerbaren-Energien-Ressourcen und enger Zusammenarbeit mit lokalen Stakeholdern. Wir freuen uns darauf, das Potenzial dieses Projekts gemeinsam mit unseren Partnern weiter auszuloten“, sagte Amanda Cardwell, Head of Project Development bei ABO Energy Suomi.
ABO Energy Suomi gehört zum deutschen Projektentwickler für erneuerbare Energien ABO Energy. Die Investitionsentscheidung soll nach Abschluss weiterer Entwicklungsarbeiten, technischer Bewertungen und wirtschaftlicher Analysen fallen. Parallel laufen bereits die Arbeiten am Teilbebauungsplan für das vorgesehene Industriegebiet. Die Planung berücksichtigt während des gesamten Entwicklungsprozesses Biodiversitätsaspekte.
Oulu baut Position als Wasserstoff-Hub aus
Oulu verfügt über die größte Projektpipeline zur Erzeugung von grünem Wasserstoff im Ostseeraum. Die Stadt verfolgt das Ziel, sich als nordischer Wasserstoffstandort zu etablieren: „Unser Ziel ist es, die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette aufzubauen – von der Produktion über die Weiterverarbeitung bis hin zu Endanwendungen“, erklärte Ari Alatossava, Bürgermeister von Oulu.
Die Wasserstoffstrategie der Stadt stützt sich auf drei Faktoren: wettbewerbsfähige erneuerbare Stromerzeugung, eine industrielle Basis und Forschungskompetenz. Finnland zählt zu den Ländern mit den niedrigsten Strompreisen Europas. Die Region Oulu bildet zugleich das Zentrum für die Erzeugung erneuerbarer Energien im Land.
Die Stadt investiert in den Ausbau der Infrastruktur für wasserstoffbasierte Industrien. Auf nationaler Ebene arbeitet Gasgrid Finland an Plänen für ein Wasserstofftransportnetz, das zentrale Produktions- und Verbrauchsstandorte verbinden soll. Oulu profitiert zudem von seiner Lage: Ein internationaler Tiefwasserhafen gehört zum europäischen TEN-T-Kernnetz. Schienen- und Straßenverbindungen ergänzen die Anbindung für nationale und internationale Lieferketten. Die Universität der Stadt gilt als eines der Zentren für Wasserstoffforschung in Finnland. Sie stellt Forschungs- und Entwicklungskapazitäten sowie Fachkräfte für die Wasserstoffwirtschaft bereit.










