Laut Ivana Jemelkova, CEO des Hydrogen Council, ergänzt der Bericht den Global Hydrogen Review der Internationalen Energieagentur (IEA). Diesen hatte die IEA im Juli 2026 präsentiert. Die Erkenntnis: Der Nahost-Konflikt stört die globalen Lieferketten für Wasserstoffprodukte, Investitionsentscheidungen bleiben aus und chinesische Elektrolyseure drücken die Preise.
Der Global Hydrogen Compass 2026 zeigt: Die zugesagten Investitionen in sauberen Wasserstoff haben 130 Milliarden US-Dollar überschritten. Diese Summe entspreche einer zugesagten Kapazität von 6,9 Millionen Tonnen pro Jahr, verteilt auf mehr als 570 Projekte weltweit. Die globale Betriebskapazität habe sich im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt. Voraussichtlich werde sich die Kapazität im kommenden Jahr erneut verdoppeln, wenn die sich derzeit noch im Bau befindlichen Projekte in Betrieb gehen.
Europa führt bei Projektanzahl
Geografisch bleibt China der größte Markt. Denn: Das Land macht mehr als die Hälfte der weltweit zugesagten Kapazität für erneuerbaren Wasserstoff sowie 90 Prozent der seit 2025 weltweit hinzugefügten Betriebskapazitäten aus.
Europa folgt als zweitgrößter Markt, führt jedoch sowohl bei der Anzahl der Projekte als auch beim relativen Investitionswachstum. Seit 2025 sind die Investitionen um 35 Prozent gestiegen.
Die USA dominieren hingegen beim Einsatz von kohlenstoffarmem Wasserstoff. So machen sie rund 75 Prozent der weltweit zugesagten Kapazität für kohlenstoffarmen H2 und Ammoniak aus.
Politisches Handeln ist gefragt
Von den potenziell 11 Millionen Tonnen jährlicher Nachfrage nach sauberem Wasserstoff, die durch bestehende politische Maßnahmen bis 2030 erschlossen werden könnten, seien derzeit rund 6 Millionen Tonnen durch bereits umgesetzte Maßnahmen gesichert. Um die verbleibenden 5 Millionen Tonnen zu erschließen, sei nun Handeln seitens der Regierungen erforderlich, um bestehende politische Verpflichtungen einzuhalten.
Für politische Entscheidungsträger bestehe die oberste Priorität darin, förderliche Anreize und Vorgaben umzusetzen sowie Instrumente zur CO₂-Bepreisung einzuführen. Für die Industrie liege der Schwerpunkt darauf, die Nachfrage kosteneffizient zu bedienen, womit Kostensenkungen sowie der Aufbau notwendiger Infrastruktur einhergingen.
Jaehoon Chang, stellvertretender Vorsitzender der Hyundai Motor Group und Co-Vorsitzender des Hydrogen Council fasste das zentrale Ergebnis des Berichts zusammen: „Überall dort, wo Länder auf ihre jeweiligen Gegebenheiten zugeschnittene Wasserstofflösungen einsetzen und diese politisch fördern, etablieren sich wettbewerbsfähige Wasserstoff-Ökosysteme.“
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