Die verfügbaren afrikanischen Wind- und Solarressourcen können zu dem Ausbau der grünen Wasserstoffproduktion beitragen. Das zeigt ein Analysebericht des Energieverbands EIC aus dem Januar 2026.
Nordafrika will nach Europa exportieren
Mehr als die Hälfte der derzeit aktiv entwickelten Wasserstoffprojekte in Afrika entfalle auf Nordafrika. 37 Projekte würden allein in Ägypten und Marokko umgesetzt werden. Die beiden Länder verfolgten damit das Ziel, sich als Exporteure von grünem Wasserstoff für Europa zu etablieren. Deutschland gelte dabei als einer der wichtigsten Zielmärkte. Im Rahmen dessen seien Pipeline-Netze geplant, die nordafrikanische Wasserstoffproduzenten mit europäischen Verbrauchern verbinden.
Südafrika verfolge hingegen die Produktion von grünem Ammoniak. Das Land sieht dabei den Export des Gases nach Asien, unter anderem nach Japan und Südkorea, vor.
Hoher Strombedarf, begrenzte Infrastruktur
Jedoch steht der Kontinent laut Analysebericht vor diversen Herausforderungen: Wasserknappheit, eine begrenzte Infrastruktur sowie ein hoher lokaler Strombedarf wirken sich auf den Zubau von Wasserstoffprojekten aus.
Internationale Zusammenarbeit im Fokus
So werde auf kurze Sicht erwartet, dass Projekte in Afrika auf internationale Zusammenarbeit angewiesen sind, um beispielsweise wichtige Ausrüstungsteile zu erhalten. Gleichzeitig stehe die Modernisierung der Infrastruktur und des Anlagenbetriebs sowie die Instandhaltung zukünftiger Anlagen vor Ort im Fokus.
Eine weitere Möglichkeit ist nach Verbandsangaben die Einführung von Finanzierungsmechanismen, wie sie bereits in Europa existieren. Diese Mechanismen könnten die frühe Projektentwicklung unterstützen und die Projekte bis zu der endgültigen Investitionsentscheidung (FID) führen.










