Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

FNB bündeln Kräfte für Offshore-Wasserstoffinfrastruktur in der Nordsee

Gascade und Gasunie haben auf der E-world energy & water ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Die beiden Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) wollen bei der Offshore-Wasserstoffinfrastruktur in der Nordsee kooperieren. Im Mittelpunkt stehen die Projekte AquaDuctus und HyONE, die zu einem integrierten europäischen Offshore-Wasserstoffnetz verbunden werden sollen. Beide Vorhaben sind bereits in den Ten Year Network Development Plan (TYNDP) eingebracht worden.

von | 11.02.26

Jan Caldeira Riechers, Hans Jonk, Dennis Wehmeyer und Robert Evers bei der Unterzeichnung des MoU
© GASCADE Gastransport GmbH
FNB bündeln Kräfte für Offshore-Wasserstoffinfrastruktur in der Nordsee

Vom 10. bis zum 12. Februar findet in Essen die E-world energy & water statt. Im Rahmen der Veranstaltung haben die FNB Gascade und Gasunie eine Kooperation vereinbart. Das geschlossene Abkommen vertieft die Zusammenarbeit beider Unternehmen beim Aufbau einer Offshore-Wasserstoffinfrastruktur in der Nordsee.

Das MoU zielt auf die koordinierte Entwicklung der Projekte AquaDuctus und HyONE ab. Beide Vorhaben gelten als zentrale Bausteine eines künftigen integrierten europäischen Offshore-Wasserstoffnetzes in der Nordsee.

Projekte im Ten Year Network Development Plan verankert

Beide Unternehmen haben ihre jeweiligen Offshore-Konzepte in den Ten Year Network Development Plan (TYNDP) eingebracht. Bei der Analyse der Projekte identifizierten Gascade und Gasunie erhebliches Synergiepotenzial bei der parallelen Entwicklung der Vorhaben.

Die geplante Kooperation unterstützt zugleich die Ziele der North Sea Energy Cooperation (NSEC). Im Rahmen dieser Initiative arbeiten Deutschland und die Niederlande eng an der Entwicklung integrierter Offshore-Windgebiete zusammen. Gascade und Gasunie gehören zu einem Verbund von Fernleitungsnetzbetreibern — darunter Energinet, Fluxys, Gassco, GRTGaz und National Gas Transmission — die eine gemeinsame Absichtserklärung zur koordinierten Entwicklung einer Wasserstoffinfrastruktur in der Nordsee unterzeichnet haben.

Das übergeordnete Ziel besteht in der Offshore-Sektorkopplung: der systemintegrierten Verknüpfung von Strom und Wasserstoff. Das MoU schafft dafür den formalen Rahmen zwischen den Netzbetreibern auf beiden Seiten der deutsch-niederländischen Grenze.

Die beiden Länder haben im Januar gemeinsam mit sieben weiteren europäischen Staaten (Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland und Luxemburg) beim Nordsee-Gipfel in Hamburg den Aufbau einer Offshore-Wasserstoffinfrastruktur in der Nordsee beschlossen.

Projektdetails

AquaDuctus

AquaDuctus soll bis zu 20 GW Wasserstoff aus der Nordsee transportieren können. Im ersten Abschnitt soll eine Pipeline den Wasserstoff-Windpark SEN-1 mit der deutschen Küste verbinden und anschließend über etwa 100 km zur deutsch-niederländischen Grenze weitergeführt werden. Ein zweiter Abschnitt verlängert die Trasse um weitere 200 km, um auch weiter entfernte Windparkstandorte in den Zonen 4/5 der ausschließlichen Wirtschaftszone anzubinden.

Ab 2030 sollen erste Transporte vom Windparkstandort SEN-1 stattfinden. Bis 2035 soll sich die Pipeline zu einem Hauptwasserstoffkorridor entwickeln, der bis zu einer Million Tonnen Wasserstoff jährlich nach Deutschland transportieren soll. AquaDuctus hat sowohl den PCI-Status als auch den IPCEI-Status erhalten, was den Zugang zu öffentlichen Förderinstrumenten ermöglicht.

HyONE

HyONE bezeichnet bei Gasunie das gesamte Wasserstoffinfrastrukturnetz, das zwischen 2030 und 2050 in der Nordsee in Betrieb gehen soll. Es ist also kein einzelnes Pipeline-Projekt, sondern ein übergeordnetes Infrastrukturprogramm, das mehrere Teilprojekte und -programme umfasst.

Im Rahmen von HyONE laufen derzeit mindestens fünf Teilprojekte: Trassierung und Landfall-Studien für Offshore-Wasserstoffpipelines, Untersuchungen zu naturverträglichen Maßnahmen, Analysen zur Wartung und zum Betrieb der Infrastruktur sowie Studien zu Umweltauswirkungen und Sicherheitsaspekten über den gesamten Lebenszyklus.

Gasunie plant, bei der Netzentwicklung so weit wie möglich bestehende Erdgaspipelines für den Wasserstofftransport umzurüsten, um Kosten zu senken und den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Konkret prüfen Gasunie und Petrogas Transportation gemeinsam, ob eine bereits verlegte Nordsee-Pipeline für Wasserstofftransporte umgenutzt werden kann — im Rahmen des Demonstrationsprojekts Demo 1, das eine 20- bis 50-MW-Elektrolyseanlage in der Nordsee vorsieht.

 

(Quelle: GASCADE Gastransport GmbH/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“
„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“

Im Interview mit dem Fachinformationsportal gwf Gas + Energie erklärt Dr. rer. pol. Dipl.-Ing. Désirée Schulte, wie das H₂-Netzwerk Ruhr e.V. den Wissenstransfer rund um Wasserstoff organisiert und welche Formate sich speziell an junge Menschen, insbesondere an Frauen und Mädchen, richten. Außerdem spricht sie über die Rolle der Kommunen beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, die Erwartungen der Mitglieder an die Politik und kommende Veranstaltungen im Jahr 2026.

mehr lesen
Wasserstoff-Kernnetz: Kapazitätsreservierung startet am 19. März
Wasserstoff-Kernnetz: Kapazitätsreservierung startet am 19. März

Die Betreiber des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes starten am 19. März um 13:00 Uhr einen koordinierten Kapazitätsreservierungsprozess. Ab diesem Zeitpunkt können Marktteilnehmer bei dem jeweils zuständigen Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) erstmals Einspeise- und Ausspeisekapazitäten im deutschen Kernnetz reservieren – für bis zu sieben Jahre im Voraus. Die Reservierungsanfragen können über ein standardisiertes Anfrageformular eingereicht werden. Die reservierbaren Kapazitäten sollen von rund 2.859 MWh/h Entry im Jahr 2026 auf über 15.000 MWh/h Entry bis 2030 wachsen.

mehr lesen
Shell feiert Richtfest für 100-MW-PEM-Elektrolyseur in Wesseling
Shell feiert Richtfest für 100-MW-PEM-Elektrolyseur in Wesseling

Am 5. März hat Shell gemeinsam mit den Projektpartnern das Richtfest für den neuen 100-MW-Elektrolyseur in Wesseling gefeiert. Die Inbetriebnahme der Anlage im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland ist für das Jahr 2027 geplant. Dann soll der Elektrolyseur jährlich bis zu 16.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff produzieren – abhängig von der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien.

mehr lesen

H2 Talk

„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“
„Unsere Kunden sind Vorreiter“
„Wasserstoff ist im Grunde Erdgas ohne Kohlenstoff und entsprechend vielseitig einsetzbar“

Publikationen

Netzmeister 2023

Netzmeister 2023

Erscheinungsjahr: 2023

Für die Instandhaltung der Gas-, Wasser- und Fernwärmerohrnetze, die den mit Abstand größten Teil des Anlagevermögens von Versorgungsunternehmen ausmachen, trägt der Netzmeister die Verantwortung. Um den täglichen Anforderungen gerecht werden zu ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Erscheinungsjahr: 2022

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 2. Band stehen die Themen „Gebäudetechnik“ und „Messtechnik“ im Fokus. Das ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Erscheinungsjahr: 2021

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 1. Band werden die Herausforderungen dargestellt, die Wasserstoff an die Gasinfrastruktur und den ...

Zum Produkt