Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Grüner Stahl durch Wasserstoff: Milliardenförderung für Thyssenkrupp

Die EU-Kommission hat die Förderung des Dekarbonisierungsprojekts „tkH₂Steel“ in Höhe von rund zwei Milliarden Euro genehmigt. Thyssenkrupp will Wasserstofftechnologie in bereits bestehende Anlagen integrieren. Die Inbetriebnahme der neuen Anlagenkombination soll Ende 2026 stattfinden. 

von | 25.07.23

Wasserstoff statt Kohle: Im Rahmen des Dekarbonisierungsprojekts „tkH₂Steel“ rüstet Thyssenkrupp eine bereits bestehende Anlage um
Thyssenkrupp Steel Europe
Hochofen von Thyssenkrupp

25. Juli 2023 | Die EU-Kommission hat die Förderung des Dekarbonisierungsprojekts „tkH2Steel“ in Höhe von rund 2 Mrd. € genehmigt. Thyssenkrupp will Wasserstofftechnologie in bereits bestehende Anlagen integrieren. Die Inbetriebnahme der neuen Anlagenkombination soll Ende 2026 stattfinden.

Das Konzept zeichnet sich vor allem durch sein hohes Tempo aus. So werde schnell viel CO2 eingespart. Außerdem trage „tkH2Steel“ zur europäischen Wasserstoffwirtschaft bei und begünstige so Investitionen in den raschen Aufbau einer grenzübergreifenden Wasserstoffinfrastruktur. Laut Thyssenkrupp liegen die Eigeninvestitionen des Konzerns bei knapp 1 Mrd. €.

Bernhard Osburg, Vorstandsvorsitzender der Thyssenkrupp Steel Europe AG: „Unser Projekt ist ein wichtiger Beitrag zum Erreichen der Klimaziele in Deutschland und Europa und sichert zukunftsfähige Industriearbeitsplätze, auch in angrenzenden Branchen. Damit können wir auch international demonstrieren, dass Fortschritt, Wohlstand und Klimaschutz keine Widersprüche sind.

 

Wir danken der Bundesregierung und der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für die anhaltende und entschlossene Unterstützung bei der grünen Transformation unserer Stahlproduktion und das Vertrauen in unser Konzept. Wir setzten jetzt auf eine zeitnahe formale Gewährung durch die Bundesregierung.“

Dekarbonisierung der Stahlindustrie

Laut Thyssenkrupp ist der Kern des Konzeptes „tkH2Steel“ die Integration einer technologisch neuen Anlagenkombination in das nach eigenen Angaben größte europäische Hüttenwerk. Die Direktreduktions-Anlage ist 100 % wasserstofffähig und verfügt über eine Produktionskapazität von 2,5 Mio.t direkt reduziertem Eisen (DRI) pro Jahr. Sie sei in dieser technologischen Konzeption die erste Anlagenkombination ihrer Art weltweit. Sie fördere die Dekarbonisierung der Wertschöpfungskette Stahl und sichere unter anderem die Herstellung von Spezialwerkstoffen für die Energie- und Mobilitätswende.

So werde der Klimaschutz in Europa gefördert: Die jährliche Einsparung werde bei bis zu 3,5 Mio. t CO2 liegen. Die Inbetriebnahme soll ab Ende 2026 erfolgen. Thyssenkrupp will 2029 die Anlage planmäßig mit rund 143.000 t Wasserstoff pro Jahr betreiben. Das entspricht der Füllmenge des Gasometers Oberhausen, alle zwei Stunden, 365 Tage im Jahr.

Nach der Gewährung des vorgezogenen Maßnahmenbeginns hatte Thyssenkrupp Steel die SMS Group aus Düsseldorf Ende Februar mit dem Engineering, der Lieferung und dem Bau der DRI-Anlage sowie der beiden Einschmelzer und der zugehörigen Nebenaggregate am Standort Duisburg beauftragt. Die Detailplanung sowie die bauvorbereitenden Maßnahmen seien entsprechend fortgeschritten.

In diesem Video stellt Thyssenkrupp seine Klimastrategie „tkH2Steel“ vor:

(Quelle: Thyssenkrupp/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“
„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“

Das Start-up NextHeat hat zum Ziel, die Prozesswärme in der Industrie durch den Einsatz von Wasserstoff zu dekarbonisieren. Im Gespräch mit H₂News erklärt der Business Development Manager Fernando Reichert, wie diese Vision entstanden ist, wie die Komplettlösung des Unternehmens aufgebaut ist und an welcher Stelle ein Algorithmus zur intelligenten Stromnutzung verwendet wird. Mit Blick auf die Kunden wird sichtbar: Die Einsatzbereiche der NextHeat-Technologie sind vielfältig.

mehr lesen
„Giga PtX“-Projekt: Rheinmetall und ITM Power kooperieren
„Giga PtX“-Projekt: Rheinmetall und ITM Power kooperieren

Am 17.04. sind der britische Elektrolyseur-Hersteller ITM Power plc und der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall AG eine strategische Zusammenarbeit eingegangen. Im Mittelpunkt der Kooperation stehe das „Giga PtX“-Projekt des Rüstungsunternehmens. Ziel des Vorhabens ist der Aufbau eines europaweiten Netzwerks dezentraler Produktionsanlagen, die synthetische Kraftstoffe für die Streitkräfte der NATO (Nordatlantikpakt-Organisation) bereitstellen sollen.

mehr lesen
Pipeline-Transport: Flüssige Derivate per bis zu zehnmal günstiger als Wasserstoffgas
Pipeline-Transport: Flüssige Derivate per bis zu zehnmal günstiger als Wasserstoffgas

Flüssige Wasserstoffderivate wie Methanol können per Pipeline bis zu zehnmal günstiger transportiert werden als Wasserstoffgas. Das zeigt eine aktuelle Fallstudie des Fraunhofer-Instituts für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI). Die Forschenden haben darin eine Kostenanalyse und ein reales Routenmodell der Strecke Triest–Karlsruhe bewertet.

mehr lesen

H2 Talk

„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“
„Explosionsschutz ist eine Schlüsseltechnologie für die Wasserstoffwirtschaft“
„International sehen wir ein enormes Wachstumspotenzial im Wasserstoffmarkt“

Publikationen