Die Partnerschaft soll Tests und die Optimierungen der Technologie zur Lokalisierung aktiver Wasserstoff-Vorkommen ermöglichen. Dafür erhält Mantle8 Zugang zur geologischen Datenbank GeoVerse von Viridien. Die Untergrund-Daten und die Sensortechnologie des Unternehmens sollen der Geowissenschaftsfirma bei der Identifizierung vielversprechender Zonen in der EMEA-Region helfen. Da der Wettlauf um den Nachweis natürlichen Wasserstoffreserven in Europa an Fahrt gewinnt, will die französische Allianz schnellere, praxisnahe Tests und Verfeinerungen und Optimierungen der Technologie vorantreiben.
„Europa verfügt über reichhaltige, emissionsarme natürliche Wasserstoff-Vorkommen“, erklärte Emmanuel Masini, Gründer und CEO von Mantle8. „Und der Wille, diese Ressourcen zu identifizieren und mit Bohrungen zu beginnen, ist stärker denn je.” Der Zugang zur GeoVerse-Datenbank liefere die nötigen Daten für die Prospektion und schärfe die Zielerfassung vielversprechender Zonen.
Zusätzlich nutzt Mantle8 die passiven Seismik-Sensoren WiNG DFU-3C von Sercel, der Sensing & Monitoring-Sparte von Viridien. Die Technologie ermögliche eine Abbildung unterirdischer Wasserstoff-Quellen und reduziere Bohrrisiken.
Erfolgreiche Tests in den französischen Pyrenäen
Zu Beginn dieses Jahres sammelte die Geowissenschaftsfirma 3,4 Millionen Euro in einer Seed-Finanzierungsrunde von Kiko Ventures und Breakthrough Energy Europe ein. Anschließend bestätigte das Unternehmen eine der höchsten aufgezeichneten Wasserstoffkonzentrationen an seinem Comminges-Prospekt in den französischen Pyrenäen.
Mit den Sercel WiNG DFU-3C-Sensoren und der Horex-Multiphysik-Bildgebungstechnologie produzierte Mantle8 die ersten Bilder eines kompletten aktiven Wasserstoff-Systems. Die Ergebnisse validieren die proprietäre Explorationstechnologie des Unternehmens.
Natürlicher Wasserstoff gehöre neben Geothermie, Rohstoff-Exploration und CO₂-Speicherung zu den Bereichen, in denen die Geo- und Datenwissenschafts-Technologie von Viridien zur Erreichung der Netto-Null-Ziele beitrage könne.
Internationaler Vergleich
Andere Länder wie die USA, Russland und Australien mobilisieren bereits bedeutende Mittel für die Erforschung, Identifikation und Nutzung von natürlichen Wasserstoff-Vorkommen, wobei die Herangehensweise und der Förderfokus je nach Region unterschiedlich ist.
Australien ist ein internationaler Vorreiter bei der Identifizierung von H₂-Ressourcen. Das Land hat Projekte zur geologischen Erkundung von natürlichem Wasserstoff gestartet. In den USA wurden durch das United States Geological Survey (USGS) systematische Karten möglicher geologischer Wasserstoffvorkommen publiziert. Die jüngsten Studien gehen von potenziell mehreren Millionen Tonnen geogenen Wasserstoffs aus. Russland hat 2020 eine Roadmap zur Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft verabschiedet. Die Programme fokussieren sich zunehmend auch auf natürliche Vorkommen. Konzerne wie Gazprom und Rosatom spielen zentrale Rollen in der Exploration, Entwicklung und Lokalisierung von Wasserstoff.










