Mit einem geplanten Fassungsvermögen von 46 Mio. m³ Wasserstoff wäre die umgewidmete Kaverne in Bad Lauchstädt laut VGS die erste ihrer Größenordnung in Deutschland. Als Teil der Hy2Infra-Welle unterstreicht das Projekt die wachsende Bedeutung von Wasserstoff in der Energiestrategie der Bundesregierung.
Bodo Rodestock, Vorstandsmitglied der VNG AG, betonte die Relevanz des Vorhabens: „Wir bereiten unsere Infrastruktur darauf vor, Wasserstoff nicht nur zu transportieren, sondern auch zu speichern, um zukünftig eine flexible und sichere Versorgung mit Wasserstoff zu gewährleisten.“ Dies sei ein entscheidender Beitrag zur Sicherung von Wertschöpfung und zukunftsfähiger Industrie in der Region.
Herausforderungen und Potenziale in Bad Lauchstädt
Die Umwidmung einer Erdgaskaverne für die Wasserstoffspeicherung stellt die Ingenieure vor komplexe Aufgaben. Bernd Protze, Geschäftsführer der VGS, erläuterte: „Wir beschäftigen uns schon länger damit, wie wir unsere Speicher technisch auf Wasserstoff umrüsten können.“ Die IPCEI-Förderung gebe nun den nötigen Rückenwind, um die Planungen voranzutreiben.
Experten sehen in der Großspeicherung von Wasserstoff einen Schlüssel zur erfolgreichen Integration erneuerbarer Energien. Die saisonalen Schwankungen in der Produktion von Wind- und Solarenergie könnten durch solche Speicher ausgeglichen werden, was die Versorgungssicherheit erhöht.
Umrüstung wird an Nachfrage gekoppelt
Die VNG plant, einen relevanten Teil ihrer Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur für grüne Gase zu stecken. Der geplante Wasserstoffspeicher in Bad Lauchstädt könnte perspektivisch mehrere Industrieregionen in Mitteldeutschland versorgen und so die Dekarbonisierung der lokalen Industrie unterstützen.
Allerdings betont Protze, dass die Umrüstung der Speicher an die tatsächliche Kundennachfrage gekoppelt sein muss: „Wichtig ist für uns, unsere Speicher entsprechend der tatsächlichen Kundennachfrage umzurüsten, auch wenn dies nicht von heute auf morgen passieren wird.“
Finale Investitionsentscheidung steht noch aus
Mit der IPCEI-Förderung signalisiert die Bundesregierung ihre Unterstützung für die Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Experten weisen jedoch darauf hin, dass neben der technischen Machbarkeit auch wirtschaftliche und regulatorische Fragen zu klären sind, um einen breiten Markthochlauf zu ermöglichen.
Die VNG sieht in dem Förderbescheid einen wichtigen Schritt zur finalen Investitionsentscheidung. Das Leipziger Unternehmen geht davon aus, dass Wasserstoffspeicher eine zentrale Rolle im Energiesystem der Zukunft spielen werden. Mit dem Projekt in Bad Lauchstädt will sich die VNG dabei als Vorreiter in diesem Marktsegment positionieren.










