FNBs verbinden niederländische und belgische Wasserstoffinfrastruktur

Gasunie-Tochter Hynetwork und der belgische Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) Fluxys Hydrogen haben ein Joint Development Agreement (JDA) für eine grenzüberschreitende Wasserstoffleitung unterzeichnet. Die Verbindung zwischen den Niederlanden und Belgien soll bis etwa 2030 in Betrieb gehen. Wo möglich, wollen die beiden Unternehmen bestehende Erdgasleitungen für den Transport von Wasserstoff umrüsten.

von | 15.04.26

v.l.n.r.: Pascal De Buck, CEO von Fluxys, und Willemien Terpstra, CEO von Gasunie
© Gasunie
Die Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) Gasunie und Fluxys verbinden niederländische und belgische Wasserstoffinfrastruktur

Die FNBs Hynetwork und Fluxys planen eine grenzüberschreitende Wasserstoffinfrastruktur zwischen den Niederlanden und Belgien. Das haben die CEOs beider Unternehmen am 9. April vereinbart.

Als ersten strategischen Grenzpunkt prüfen die Netzbetreiber den Standort Zandvliet, zwischen der niederländischen Provinz Zeeland und der belgischen Provinz Antwerpen. Die Fertigstellung der ersten Verbindung der Wasserstoffinfrastruktur ist etwa für 2030 geplant. Der Knotenpunkt soll Importterminals und Produktionsstandorte mit Industrieclustern verbinden, darunter den North Sea Port und den Hafen Rotterdam auf niederländischer sowie die Häfen Antwerpen und Gent auf belgischer Seite. Das geschlossene Abkommen lässt zudem Spielraum für weitere Grenzübergänge.

Das JDA regelt technische und organisatorische Eckpunkte:

  1. Planung
  2. Standorte
  3. Kapazitäten
  4. weitere Spezifikationen für einen sicheren und zuverlässigen Transport.

Ziel ist ein offenes, integriertes Wasserstofftransportnetz, das die Energieunabhängigkeit stärkt und die Industrie dekarbonisiert.

Grenzüberschreitender Wasserstofftransport als Marktvoraussetzung

Helmie Botter, Wasserstoff-Transportdirektorin bei Gasunie, betont die Bedeutung der Infrastruktur für einen funktionierenden Markt: „Grenzüberschreitender Wasserstoffhandel und -transport sind entscheidend für einen gut funktionierenden Wasserstoffmarkt in Nordwesteuropa.“

Fluxys baut laut dem Direktor Ben De Waele bereits eine Multi-Molekül-Infrastruktur zwischen Zelzate und dem Antwerpener Hafengebiet. Das Abkommen ergänzt dieses Vorhaben um eine bidirektionale Wasserstoffverbindung in die Niederlande. Parallel entwickelt der FNB eine Pipelineinfrastruktur zu weiteren Nachbarländern, um das Wasserstoffnetz in Nordwesteuropa schrittweise auszubauen.

Das Abkommen mit Fluxys ist nicht das erste dieser Art für Gasunie. Im Dezember 2025 unterzeichneten Hynetwork, die Thyssengas H2 GmbH und Gasunie Deutschland ein JDA für eine grenzüberschreitende Wasserstoffinfrastruktur zwischen den Niederlanden und Deutschland.

Parallel treibt das niederländische Unternehmen den Netzaufbau im eigenen Land voran. Anfang 2026 befanden sich die Arbeiten an der Wasserstoffpipeline im Hafen Rotterdam in der finalen Phase. Sie gilt als erster Abschnitt des geplanten europäischen Wasserstoffnetzwerks European Hydrogen Backbone.

Die Initiative der beiden Netzbetreiber reiht sich in die europäische Strategie ein, nationale Wasserstoffnetze zu einem integrierten Übertragungssystem zu verknüpfen.

 

(Quelle: Gasunie/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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