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Grenzüberschreitende Wasserstoff-Infrastruktur verbindet Niederlande und Deutschland

Gasunie und Thyssengas haben ein Joint Development Agreement für eine grenzüberschreitende Wasserstoff-Pipeline unterzeichnet. Die Vereinbarung bildet die Grundlage für die erste grenzüberschreitende Wasserstoff-Transportinfrastruktur zwischen den Niederlanden und Deutschland. Die Verbindung nutzt umgerüstete Erdgasleitungen und verknüpft niederländische Häfen mit dem Ruhrgebiet. Parallel investiert Gasunie 2,5 Milliarden Euro in Pipelinematerialien.

von | 22.12.25

Der grenzüberschreitende Handel und Transport von Wasserstoff zwischen den Niederlande und Deutschland ist entscheidend für einen funktionierenden Wasserstoffmarkt in Nordwesteuropa.
© Moritz Brilo
Grenzüberschreitende Wasserstoff-Infrastruktur verbindet Niederlande und Deutschland

An der grenzüberschreitenden Wasserstoff-Infrastruktur beteiligen sich die Gasunie-Tochter Hynetwork Services, Thyssengas über die Thyssengas H2 GmbH sowie Gasunie Deutschland.

Das Leitungssystem nutzt überwiegend bestehende Erdgasleitungen, die für Wasserstofftransport umgerüstet werden. Über die Grenzpunkte Oude Statenzijl in Groningen und Vlieghuis in Drenthe entsteht eine strategische Achse. Diese verbindet niederländische Industriegebiete, Importwege über niederländische Häfen sowie Speicher- und Produktionsanlagen direkt mit Industrieregionen in Deutschland.

Thyssengas-Leitung von Vlieghuis nach Ochtrup im Betrieb

Thyssengas bringt seine Erdgasleitung zwischen Vlieghuis und Ochtrup in Nordrhein-Westfalen in das Projekt ein. Die Umstellungsarbeiten haben im Sommer 2025 begonnen. Die Leitung ist Teil des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes und der Wasserstoff-Initiative GET H2.

Das System soll Industriegebiete im Ruhrgebiet und Rheinland versorgen: „Die Leitung ermöglicht den grenzüberschreitenden Wasserstoff-Transport zwischen Deutschland und den Niederlanden, unterstützt den Aufbau des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes und treibt die industrielle Dekarbonisierung im Ruhrgebiet und im Rheinland durch ihre Anbindung an das GET H2-System voran“, erklärte Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Thyssengas.

Verbindung nach Dänemark geplant

Die Vereinbarung definiert technische und organisatorische Eckpunkte für den grenzüberschreitenden Wasserstoff-Transport. Sie bildet den ersten Schritt zur Realisierung mehrerer grenzüberschreitender Verbindungen zwischen den Niederlanden und Deutschland.

Der grenzüberschreitende Handel und Transport von Wasserstoff ist entscheidend für einen funktionierenden Wasserstoffmarkt in Nordwesteuropa„, sagte Helmie Botter, Direktorin Wasserstofftransport bei Gasunie. Die Vereinbarung ermögliche den Transport über die Wasserstoff-Infrastruktur zwischen den Niederlanden und Deutschland sowie von und nach Dänemark.

Gasunie investiert 2,5 Milliarden Euro in Pipelineinfrastruktur

Parallel dazu haben Gasunie Niederlande und Deutschland am 11. Dezember einen groß angelegten gemeinsamen europäischen Ausschreibungsprozess für die Lieferung von Pipelineinfrastruktur abgeschlossen. Die Unternehmen unterzeichneten bei einer offiziellen Sitzung neue Rahmenverträge mit sechs Zulieferern für die Produktion und Lieferung von Pipelinematerialien für die Erdgas- und Kohlenstoff- und Wasserstoff-Infrastruktur.

Mit diesem Schritt möchten beide Unternehmen eigenen Angaben zufolge ihre Position bei der Realisierung einer nachhaltigen, zukunftssicheren europäischen Pipelineinfrastruktur stärken. Der Wert der Rahmenverträge ist auf 2,5 Milliarden Euro begrenzt, darunter eine Option von 1 Milliarde Euro für Pipelines für CO₂-Transportprojekte.

Am selben Tag haben die Gasnetzbetreiber auch Rahmenverträge mit folgenden Unternehmen unterzeichnet:

  • Cimolai
  • Corinth Pipeworks
  • Mannesmann Grossrohr
  • Europipe
  • Mannesmann Line Pipe
  • EEW

Beitrag zu Projekten in den Niederlanden und Deutschland

Jeder Vertrag hat eine Laufzeit von vier Jahren, mit der Option auf zwei zweijährige Verlängerungen (insgesamt maximal acht Jahre). Die Rahmenverträge sind in drei Lose unterteilt, basierend auf Länge und Durchmesser der Pipelines.

Gasunie kauft strategische Materialien direkt vom Produzenten und liefert diese dann an Auftragnehmer über das als „Management Delivery“ bezeichnete System. Dieses System soll sicherstellen, dass bei Bedarf die richtigen Materialien für eine rechtzeitige Fertigstellung von Onshore-Projekten verfügbar sind.

Diese EU-Ausschreibung umfasst die mögliche Beschaffung von Pipelinematerialien für das Projekt im nördlichen Abschnitt des niederländischen Wasserstoffnetzes sowie für den Bau des Delta-Rheinkorridors und verschiedene Pipelineinfrastruktur-Projekte in Deutschland. Die Rahmenverträge bieten Gasunie die Flexibilität, Materiallieferungen für den Ausbau neuer Energieinfrastrukturen sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland effizient und rechtzeitig durch mehrere Ausschreibungen (Mini-Ausschreibungen) in die Wege zu leiten.

 

 

(Quelle: Gasunie/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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