Gasleitung in Lingen wird auf Wasserstoff vorbereitet

Für eine Erdgasleitung in Lingen, die auf Wasserstoff umgestellt werden soll, hat der Gasfernleitungsnetzbetreiber Nowega jetzt mit weiteren wichtigen Messungen die Grundlage für die Weiterentwicklung gelegt. Ein Sachverständiger hatte schon im vergangenen Jahr die grundsätzliche Eignung der Leitung für den Transport von Wasserstoff bestätigt. Mit vier weiteren Mitgliedsunternehmen der Initiative Get H2 will Nowega eine […]

von | 30.04.21

In Schepsdorf haben Nowega-Geschäftsführer Frank Heunemann (r.), Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone (r.) und Tim Husmann, , Geschäftsstellenleiter der H2-Region Emsland, den Inspektionsmolch in Empfang genommen
Fotos v.o.n.u.: Studio 205

Für eine Erdgasleitung in Lingen, die auf Wasserstoff umgestellt werden soll, hat der Gasfernleitungsnetzbetreiber Nowega jetzt mit weiteren wichtigen Messungen die Grundlage für die Weiterentwicklung gelegt. Ein Sachverständiger hatte schon im vergangenen Jahr die grundsätzliche Eignung der Leitung für den Transport von Wasserstoff bestätigt. Mit vier weiteren Mitgliedsunternehmen der Initiative Get H2 will Nowega eine Wasserstoffinfrastruktur zwischen Lingen und Gelsenkirchen aufbauen, die zügig weiter wachsen soll. Das rund 130 Kilometer lange Netz soll die Erzeugung von grünem Wasserstoff bei RWE in Lingen mit der Abnahme in der bp Raffinerie Gelsenkirchen verbinden.

2024 soll das Projekt GET H2 Nukleus betriebsbereit sein. „Wir stehen in den Startlöchern, um das Netz rechtzeitig für die Erzeuger und Abnehmer des Wasserstoffs verfügbar zu machen und reinen Wasserstoff in hoher Qualität transportieren zu können“, sagt Nowega-Geschäftsführer Frank Heunemann. „Allerdings muss die Bundespolitik zwingend noch bis zum Sommer die gesetzlichen Grundlagen legen.“ Insbesondere bei der Novelle des Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) gibt es noch entscheidenden Änderungsbedarf. Für die Realisierung der gesamten Wertschöpfungskette sind Fördermittel beantragt.

Die Unterstützung vor Ort ist Get H2 sicher. Der Landkreis Emsland, die Stadt Lingen und die Stadtwerke Lingen gehören ebenfalls zu den Partnern der Initiative. „Lingen ist ein wichtiger Energieknotenpunkt und wir freuen uns, ein zentraler Startpunkt für die deutsche Wasserstoffwirtschaft zu sein“, sagt Oberbürgermeister Dieter Krone. „Als Projekt ist der Get H2 Nukleus beispielhaft für die H2-Region Emsland, da es die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich Wasserstoff abbildet. Das trägt dazu bei, dass unsere Region ein Vorreiter in der Umsetzung der Energiewende werden kann“, ergänzt Dr. Tim Husmann, Geschäftsstellenleiter der H2-Region Emsland.

Bei der so genannten Inspektionsmolchung wurde der Zustand der Leitung über eine Länge von rund 11 Kilometern detailgenau erfasst. Die im konkreten Fall durchgeführte Art der Inspektionsmessung kommt bei Gasleitungen nur selten zum Einsatz. Die Daten, die Nowega im Rahmen dieser Inspektion gesammelt hat, sind daher grundsätzlich für alle Gasnetzbetreiber interessant, die sich mit dem Thema Wasserstoff befassen.

Die sogenannte Marktraumumstellung von L- auf H-Gas macht auch die Umstellung erster Leitungen auf den Transport von Wasserstoff möglich. „Das bestehende Netz ist eine enorm wichtige Ressource. So können wir schnell, kostengünstig und ohne große bauliche Eingriffe den Grundstein für ein Wasserstoffnetz in Deutschland legen“, erläutert Heunemann. Das Projekt Get H2 Nukleus ist Teil des deutschen H2-Startnetzes, bei dem bis 2030 rund 1.200 Kilometer Wasserstoffleitungen entstehen sollen, 1.100 davon durch Umstellung bestehender Leitungen wie in Lingen.

 

(Quelle: Nowega)

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