Großprojekte im H2-Segment stärken Auftragseingang von Thyssenkrupp Nucera

Der Anbieter von Elektrolyse-Technologien Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA hat einen fast viermal höheren Auftragseingang im zweiten Quartal 2025/2026 gemeldet. Großskalige Neuaufträge in den Segmenten „Grüner Wasserstoff“ („gH2“) und „Chlor-Alkali“ („CA“) hätten zum Anstieg des Auftragsbestands beigetragen. Einer der Aufträge umfasste die nach Unternehmensangaben größte H2-Anlage in Südeuropa.

von | 28.05.26

Das standardisierte 20-MW-Modul scalum® für die alkalische Wasserelektrolyse von Thyssenkrupp Nucera am Module Yard in Spanien.
© Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA
Großprojekte im H2-Segment stärken Auftragseingang von Thyssenkrupp Nucera

Thyssenkrupp Nucera konnte den Auftragseingang im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf 316 Millionen Euro steigern – nach 83 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand wuchs damit auf 732 Millionen Euro. Im gesamten ersten Halbjahr des Berichtsjahres 2025/2026 stieg der Wert neuer Kundenaufträge laut Unternehmensangaben um 119 Prozent auf 391 Millionen Euro.

Insbesondere in zwei Segmenten verzeichnete das Unternehmen ein hohes Auftragsplus, darunter „gH2“.

Großauftrag aus Spanien stärkt H₂-Segment

Der Auftragseingang im „gH2“-Segment lag im zweiten Quartal bei 176 Millionen Euro, nach 4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Einen der Aufträge erteilte das spanische Erdölunternehmen Moeve. Es beauftragte Thyssenkrupp Nucera mit der Lieferung von Elektrolyseuren mit rund 300 MW Gesamtkapazität für das Projekt „Andalusian Green Hydrogen Valley“ (H2News berichtete). Nach Unternehmensangaben stellt das Vorhaben die größte Anlage für grünen Wasserstoff in Südeuropa dar.

Zusätzlich erhielt der Elektrolyseur-Anbieter den Zuschlag für eine Front-End-Engineering- und Design-Studie (FEED) für ein 260-MW-Wasserstoffprojekt in Indien.

Rückgang bei Umsatz durch Sondereffekt

Im „CA“-Segment verdoppelte sich der Auftragseingang im zweiten Quartal des laufenden Berichtsjahres annähernd auf 140 Millionen Euro.

Beim Konzern-Umsatz verzeichnete Thyssenkrupp Nucera hingegen einen Rückgang: Im zweiten Quartal fiel er auf 50 Millionen Euro, nach 216 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ursache war laut Unternehmen ein Sondereffekt im „gH2“-Bereich durch höhere Projektkosten sowie die Vertragsauflösung eines Pilotprojekts. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im zweiten Quartal bei -65 Millionen Euro. Niedrigere Zinsen ließen zudem das Finanzergebnis im zweiten Quartal auf 2 Millionen Euro sinken.

Positiver entwickelte sich der Free Cashflow: Er verbesserte sich im zweiten Quartal auf 9 Millionen Euro, nach -5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen im zweiten Quartal bei 10 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum betrugen sie 8 Millionen Euro.

Unternehmen bestätigt Prognose für Geschäftsjahr

Thyssenkrupp Nucera hat die am 17. und 18. März aktualisierte Prognose für das Geschäftsjahr 2025/2026 bestätigt. So soll der Auftragseingang auf Konzernebene zwischen 550 und 850 Millionen betragen. Getragen werden soll er unter anderem von großskaligen Neubauprojekten in den Segmenten „gH2“ und „CA“. Das Unternehmen erwarte einen Konzernumsatz zwischen 450 und 550 Millionen Euro sowie ein Konzern-EBIT zwischen -80 und -30 Millionen Euro.

Für das „gH2“-Segment erwarte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 120 und 170 Millionen Euro und ein EBIT zwischen -125 und -90 Millionen Euro.

 

(Quelle: Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA/2026)

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