Die SHS-Stahl-Holding-Saar Gruppe mit ihren Beteiligungen Dillinger, Saarstahl und Rogesa hat mit dem französischen Energieunternehmen Verso Energy einen Wasserstoff-Liefervertrag unterzeichnet. Dies meldeten die Unternehmen am 5. September. Der Vertrag sieht ab 2029 die jährliche Lieferung von mindestens 6.000 Tonnen grünem Wasserstoff über eine Laufzeit von zehn Jahren vor.
Der Vertrag ist das Ergebnis eines Ausschreibungsverfahrens, das Rogesa im März 2024 gestartet hatte. Laut Meldung der SHS wird Verso Energy RFNBO-zertifizierten Wasserstoff liefern, der auch nach EU-Kriterien als ‚grün‘ gilt.
Die SHS-Gruppe hatte bereits 2020 als erstes deutsches Stahlunternehmen Wasserstoff im industriellen Maßstab in der Stahlproduktion eingesetzt, wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilt.

Bei der Vertragsunterzeichnung, v.l.n.r.: Romain Verdier (Verso Energy), Stefan Rauber (SHS – Stahl-Holding-Saar, Saarstahl und Dillinger), Gitta Connemann (Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie), Jonathan Weber (SHS – Stahl-Holding-Saar, Saarstahl und Dillinger), Jürgen Barke (Wirtschaftsminister des Saarlandes), Xavier Caïtucoli (Verso Energy), Frank Becker (Rogesa) (© SHS – Stahl-Holding-Saar)
Wasserstoff-Produktion in Carling geplant
Verso Energy will den Wasserstoff im Projekt CarlHYng (Carling Hydrogen Next Generation) produzieren. Das Unternehmen investiert an dem Standort im französischen Carling nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen Euro in den Bau eines Elektrolyseurs, der Strom aus erneuerbaren Energien nutzt.
Der Wasserstoff soll anschließend in das geplante mosaHYc-Leitungsnetz (moselle-saar-hydrogen-conversion) eingespeist und an den Stahlstandort Dillingen transportiert. Das deutsch-französische Leitungsnetz wird von den Netzbetreibern Creos Deutschland Wasserstoff GmbH und NaTran Deutschland SA errichtet. NaTran hatte im Aprill 2024 die finale Investitionsentscheidung für das Pipeline-Projekt getroffen. Es umfasst 70 Kilometer Leitungsumstellung und 20 Kilometer Neubau.
Ziel: CO₂-neutrale Stahlherstellung bis 2045
Durch die Nutzung erster Wasserstoffmengen, Stahlschrott und neuer Anlagentechnologie (Direktreduktionsanlage und Elektrolichtbogenöfen) an den Standorten Dillingen und Völklingen kann die SHS-Gruppe nach eigenen Angaben ihre CO₂-Emissionen um bis zu 55 Prozent bis Anfang der 30er Jahre reduzieren. Das langfristige Ziel der Saarländer ist die CO₂-Neutralität bis 2045.
„Wir gehen unseren Weg zur klimafreundlichen Stahlproduktion in Deutschland und im Saarland unbeirrt weiter“, erklärte Stefan Rauber, Geschäftsführer der SHS-Stahl-Holding-Saar und Vorsitzender des Vorstandes von Saarstahl und Dillinger. „Die Verfügbarkeit von erneuerbarem Wasserstoff ist ein wichtiges Kriterium für den Erfolg unseres Dekarbonisierungsprojektes Power4Steel.“
In der Endausbaustufe plant die SHS-Gruppe den jährlichen Einsatz von bis zu 120.000 Tonnen Wasserstoff. Damit wäre sie perspektivisch der größte Abnehmer in der Region. Power4Steel erhält Fördermittel in Höhe von 2,6 Milliarden Euro von Bund und Land.
Den entsprechenden Fördebescheid hatte der damalige Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck Ende 2023 in Aussicht gestellt. Die EU-Kommission bewilligte die staatliche Beihilfe kurz darauf. Als einer der größten Stahlhersteller Deutschlands produziert die SHS-Gruppe rund 5 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr.







