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Frankreich: Deutsches Start-up produziert e-Fuels aus H2 und Biomasse

Ineratec und das französicher Unternehmen Soler planen den Bau einer Anlage für die e-Fuel-Produktion und die Herstellung von Biokohlenstoff (Biocarbon) in Südfrankreich. Diese soll auch als Grundlage für globale Folgeprojekte dienen. Die Zusammenarbeit haben die Unternehmen in einer Pressemeldung am 13. Juni bekannt gegeben. 

von | 17.06.24

1993 wurde die Soler-Gruppe (vormals Carbonex) gegründet und eröffnete ihren ersten Produktionsstandort in Ostfrankreich
© SOLER/ INERATEC
e-Fuel-Produktion

14. Juni 2024 | Das Karlsruher Start-up Ineratec und das französische Unternehmen Soler planen den Bau einer integrierten Anlage zur Produktion von e-Fuels. Das in Südfrankreich lokalisierte Projekt soll den via Pyrolyse von Biomasse gewonnenen Kohlenstoff (Biocarbon) mit Wasserstoff kombinieren, um daraus synthetische Kraftstoffe herzustellen. Das Anlagenkonzept könne dabei weltweit als Modell für ähnliche Vorhaben dienen.

Das Karlsruher Start-up Ineratec und die französische Soler Group, ein Produzent von erneuerbarem Kohlenstoff, haben ihre Zusammenarbeit am vergangenen Donnerstag (13. Juni) bekannt gegeben. Gemeinsam wollen die Unternehmen eine Produktionsanlage in Südfrankreich bauen und dort e-Fuels und Biokohlenstoff (Biocarbon) produzieren. Einen Startzeitpunkt des Baus oder geplanten Produktionsbeginn nannten sie noch nicht.

Die geplante Anlage soll die Technologien beider Unternehmen kombinieren. Ineratec will die Power-to-Liquid-Anlage für die Produktion CO₂-neutraler e-Fuels liefern und Soler seine Technologie zur Herstellung von Biokohlenstoff aus forstwirtschaftlichen Abfällen. Bei der Produktion des Biokohlenstoffes entsteht als Nebenprodukt ein Synthesegas, das für die e-Fuel-Herstellung genutzt werden kann. So lassen sich durch die zusätzliche Nutzung des Synthesegases laut den Betreibern rund 100.000 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr vermeiden.

Das Projekt verfolge ein zentrales Ziel: die Maximierung der Ressourceneffizienz in der Forstwirtschaft und die Erreichung der Klimaneutralität. Dieses wolle man durch den ganzheitlichen Ansatz erreichen.

Produktionsprozess

Die Partnerschaft zwischen Soler und Ineratec sei ein Beispiel für die nahtlose Integration komplementärer Technologien, heißt es in der Pressemeldung. Aufbauend auf der Betriebserfahrung beider Frimen werde das Projekt zu einem Konzept für den weltweiten Einsatz von Biocarbon und Power-to-Liquid-Anlagen aus Europa führen.

Der Produktionsprozess beginnt mit der Pyrolysetechnologie des französischen Herstellers. Diese wandelt forstwirtschaftliche Durchforstungs- und Reststoffe in Biokohlenstoff um und erzeugt gleichzeitig ein Synthesegas. Ineratecs Power-to-Liquid-Anlage kombiniert das CO₂ aus dem aufgereinigten Synthesegas mit Wasserstoff und wandelt es in e-Fuels um. Das bei der Produktion anfallende Wasser und die Prozesswärme können Ineratec und Soler anschließend weiterverwenden. Die Synergie führe zu einer Nutzung von 95 Prozent des Kohlenstoffs aus der Biomasse und damit zu einer „maximalen Ressourceneffizienz“.

Die produzierten e-Fuels wollen die Partner an Teile des Mobilitätssektors liefern, die schwer zu dekarbonisieren sind. Dazu gehören die Luft- und Schifffahrt sowie der Straßenverkehr.

(Quelle: Ineratec/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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