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Grüne Schifffahrt: Rolls-Royce und Partner entwickeln Methanolmotor

Rolls-Royce, Woodward L’Orange und WTZ Roßlau wollen bis Ende 2025 einen schnelllaufenden Verbrennungsmotor für Schiffe entwickeln. Der Clou: Mit grünem Methanol soll er CO2-neutral fahren.

von | 02.04.23

Wurde das im Motor zum Einsatz kommende Methanol im Power-to-X-Verfahren hergestellt, ist ein CO2-neutraler Betrieb möglich
(Bild: Robert Hack/ Rolls-Royce Power Systems AG)

02. April 2023 | Rolls-Royce, Woodward L’Orange und WTZ Roßlau wollen bis Ende 2025 einen schnelllaufenden Verbrennungsmotor für Schiffe entwickeln. Der Clou: Mit grünem Methanol soll er CO2-neutral fahren.

Das Ziel haben die drei Unternehmen bei einem Auftakttreffen in Friedrichshafen bestätigt. Sie arbeiten seit Anfang Januar am Verbundvorhaben „MeOHmare“, das das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) mit 8 Mio. € fördert.

„Wir bedanken uns für die Förderung und sind überzeugt, dass wir mit diesem erfahrenen Verbund aus Motorenhersteller, Einspritzsystemanbieter und Forschungsinstitut den Methanolmotor erfolgreich aufs Wasser bringen“, sagte Dr. Daniel Chatterjee, der bei Verbundkoordinator Rolls-Royce Power Systems für Technologiestrategie und Nachhaltigkeit verantwortlich ist.

„Grundlegende Neuentwicklungen notwendig“

Der für die Schifffahrt neue Kraftstoff Methanol erfordere signifikante Veränderungen des Motorkonzepts.

„Im Fokus der Entwicklungstätigkeiten stehen die Neuauslegung des Brennverfahrens mit Kraftstoffsystem, Aufladung und Motorregelung sowie aller kraftstoff-interagierenden Motorsubsysteme“, erläutert Mathias Müller, Projektleiter bei Rolls-Royce Power Systems und Verbundkoordinator von MeOHmare.

Woodward L’Orange, ein Hersteller von Einspritzsystemen für Großmotoren mit Sitz in Stuttgart, will im Projekt die Hochleistungs-Einspritzsysteme komplett neu entwickeln.

„Bislang gibt es für schnelllaufende Methanol-Schiffsmotoren noch keine serienreifen Einspritzsysteme. Methanol ist aufgrund seiner Eigenschaften ein anspruchsvoller Kraftstoff. Darum müssen neue Werkstoffe und Injektorkonzepte eingeführt werden“, erklärt Dr. Michael Willmann, Director Technology bei Woodward L‘Orange.

Die gemeinnützige Forschungseinrichtung Wissenschaftlich-Technisches Zentrum Roßlau wird im Verbund für den Aufbau eines Methanol-Dauerlaufprüfstandes, die Erprobung von Einspritzkomponenten und die Entwicklung einer Methanol-Förderpumpe verantwortlich sein.

„Mit diesem Projekt legen wir den Grundstein für den Aufbau eines Testzentrums zur Validierung von Einspritzsystemen mit alternativen Kraftstoffen“, erklärt Dr.-Ing. Christian Reiser, CEO bei der WTZ Roßlau gGmbH.

Warum Methanol für Schiffe?

Wird Methanol im Power-to-X-Verfahren hergestellt, ist ein CO2-neutraler Betrieb möglich. Der Hintergrund: Grüner Wasserstoff kann durch Synthese, unter Zugabe von CO2 aus der Luft, in sogenanntes E-Methanol weiterverarbeitet werden.

„Methanol sehen wir als den zukünftigen Kraftstoff für Schiffe an. Er ist ein Kraftstoff, der bereits in der chemischen Industrie eingesetzt und zukünftig grün hergestellt wird“, sagt Dr. Daniel Chatterjee.

Das BMWK fördert die Entwicklung im Rahmen des „Maritimen Forschungsprogramms“. Das Förderprogramm besitzt ein Fördervolumen von jährlich rund 60 Mio. €.

(Quelle: Rolls-Royce Holdings plc/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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