Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Gasunie und Storag Etzel vereinbaren Wasserstoffspeicherung

Die Muttergesellschaft von Speicherbetreiber Storag Etzel, Patrizia SE, und der niederländische Gasnetzbetreiber Gasunie haben einen Vertrag über eine großvolumige Wasserstoffspeicherung abgeschlossen. Gasunie plant, in dem niedersächsischen Mehrkammerspeicher des Projekts „H2Cast Etzel" Wasserstoff mit einer Kapazität von bis zu 1 TWh einzuspeichern. Nun soll die erste Phase der Projektentwicklung beginnen.

von | 21.02.24

Das Speicherfeld im niedersächsischen Etzel liegt rund 20 km südwestlich von Wilhelmshaven
© STORAG ETZEL GmbH
Luftbild Kavernenanlage Etzel

21. Februar 2024 | Die Muttergesellschaft von Speicherbetreiber Storag Etzel, Patrizia SE, und der niederländische Gasnetzbetreiber Gasunie haben einen Vertrag über eine großvolumige Wasserstoffspeicherung abgeschlossen. Gasunie plant, in dem niedersächsischen Mehrkammerspeicher des Projekts „H2Cast Etzel“ Wasserstoff mit einer Kapazität von bis zu 1 TWh einzuspeichern. Nun soll die erste Phase der Projektentwicklung beginnen.

Die nun vereinbarten „Optionsverträge“ umfassten die Speicherung von bis zu 1 TWh Wasserstoff, so die in Augsburg ansässige Patrizia SE am Dienstag (20. Feburar). Sie erweitern die seit Beginn des Projektes H2Cast Etzel in Jahr 2022 bestehende Kooperation zwischen Storag Etzel und Gasunie. Nach Angaben der Unternehmen handelt es sich hierbei um eines der größten Projekte zur Wasserstoffspeicher und in Europa.

Die Kooperation sei wesentlich für den Nachweis der Wasserstofftauglichkeit der zur Patrizia SE gehörenden Speicherkavernen, so Heiko Süß, Leiter des PATRIZIA Fund Management Frankfurt. Man wolle darlegen, wie diese erneuerbaren Energien in Deutschland „sicher gestaltet“ werden könnten. Das Kavernenfeld in Etzel könne dabei ein „wichtiger Bestandteil der zukünftigen Wasserstoff-Energiewirtschaft“ werden.

Derzeit bereiten mehrere deutsche Energieversorger die großvolumige Speicherung von Wasserstoff vor. So hatte Uniper Energy Storage kürzlich das Ziel bekannt gegeben, bis 2030 600 TWh Speicherkapazität anbieten zu wollen. Die EWE Gasspeicher GmbH hatte Ende November eine erste Bedarfsabfrage abgeschlossen. Storag Etzel gilt indes als eines der ersten Unternehmen, die bereits einen Vertrag über die Einspeicherung abgeschlossen haben.

Obertageanlage soll Ende 2026 bereitstehen

Der Salzstock Etzel umfasst 75 in Betrieb befindliche Kavernen, in denen derzeit 3,9 Mrd. m³ Erdgas und 10 Mio. m³ Erdöl gespeichert werden können. Im Pilotprojekt „H2CAST Etzel“ betreibt Storag Etzel die Konversion zweier Kavernen zu Wasserstoffspeichern.

Bis Ende 2026 sollen der Bau einer Obertageanlage sowie die anschließende Test- und Forschungsphase abgeschlossen sein. Die vorbereitenden Tests sollen unter Realbedingungen stattfinden. Sie umfassen laut Betreiber die Ein- und Ausspeicherung von Wasserstoff im multizyklischen Betrieb, die Aufbereitung des Wasserstoffgases sowie den Nachweis der Integrität des Speichers.

Das Projekt wird von der Bundesregierung und der niedersächsischen Landesregierung mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag gefördert. Die Fördersumme entspricht nach Angaben des Betreibers einer Förderquote von mehr als einem Drittel der Gesamtkosten.

Kavernenfeld Etzel soll Teil des Kernnetzes werden

Patrizia hat in den Jahren 2013 und 2018 zwei Kavernen-Fonds aufgelegt. Der Immobilieninvestment-Anbieter unterstrich in seiner Mitteilung die Möglichkeit, dass das Kavernenfeld in Etzel bis zum Jahr 2050 in einen vollständigen Wasserstoffspeicher umgewandelt werden könne.

Die Speicherung von Wasserstoff im industriellen Maßstab gilt als Grundvoraussetzung für den industriellen Wasserstoffhochlauf. Durch die Anfang des Monats bekanntgewordene Kraftwerksstrategie der Bundesregierung werde der Bedarf für Wasserstoffspeicher weiter steigern. Sie sieht den Neubau von bis zu 10 GW wasserstofffähiger Gaskraftwerkskapazität vor. Das Kavernenfeld im Salzstock Etzel könne zur Deckung dieses Bedarfs beitragen, auch, da eine Anbindung des Speichers an das Wasserstoff-Kernnetz geplant sei.

Laut Inhaberin Patrizia SE habe eine durchschnittliche Erdgaskaverne in Etzel eine Größe von etwa 0,7 Mio. m³ und könne rund eine TWh Energie speichern. Das reiche aus, um 100.000 Haushalte ein Jahr lang mit Wärme und Warmwasser zu versorgen. Aufgrund des geringeren Brennwerts von Wasserstoff sei das erforderliche Speichervolumen viermal höher als bei Erdgas.

(Quelle: PATRIZIA SE/STORAG ETZEL GmbH/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Milliarden aus Corona-Fonds fließen in Energiewende und Wasserstoffprojekte
Milliarden aus Corona-Fonds fließen in Energiewende und Wasserstoffprojekte

Die EU-Kommission hat 4,6 Milliarden Euro aus der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) an Deutschland ausgezahlt. Es handelt sich um die dritte Zahlung im Rahmen des nationalen Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP). Die Mittel sollen unter anderem Wasserstoffprojekte fördern. Der Fonds wurde 2021 als Reaktion auf die Corona-Pandemie aufgelegt. Mindestens 37 Prozent der Mittel müssen in Klimaschutzmaßnahmen investiert werden.

mehr lesen
100 Prozent Wasserstoff im Flugtriebwerk: Testlauf erfolgreich abgeschlossen
100 Prozent Wasserstoff im Flugtriebwerk: Testlauf erfolgreich abgeschlossen

Die Fluggesellschaft EasyJet Airline Company Ltd. und der Triebwerke-Hersteller Rolls-Royce Holdings plc haben den Betrieb eines Flugzeugtriebwerks mit Wasserstoff erfolgreich getestet. Ausgelegt ist das Strahltriebwerk auf den Einsatz in Schmalrumpfflugzeugen. Der Bodentest ist das Ergebnis eines mehrjährigen Entwicklungsprogramms, das auf die Reduzierung von CO₂-Emissionen im Luftverkehr abzielt.

mehr lesen
Uber investiert in Ausbau von Wasserstoff-Taxis in Paris
Uber investiert in Ausbau von Wasserstoff-Taxis in Paris

Die Mobilitätsunternehmen Uber und Hysetco haben Ende April eine Partnerschaft zur Dekarbonisierung städtischer Mobilität geschlossen. Die Kooperation zielt darauf ab, das Angebot von Wasserstoff-Taxis in Paris auszubauen. Uber will in diesem Rahmen Hysetco finanziell unterstützen.

mehr lesen

H2 Talk

„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“ Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH)
„Ab 2026 könnten wir über den THG-Quotenhandel 15 Euro pro Kilogramm Wasserstoff erzielen“
„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“

Publikationen

Gasqualitäten im veränderten Energiemarkt

Gasqualitäten im veränderten Energiemarkt

Erscheinungsjahr: 2020

Das Werk umfasst eine Sammlung praxisorientierter Fachbeiträge aus den Zeitschriften gwf Gas + Energie, PROZESSWÄRME und „gwi – gaswärme international“, die den Lesern einen Überblick über die Neuerungen, die sich für Gasanwender und -versorger aus ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt

Wasserstoffeinspeicherung mit  bestehenden Erdgasverdichtern

Wasserstoffeinspeicherung mit bestehenden Erdgasverdichtern

Autor: Johann Lenz und Patrick Tetenbor

Zur Verdichtung von Wasserstoff mit bestehenden Erdgasverdichtern wird sich aufgrund verschiedener Parameter eine neue Ära der Kolbenverdichter entwickeln. Um aus schwingungstechnischer Sicht weiterhin einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, sind ...

Zum Produkt