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H₂-Projekt Hy-NATuRe: Wasserstoffwirtschaft in Tübingen und Reutlingen

Gut ein Jahr lang haben die Landkreise Tübingen und Reutlingen am Projekt „Hy-NATuRe“ gearbeitet. Am Donnerstag, 29. Juni 2023, fand die vorläufige Abschlussveranstaltung des Projekts mit 60 regionalen Akteur:innen statt.

von | 18.07.23

Tübingen hat rund 90.000 Einwohner und liegt ca. 30 km südlich von Stuttgart
pixabay/hbieser
pixabay/hbieser

18. Juli 2023 | Gut ein Jahr lang haben die Landkreise Tübingen und Reutlingen am Projekt „Hy-NATuRe“ gearbeitet. Nun hat die vorläufige Abschlussveranstaltung des Projekts mit 60 regionalen Akteur:innen stattgefunden. Schon 2030 könnte der Wasserstoffbedarf hier bei rund 50 GWh im Jahr liegen.

Die Landkreise präsentierten dort ihre gemeinsam entwickelte Roadmap für eine regionale Wasserstoffwirtschaft. Sie wurde von ausgewählten Wasserstoffexpert:innen unter Leitung des Ingenieurbüros Emcel erarbeitet.

Die Roadmap enthält Handlungsempfehlungen an Politik, Verwaltung und Unternehmen der Region Neckar-Alb. Um eine regionale Wasserstoffwirtschaft zu etablieren, sollen das entstandene Wasserstoffnetzwerk ausgebaut und die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden. Die Expert:innen empfahlen auch, Lernwerkstätten einzurichten und Genehmigungsprozesse vor allem für kleine Wasserstofferzeuger zu vereinfachen.

Grundlage der Roadmap sind Berechnungen, wie viel Wasserstoff in der Region benötigt wird und erzeugt werden könnte. Prognosen zufolge soll der Wasserstoffbedarf in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen bis 2030 bei etwa 1.500 t bzw. 50 GWh liegen. Bis 2045 soll er auf etwa 13.500 t bzw. 450 GWh steigen.

Wasserstoff in Verkehr und Gebäudetechnik

In einer Modellierung wurden die Erzeugungs- und Bedarfspotenziale gegenübergestellt. Laut der Modellierung soll bis 2035 ein Großteil des benötigten Wasserstoffs regional erzeugt werden können.

Zahlreiche Vorhaben zur Erzeugung von grünem Wasserstoff aus erneuerbarem Strom mittels Elektrolyse und aus Biogas sind bereits in der Region im Gange. Der erzeugte Wasserstoff soll zukünftig unter anderem für den Betrieb von Wasserstoffbussen, Wasserstoff-Lkw und Wasserstoffnutzfahrzeugen eingesetzt werden. Auch wasserstoffbetriebene Zügen sind denkbar.

Mittelfristig sollen der Einsatz von regionalem, grünen Wasserstoff im Bereich Gebäudetechnik und die Umstellung von Industrieprozessen dazu beitragen, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen in den Landkreisen zu verringern.

Abschlussveranstaltung mit reger Beteiligung

Nicht nur wie hier in Tübingen und Reutlingen, sondern auch in vielen anderen Regionen Deutschlands finden HyLand Projekte statt (Quelle: pixabay/onkelramirez1)

Auf der Abschlussveranstaltung konnten sich die Teilnehmer:innen mit Expert:innen über Fördermöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit und Geschäftsmodelle sowie Technologie- und Marktentwicklungen informieren und austauschen.

Der Reutlinger Landrat Dr. Ulrich Fiedler freute sich über die breite Beteiligung der Region am Projekt: „Unser Ziel ist es, eine der führenden Wasserstoffregionen zu werden. Denn wir sind überzeugt, dass die Wasserstofftechnologie einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation unserer Region in eine klimaneutrale Zukunft leisten wird.“

Von der Praxistauglichkeit verschiedener Wasserstofffahrzeuge konnten sich die Teilnehmenden der Abschlussveranstaltung direkt auf dem Gelände der Tübinger Westspitze ein Bild machen: dort wurden ein neuer Brennstoffzellenbus, ein Toyota Mirai und ein wasserstoffbetriebenes Lastenrad vorgestellt.

Hy-NATuRe soll fortbestehen

Eine aktuell für das Projekt durchgeführte Umfrage verdeutlicht, dass die beteiligten Akteur:innen weiterhin das Interesse und den Bedarf an einer Fortsetzung der Aktivitäten von Hy-NATuRe haben. Dazu gehören Netzwerktreffen, Workshops und Informationsveranstaltungen, um die Wasserstoffwirtschaft in der Region weiter voranzubringen. Die beiden Landkreise werden das Netzwerk weiterführen.

Die Abteilungsleiterin der Wirtschaftsförderung des Landkreises Tübingen Anke Armbrust-Hikel betonte: „Der Landkreis Tübingen als Innovationsstandort unterstützt den Grünen Wasserstoff als Energieträger und wichtige technologische Weiterentwicklung, dessen Produktion und Einsatz ein bedeutender Baustein für eine nachhaltige Zukunft unserer regionalen Wirtschaft ist und ein lokaler Beitrag zur Umsetzung der europäischen Klimaschutzziele.“

Die HyLand Wasserstoffregionen

„HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ ist ein 2019 vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) ausgerufener Wettbewerb, der sich bereits in der zweiten Runde befindet. In der ersten Runde war der Landkreis Reutlingen 2020/21 bereits als HyStarter-Region erfolgreich.

In der zweiten Wettbewerbsstufe HyExperts haben sich die Landkreise Reutlingen und Tübingen gemeinsam erfolgreich beworben. Die Entwicklung der Region „Hy-NATuRe“ als Wasserstoffregion wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP2) mit insgesamt 400.000 € durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.

Weitere Informationen zu HyLand

 

(Quelle: Landkreis Tübingen/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Die Abschlussveranstaltung des Projekts „Hy-NATuRe“ fand in Tübingen statt

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