Im Chemiepark Delfzijl baut HyEnergy TransStore B.V. einen H2 Hub auf, der bereits ab diesem Jahr eine zentrale Rolle in der niederländischen Wasserstoffversorgung einnehmen soll. Das Unternehmen des Initiators Edward Doorten finanziert das Projekt über Subventionen und Industriepartner. Die Kernaufgabe des Hubs ist die Abfüllung von grünem Wasserstoff in Trailer zur überregionalen Verteilung.
Der Wasserstoff stammt aus der Chloralkali-Elektrolyse eines nahegelegenen Chemieparks. In einem weiteren Schritt soll die Kapazität auf bis zu 4.000 kg grünen Wasserstoff pro Tag ausgebaut werden. Zur Reinigung und Verdichtung dieses Wasserstoffs liefert Neuman & Esser vier Membrankompressoren des Typs NEA|HOFER MKZ KTD 180. Sie verdichten den gereinigten Wasserstoff auf bis zu 420 bar. Dabei entsteht ein Betriebsdruck von bis zu 380 bar.
„Wir freuen uns, mit unseren Kompressorlösungen Teil dieses Projektes zu sein. Pionierprojekte wie dieses leisten einen wichtigen Beitrag für die Energiewende Europas sowie den Auf- und Ausbau der Wasserstoffwirtschaft“, sagt Ilya Asser, Geschäftsführer von Neuman & Esser Deutschland.
Entscheidend für den Einsatzbereich ist die Reinheit des Wasserstoffs. Der Vertriebsingenieur Christian Böhr erklärte, der Wasserstoff müsse auch nach der Verdichtung eine Reinheit von 99,999 Prozent aufweisen. Die Voraussetzung, um einen solch hohen Reinheitsgrad zu erreichen, ist, dass die Membrankompressoren Gase verdichten, ohne Öl oder Abrieb einzutragen. Das ermöglicht den direkten Einsatz in Brennstoffzellen wasserstoffbetriebener Fahrzeuge.
Chemiepark entwickelt sich zum Wasserstoff-Zentrum
Der Chemiepark Delfzijl ist bereits heute ein bedeutender Wasserstoffstandort im Norden der Niederlande, allerdings aktuell noch vorwiegend durch die Produktion von grauem Wasserstoff. Durch die Nähe zu Offshore-Windparks wird der Standort als idealer Hub für grüne H₂-Projekte gesehen. Einige Unternehmen haben dort auch bereits erneuerbare Wasserstoffprojekte angekündigt.
So beispielsweise HyCC, die im Rahmen des Projekts „Djewels“ dort einen 20-MW-Elektrolyseur installieren und so bis zu 3.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr zur Herstellung von erneuerbarem Methanol produzieren wollen. Auch Lhyfe plant am selben Standort eine Produktionslange, allerdings mit einer etwas größeren Kapazität. Der 200-MW-Elektrolyseur soll mehr als 20.000 Tonnen grünen Wasserstoff jährlich herstellen können.
Der H2 Hub Delfzijl fügt sich in die nationale Wasserstoffstrategie der Niederlande ein. Das Land plant ein landesweites Hydrogen Backbone, das auf der bestehenden Infrastruktur des Groninger Gasnetzes aufbaut und Verbindungen zu den Nachbarländern herstellt. Eine Kaverne zur Wasserstoffspeicherung entlang des Backbones soll künftig einen kontinuierlichen Versorgungsfluss zu industriellen Abnehmern sicherstellen.
(Quelle: Neuman & Esser/2026)











