Grüner Stahl: Salzgitter schreibt erstmals Wasserstoffbedarfe aus

Stahlproduzent Salzgitter AG hat im Rahmen seines Salcos-Programms die erste Ausschreibung von Wasserstoffbedarfen angekündigt. Ab sofort können sich Wasserstoffproduzenten für die Teilnahme an der Ausschreibung registrieren und im weiteren Prozess ihre Angebote unterbreiten.

von | 25.06.24

Die neue DRI-Anlage auf dem Salzgitter-Gelände benötigt große Mengen Wasserstoff
© Salzgitter AG
Wasserstoffbedarfe

25. Juni 2024 | Stahlproduzent Salzgitter AG hat im Rahmen seines Salcos-Programms die erste Ausschreibung von Wasserstoffbedarfen angekündigt. Ab sofort können sich Wasserstoffproduzenten für die Teilnahme an der Ausschreibung registrieren und im weiteren Prozess ihre Angebote unterbreiten. Ersten Angaben zufolge ist der Wasserstoffbedarf des niedersächsischen Konzerns immens.

Wasserstoffbedarfe entstehen dort, wo Wasserstoff verbraucht wird. Und das will die Salzgitter AG schon ab 2026 tun: Bis zu 150.000 t Wasserstoff pro Jahr soll allein der Standort Salzgitter benötigen. Die Nutzung erfolgt im Rahmen der ersten von insgesamt drei Ausbaustufen des Grünstahl-Programms Salcos®-Salzgitter Low CO2 Steelmaking, durch das der Stahlhersteller seine CO2-Emissionen bis 2030 um 95 % reduzieren will.

Einen Teil des benötigten Wasserstoffs will Salzgitter ab 2026 in einer unternehmenseigenen 100-MW-Elektrolyse auf dem Werksgelände erzeugen. Diese befindet sich derzeit noch im Bau. Die erwartete Produktionsmenge liege bei rund 9.000 t pro Jahr.

2027 soll dann die externe Versorgung mit Wasserstoff beginnen. Voraussetzung hierfür sei die Anbindung an das Wasserstoff-Kernnetz; „im Einzelfall“ seien auch weitere Bezugswege realisierbar. Auch nach 2027 beginnende Wasserstofflieferungen werde der Konzern im Zuge der ersten Ausschreibung berücksichtigen.

Erste Partner für Wasserstoffbedarfe stehen bereits fest

Mit ersten Partnern seien bereits konkrete Wasserstoff-Lieferungen geplant. Ende April hatte Salzgitter etwa eine entsprechende Vereinbarung mit dem Gashändler Uniper bekanntgegeben. Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender von Salzgitter, unterstrich, dass sich das Salcos-Programm nur mit einer „zeitnahen Anbindung“ des Standortes Salzgitter an das Wasserstoff-Kernnetz realisieren lasse:

„Wir setzen mit Vorliegen der beihilferechtlichen Genehmigung auf einen baldigen Antrag der FNB Gas für das Kernnetz bei der Bundesnetzagentur und erwarten einen verlässlichen Zeitplan für den Aufbau des Wasserstoff- Kernnetzes, dessen Bau entschlossen angegangen werden muss.“

Weitere Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier.

 

(Quelle: Salzgitter AG/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Siemens digitalisiert 100-MW-Wasserstoffanlage in Portugal
Siemens digitalisiert 100-MW-Wasserstoffanlage in Portugal

Der Technologiekonzern Siemens AG digitalisiert die geplante 100-MW-Anlage „GalpH2Park“ des Energieunternehmens Galp Energia SGPS S.A. im portugiesischen Sines. Mithilfe eines digitalen Prozesszwillings soll die Hydrogen Performance Suite (HPS) die Produktionsplanung und den Energieeinkauf optimieren. Laut Siemens sind dadurch Energieeinsparungen von bis zu 15 Prozent möglich. Nach eigenen Angaben wird die Anlage eine der größten Anlagen für erneuerbaren Wasserstoff in Europa sein.

mehr lesen
Tesa bezieht Wasserstoff von EWE aus Emden
Tesa bezieht Wasserstoff von EWE aus Emden

Der Energieversorger EWE AG und der Klebeband-Hersteller Tesa SE haben Anfang Oktober einen Liefervertrag über jährlich 500 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff unterzeichnet. Ab 2028 soll der H2 aus Emden das Tesa Werk Hamburg versorgen und die CO2-Emissionen dort um rund 6.000 Tonnen pro Jahr senken. Eingesetzt werden soll der Wasserstoff im Werk für die Dampferzeugung.

mehr lesen
„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“

Vom Abgassystem zur Brennstoffzelle: Purem by Eberspächer bringt seine Erfahrung aus der Akustik- und Abgasreinigungstechnik gezielt in den Wasserstoffbereich ein. Im Interview erklärt Patrick Schaller, Product Director für Wasserstoffanwendungen und -komponenten, wie der De-Hydrator die Dampfbildung an Brennstoffzellenfahrzeugen reduziert und wie der Hydrogen Recirculation Blower (HRB) durch Rezirkulation von Wasserstoff die Effizienz steigert. Beide Technologien haben bereits erste Praxistests bestanden. Ende Oktober präsentiert Purem by Eberspächer beide Lösungen live auf der Hydrogen Technology World Expo in Hamburg.

mehr lesen

H2 Talk

„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“
„Der Mittelstand ist das Kraftwerk unserer Wirtschaft"

Publikationen