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Großer Chemiestandort erhält Zugang zum Wasserstoffnetz

Der Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) Thyssengas hat mit dem Chemiekonzern LyondellBasell eine Vereinbarung zur Wasserstoffversorgung des Standorts Wesseling unterzeichnet. Das 46 Kilometer lange Leitungssystem zwischen Hoeningen und Wesseling soll bis 2030 als Teil des deutschlandweiten Wasserstoff-Kernnetzes entstehen. Die Anbindung ist Teil von Thyssengasʼ Strategie, rund 1.100 Kilometer Wasserstoffleitungen in NRW zu errichten.

von | 25.02.25

LYB Wesseling und Thyssengas vereinbaren den Anschluss an das Wasserstoffnetz (v.l.n.r.: Wilfried Klein und Thomas Gößmann)
© Thyssengas
Wesseling

Die Chemieindustrie gilt als einer der wichtigsten potenziellen Nutzer von grünem Wasserstoff. Nun signalisiert ein weiterer Großkonzern Interesse an einer langfristigen Abnahme. LyondellBasell (LYB) hat einen Vertrag über den Anschluss seines Standorts in Wesseling an die geplanten Wasserstoffleitungen des FNB Thyssengas unterzeichnet.

Das Projekt sieht vor, zwischen Hoeningen bei Rommerskirchen und Wesseling bis 2030 ein 46 Kilometer langes Wasserstoffleitungssystem zu errichten. Dafür will Thyssengas sowohl neue Leitungen bauen als auch bestehende Erdgasinfrastrukturen umrüsten. Konkret seien Neubauten zwischen Oberaußem und Weiden, Marsdorf und Stotzheim sowie zwischen Kalscheuren und Wesseling geplant. Parallel soll eine neue Erdgasleitung zwischen Hoeningen und Oberaußem entstehen, um die Erdgasversorgung der Region zu gewährleisten.

46 Kilometer lange Pipeline bis 2030

Nach Angaben von Thyssengas hatten Wilfried Klein, LYB Europe Director of Net Zero Infrastructure & Clusters, und Thyssengas-CEO Thomas Gößmann bei den Vertrag Mitte Februar im Rahmen der Energiemesse E-World in Essen besiegelt.

„Der Zugang zu Wasserstoff als alternativer Energiequelle ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zum Angebot zirkulärer und kohlenstoffarmer Lösungen für unsere Kunden“, betonte Wilfried Klein in einer Presseerklärung. Das Unternehmen zählt zu den größten Polymer-Herstellern weltweit.

Thomas Gößmann unterstrich die Bedeutung des Projekts: „Die Zukunft gehört Wasserstoff und anderen grünen Gasen. Sie ermöglichen die Dekarbonisierung von industriellen Prozessen und spielen damit eine wesentliche Rolle für die Erreichung der Klimaziele und der Attraktivität der Wirtschaftsstandorte.“

Teil von umfassender Wasserstoff-Strategie für NRW

Die Verbindung nach Wesseling ist ein Baustein in der Wasserstoffstrategie des Dortmunder Netzbetreibers. Nach der Bestätigung des deutschen H2-Kernnetzes durch die Bundesnetzagentur im Oktober 2024 plant Thyssengas insgesamt rund 35 Neubau- und Umstellungsprojekte mit einer Gesamtlänge von etwa 1.100 Leitungskilometern in Nordrhein-Westfalen. Damit will der FNB sowohl die großen Industriezentren als auch mittelständische Unternehmen im Münsterland, Ruhrgebiet und Rheinland an neue „Wasserstoff-Autobahnen“ anbinden. Für die neuen Leitungsabschnitte entwickelt Thyssengas derzeit in Abstimmung mit Behörden und Kommunen mehrere Trassenkorridore. Parallel laufen die Vorbereitungen für die Raumverträglichkeitsprüfung.

„Unsere zeitkritischsten H2-Projekte gehen jetzt in die Realisierung“, erklärte Gößmann im November 2024. Die Vereinbarung mit LyondellBasell ist ein konkreter Schritt in diese Richtung und setzt einen der drei von Thyssengas definierten Erfolgsfaktoren für den Wasserstoff-Hochlauf um: die Überführung unverbindlicher Absichtserklärungen in verbindliche Verträge.

Als weitere Faktoren nannte das Unternehmen damals eine zukunftsorientierte Netzplanung genannt, die schon während der Vorbereitungen für den Bau der Kernnetzleitungen künftige Netzanschlüsse eingeplane. Drittens sei die enge Zusammenarbeit mit lokalen Verteilnetzbetreibern ausschlaggebend für den Erfolg eines H2-Leitungsprojekts,

 

(Quelle: Thyssengas/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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