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Guinness-Weltrekord: Wasserstoffzug schafft 2.803 Kilometer ohne zu tanken

Der Flirt H2 hat einen Weltrekord aufgestellt: Der Wasserstoffzug von Stadler fuhr eine Strecke von 2.803 Kilometern ohne Nachtanken oder Aufladung. Damit bekam er die Auszeichnung des Guinness-Weltrekords für die längste Strecke, die ein wasserstoffbetriebener Personenzug an einem Stück zurückgelegt hat. 

von | 26.03.24

Stadler gibt an, als erster Zughersteller der Welt Wasserstoff-Schmalspurzüge zu produzieren
© Stadler Rail AG
Stadler Flirt H2

26. März 2024 | Der Flirt H2 hat einen Weltrekord aufgestellt: Der Wasserstoffzug von Stadler fuhr eine Strecke von 2.803 km ohne Nachtanken oder Aufladung. Damit bekam er die Auszeichnung des Guinness-Weltrekords für die längste Strecke, die ein wasserstoffbetriebener Personenzug an einem Stück zurückgelegt hat.

Die Weltrekordfahrt begann am Abend des 20. März (MST), als der Zug zu seinen ersten Runden auf der Teststrecke aufbrach. Am 22. März um 17:23 Uhr (MST), was dem 23. März um 00:23 Uhr (CET) entspricht, beendete der Wasserstoffzug seine Rekordfahrt. Insgesamt legte der Zug mit einer einzigen Tankfüllung 2.803 km in über 46 h zurück. Damit hält der Flirt H2 von Stadler offiziell den Weltrekord für die längste Strecke, die ein wasserstoffbetriebener Personenzug ohne Nachtanken oder Aufladung zurücklegt.

Der Rekordversuch fand im Ensco-Testzentrum in Colorado statt, wo das Fahrzeug seine Typprüfung absolviert hatte. Im Schichtbetrieb wechselten sich Teams von Stadler und Ensco bei der Fahrt ab. Vor, während und nach dem Rekordversuch wurden detaillierte Aufzeichnungen geführt, um eine genaue und transparente Beweisführung zu gewährleisten.

Zweiter Rekord für Flirt-Zug

Stadler präsentierte den Flirt H2 im Jahr 2022 auf der InnoTrans in Berlin. Verschiedene Varianten wurden entwickelt, um Brennstoffzellen und Wasserstoffspeicher in die Produktlinie des Flirt-Nahverkehrszugs zu integrieren. Diese wurden seitdem getestet; zunächst in der Schweiz und seit kurzem auch auf der Teststrecke in Colorado. Um die „Zuverlässigkeit und die Leistungsfähigkeit dieses innovativen Triebzugs unter Beweis zu stellen“, unternahm Stadler den Rekordversuch.

Der Wasserstoffzug für die San Bernardino County Transportation Authority (SBCTA) ist der zweite Zug von Stadler mit alternativem Antrieb, der einen Guinness-Weltrekordtitel aufstellt. Im Dezember 2021 stellte der Flirt Akku, das batteriebetriebene Modell, mit 224 km in Deutschland den Weltrekord für die längste Fahrt mit einem Batteriezug im reinen Batteriebetrieb auf.

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Technische Details zum Flirt H2

Der erste Flirt H2 wurde für die SBCTA entwickelt und gebaut. Dieser besteht aus zwei elektrisch angetriebenen Endwagen und einem Powerpack in der Mitte. Dieser Mittelwagen enthält die Brennstoffzellen und Wasserstofftanks. Der Strom der Brennstoffzelle wird an eine Traktionsbatterie weitergeleitet. Die Batterie versorgt dann den Antrieb des Fahrzeugs mit der benötigten Leistung. Diese Konfiguration ermöglicht auch die Rückspeisung von Bremsenergie in die Batterie.

Der Zug bietet Sitzplätze für 108 Passagiere und die Höchstgeschwindigkeit beträgt laut Hersteller etwa 130 km/h. Darüber hinaus ist er auch für den Einsatz bei hohen Umgebungstemperaturen von bis zu 49 °C ausgelegt.

Großes Interesse an Wasserstoffzügen

Caltrans, die Verkehrsbehörde des Bundesstaates Kalifornien, hat 2023 vier Wasserstoffzüge bestellt und Anfang 2024 einen Vertrag für weitere sechs unterschrieben. Diese Züge sollen eine höhere Fahrgastkapazität haben und aus vier Wagen und einem Powerpack bestehen.

International bestehe ein großes Interesse an den wasserstoffbetriebenen Zügen von Stadler. Erst kürzlich erfolgte eine Bestellung von weiteren Wasserstoffzügen für Kalifornien. Aber auch von europäischen Bahnbetreibern seien bereits Bestellungen erfolgt, so Stadler. Im Januar hat der Fahrzeugbauer einen Vertrag mit dem italienischen Bahnbetreiber Ferrovie della Calabria (FdC) geschlossen und auch die ARST habe wasserstoffbetriebene Züge bestellt.

Wasserstoffzüge bieten eine emissionsfreie Antriebslösung dort, wo es bisher keine Alternative zum Diesel gab: auf Strecken ohne Oberleitung. In Deutschland betrifft das rund ein Drittel der Bahnstrecken.

 

(Quelle: Stadler Rail Group/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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