H2 aus dem Ölfeld: US-Unternehmen produziert unterirdischen Bio-Wasserstoff

Mikroben verwandeln Ölreste in Wasserstoff: Das US-Unternehmen Gold H2 hat erstmals Wasserstoff im Untergrund eines erschöpften Ölfelds produziert. Der Feldversuch in Kalifornien erreichte nach Unternehmensangaben eine Wasserstoffkonzentration von 40 Prozent im Gasstrom und soll den Weg für eine alternativ Art der H2-Produktion ebnen – der angestrebte Preis liegt bei weniger als 0,50 Dollar pro Kilogramm.

von | 08.07.25

Aufnahme vom Feldversuch an einem ausrangierten Ölfeld in Kalifornien
Bild: Gold H2
Gold H2
Gold H2 hat den nach eigenen Angaben weltweit ersten Feldversuch zur unterirdischen Bio-Produktion von Wasserstoff durchgeführt. Das Clean-Tech-Unternehmen aus Houston führte die Demonstration in einem erschöpften Ölfeld im San Joaquin Basin in Kalifornien durch, wie das Unternehmen am 25. Juni mitteilte.
Die Technologie nutzt Mikrobiologie in erschöpften Ölreservoirs, um Wasserstoff unterirdisch zu erzeugen. Nach Unternehmensangaben macht dies neue Bohrungen, Elektrolyse oder energieintensive Oberflächenanlagen überflüssig. ChampionX, ein ebenfalls aus Texas stammender Anbieter von Lösungen zur Öl- und Gasförderung, fungierte als Dienstleister für den Ölfeldbetrieb.
Das Verfahren nutzt die bestehende Infrastruktur zur Wasser-Injektion, um Mikroben in ausrangierte Ölreservoirs einzubringen. Dort wandeln sie Ölreste in einen wasserstoffreichen Gasstrom um, der über die bestehenden Bohrungen an die Oberfläche geleitet wird. Anschließend wird Wasser in das Ölfeld reinjiziert, während der Wasserstoff abgetrennt und weitertransportiert wird. Details zu den eingesetzten Mikroorganismen und den spezifischen biologischen Prozessen gab das Unternehmen nicht bekannt.

Biotechnologie nutzt bestehende Infrastruktur

Der Versuch erreichte laut Gold H2 eine Wasserstoffkonzentration von 400.000 ppm im produzierten Gasstrom, was einem Anteil von 40 Prozent entspricht. Das Unternehmen strebt Wasserstoff-Produktionskosten von unter 0,50 Dollar pro Kilogramm an.

Alleine die erschöpften Ölfelder Kaliforniens könnten nach Angaben von Gold H2 bis zu 250 Milliarden Kilogramm kohlenstoffarmen Wasserstoff liefern. Diese Menge würde ausreichen, um eine Stadt wie Los Angeles 50 Jahre lang mit emissionsfreier Energie zu versorgen. Das globale Potenzial der Technologie sei indes noch deutlich größer. CEO Prabhdeep Singh Sekhon erklärte in einer Pressemitteilung:

„Gold H2 exists to do what no one ever has: produce clean hydrogen directly in the subsurface using biology, engineering, and existing energy infrastructure. This field trial is tangible proof. We’ve taken a climate liability and turned it into a scalable, low-cost hydrogen solution. It’s a new blueprint for decarbonization, built for speed, affordability, and global impact.”

 „Turning depleted oil fields into clean hydrogen generators“

Als nächstes wollen die US-Amerikaner die Markteinführung ihres Verfahrens mit weiteren Pilotprojekten und strategischen Partnerschaften international ausrollen. Das Unternehmen kooperiert mit Energieunternehmen, Investoren und öffentlichen Institutionen. Jillian Evanko, CEO und Präsidentin von Chart Industries, Inc. und Investorin bei Gold H2, kommentierte:

 „By turning depleted oil fields into clean hydrogen generators, Gold H2 has provided a roadmap to produce low-cost, low-carbon energy using the very infrastructure that powered the last century. This changes the game for how the world can decarbonize heavy industry, power grids, and economies, faster and more affordably than we ever thought possible.”

Forschungsinstitute weltweit arbeiten an der Wasserstoffproduktion mithilfe von Bakterien, wobei unterschiedliche Ansätze genutzt werden.
(Quelle: Gold H2/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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