Vom 10. bis zum 12. Februar findet in Essen die E-world energy & water statt. Im Rahmen der Veranstaltung haben die FNB Gascade und Gasunie eine Kooperation vereinbart. Das geschlossene Abkommen vertieft die Zusammenarbeit beider Unternehmen beim Aufbau einer Offshore-Wasserstoffinfrastruktur in der Nordsee.
Das MoU zielt auf die koordinierte Entwicklung der Projekte AquaDuctus und HyONE ab. Beide Vorhaben gelten als zentrale Bausteine eines künftigen integrierten europäischen Offshore-Wasserstoffnetzes in der Nordsee.
Projekte im Ten Year Network Development Plan verankert
Beide Unternehmen haben ihre jeweiligen Offshore-Konzepte in den Ten Year Network Development Plan (TYNDP) eingebracht. Bei der Analyse der Projekte identifizierten Gascade und Gasunie erhebliches Synergiepotenzial bei der parallelen Entwicklung der Vorhaben.
Die geplante Kooperation unterstützt zugleich die Ziele der North Sea Energy Cooperation (NSEC). Im Rahmen dieser Initiative arbeiten Deutschland und die Niederlande eng an der Entwicklung integrierter Offshore-Windgebiete zusammen. Gascade und Gasunie gehören zu einem Verbund von Fernleitungsnetzbetreibern — darunter Energinet, Fluxys, Gassco, GRTGaz und National Gas Transmission — die eine gemeinsame Absichtserklärung zur koordinierten Entwicklung einer Wasserstoffinfrastruktur in der Nordsee unterzeichnet haben.
Das übergeordnete Ziel besteht in der Offshore-Sektorkopplung: der systemintegrierten Verknüpfung von Strom und Wasserstoff. Das MoU schafft dafür den formalen Rahmen zwischen den Netzbetreibern auf beiden Seiten der deutsch-niederländischen Grenze.
Die beiden Länder haben im Januar gemeinsam mit sieben weiteren europäischen Staaten (Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland und Luxemburg) beim Nordsee-Gipfel in Hamburg den Aufbau einer Offshore-Wasserstoffinfrastruktur in der Nordsee beschlossen.
Projektdetails
AquaDuctus
AquaDuctus soll bis zu 20 GW Wasserstoff aus der Nordsee transportieren können. Im ersten Abschnitt soll eine Pipeline den Wasserstoff-Windpark SEN-1 mit der deutschen Küste verbinden und anschließend über etwa 100 km zur deutsch-niederländischen Grenze weitergeführt werden. Ein zweiter Abschnitt verlängert die Trasse um weitere 200 km, um auch weiter entfernte Windparkstandorte in den Zonen 4/5 der ausschließlichen Wirtschaftszone anzubinden.
Ab 2030 sollen erste Transporte vom Windparkstandort SEN-1 stattfinden. Bis 2035 soll sich die Pipeline zu einem Hauptwasserstoffkorridor entwickeln, der bis zu einer Million Tonnen Wasserstoff jährlich nach Deutschland transportieren soll. AquaDuctus hat sowohl den PCI-Status als auch den IPCEI-Status erhalten, was den Zugang zu öffentlichen Förderinstrumenten ermöglicht.
HyONE
HyONE bezeichnet bei Gasunie das gesamte Wasserstoffinfrastrukturnetz, das zwischen 2030 und 2050 in der Nordsee in Betrieb gehen soll. Es ist also kein einzelnes Pipeline-Projekt, sondern ein übergeordnetes Infrastrukturprogramm, das mehrere Teilprojekte und -programme umfasst.
Im Rahmen von HyONE laufen derzeit mindestens fünf Teilprojekte: Trassierung und Landfall-Studien für Offshore-Wasserstoffpipelines, Untersuchungen zu naturverträglichen Maßnahmen, Analysen zur Wartung und zum Betrieb der Infrastruktur sowie Studien zu Umweltauswirkungen und Sicherheitsaspekten über den gesamten Lebenszyklus.
Gasunie plant, bei der Netzentwicklung so weit wie möglich bestehende Erdgaspipelines für den Wasserstofftransport umzurüsten, um Kosten zu senken und den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Konkret prüfen Gasunie und Petrogas Transportation gemeinsam, ob eine bereits verlegte Nordsee-Pipeline für Wasserstofftransporte umgenutzt werden kann — im Rahmen des Demonstrationsprojekts Demo 1, das eine 20- bis 50-MW-Elektrolyseanlage in der Nordsee vorsieht.










