Den Spatenstich für die Anlage vollzog das Verkehrsunternehmen auf dem Gelände des eigenen Aus- und Weiterbildungszentrums für digitale und klimaneutrale Mobilität (AWM) an der Peterheide. Das Gewerbegebiet liegt im Westen der Stadt Mechernich. Das AWM soll Fahr- sowie Sicherheitstrainings anbieten, um Fahrpersonal in seiner Aus- und Weiterbildung zu schulen. Planung und Errichtung übernehme im Auftrag der RVK das Ingenieurbüro Ingenion GmbH. Betreiber werde hingegen nach Fertigstellung das Verkehrsunternehmen selbst.
Das Bundesministerium für Verkehr fördert das Projekt mit insgesamt 15,1 Millionen Euro: 7,9 Millionen Euro entfallen auf die Tankstelle, 3,1 Millionen Euro auf den Elektrolyseur. Weitere 4,1 Millionen Euro stammen aus einem bewilligten Aufstockungsantrag. Die Förderquote beträgt damit 80 Prozent für die Tankstelle sowie 45 Prozent für den Elektrolyseur.
Tankstelle stellt Wasserstoff für Busse, Pkw und Lkw bereit
Der Elektrolyseur soll 36 Kilogramm grünen Wasserstoff pro Stunde produzieren. Das entspreche laut RVK einer stündlichen Herstellung von etwas mehr als zwei Tankfüllungen für Wasserstoffbusse. Eine vollständige Busbetankung dauere zudem weniger als zehn Minuten. Das Unternehmen habe die Stromversorgung für die Wasserstoffproduktion ausgeschrieben; infrage würden Photovoltaik- und Windanlagen kommen.
An der Tankstelle sollen zwei Säulen mit einer Druckleistung von je 350 Bar für Busse sowie eine Säule mit 700 Bar für Pkw und Lkw bereitstehen. Die bei der Wasserstoffproduktion entstehende Abwärme soll künftig als Nahwärme für die Gebäude des AWM genutzt werden.
RVK-Geschäftsführer Dr. Marcel Frank erklärte: „Da die Tankstelle frei zugänglich ist, tragen wir diese emissionsfreie Antriebsform über unsere Unternehmensgrenzen hinaus in die Region.“
Zweite Anlage entsteht parallel in Bergisch Gladbach
Mechernich soll einer von zwei Standorten sein, an denen die RVK künftig grünen Wasserstoff produzieren will. Eine weitere Anlage entsteht parallel an dem im Bau befindlichen Grünen Mobilhof in Bergisch Gladbach. Der neue Betriebshof des Verkehrsunternehmens soll Fahrzeuge mit alternativen Antrieben beherbergen sowie ebenfalls eine Wasserstofftankstelle mit integriertem Elektrolyseur erhalten (H2News berichtete). Beide Anlagen sollen Ende 2026 in Betrieb genommen werden.
Das AWM selbst befindet sich noch in der Planungsphase; ein Förderantrag für das 114-Millionen-Euro-Projekt wurde kürzlich bei der Bezirksregierung Köln eingereicht. Der Baubeginn ist dann für Mitte 2027 vorgesehen.











