Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

H2-Importe: Großes Ammoniak-Terminal eröffnet in Brunsbüttel

Yara International hat ein Ammoniak-Importterminal in Brunsbüttel an der Nordsee eröffnet. Es befindet sich direkt am Nord-Ostsee-Kanal und soll damit ein „Knotenpunkt für die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland" werden. Mit dem neuen Terminal kann der norwegische Yara-Konzern, nach eigenen Angaben der größte Düngemittelhersteller der Welt, insgesamt bis zu drei Millionen Tonnen emissionsarmes Ammoniak pro Jahr nach Europa importieren.

von | 09.10.24

Luftansicht des Terminals in Brunsbüttel mit Hafen im Hintergrund
© Yara
H2-Importe

Die Einweihung des Terminals für H2-Importe erfolgte am vergangenen Mittwoch (2. Oktober) im Beisein deutscher und norwegischer Politiker und Wirtschaftsvertreter. Wie Yara an diesem Tag meldete, will es mit dem Terminal sein Kerngeschäft mit Stickstoff stärken. Gleichzeitig lege es die Grundlage für ein Wachstum auf dem künftigen Wasserstoffmarkt.

„Mit seiner führenden globalen Ammoniak-Position kann Yara dazu beitragen, die deutsche Wasserstoffwirtschaft anzukurbeln und den Grundstein für eine Netto-Null-Zukunft zu legen“, so Yara Clean Ammonia-CEO Hans Olav Raen bei der Einweihung.  Als weltweit größter Verlader und Verteiler von Ammoniak befinde sich das Unternehmen in einer „Spitzenposition“, um Deutschland zu wettbewerbsfähigen Preisen mit emissionsarmen Ammoniak zu versorgen.

Bis zu 3 Millionen Tonnen der Wasserstoff-Stickstoff-Verbindung könne das Terminal in Brunsbüttel jährlich umsetzen. Dies entspräche 530.000 Tonnen Wasserstoff oder rund 5 % des Wasserstoff-Importziels der EU bis 2030. Yara ist bereits seit den 80er Jahren in Brunsbüttel aktiv, wie Werksleiter Sven Kohnke betonte. Die Einweihung bezeichnete er als „neuen Meilenstein“.

H2-Importe

Yara-Tanker am Import-Terminal (© Yara International)

Brunsbüttel kann H2-Importe an Rest Europas verteilen

Aufgrund der Lage des Terminals am Nord-Ostseekanal soll das angelandete Ammoniak direkt zu seinen Verwendungsorten weitertransportiert werden. Dort könnten Anlagen zur Ammoniak-Reformierung (sog. Ammoniak-Crackern) es dann in seine Bestandteile Wasserstoff und Stickstoff aufspalten. Insbesondere für die Dekarbonisierung energieintensiver Branchen wie der Stahl- und Chemieindustrie gilt dieses Verfahren derzeit als die wirtschaftlichste Art, um grünen Wasserstoff in großen Mengen bereitzustellen.

Emissionsarmes Ammoniak wird durch Elektrolyse unter Verwendung erneuerbaren Stroms oder durch Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) hergestellt. Neben der traditionellen Verwendung als Düngemittel gibt es zahlreiche weitere Anwendungsoptionen. Hierzu zählen die  Weiterverarbeitung zu emissionsarmen Treibstoffen, die Nutzung in der Industrie oder als Wasserstoffträger. Experten gehen daher davon aus, dass die Nachfrage nach emissionsarmem Ammoniak in Deutschland in den kommenden Jahren deutlich zunehmen wird.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz schätzt in seiner Wasserstoff-Importstrategie, dass bis 2030 bis zu 70 Prozent des zukünftigen Wasserstoff- bzw. Ammoniakbedarfs der Bundesrepublik importiert werden müssen. Danach sollen die Mengen noch höher sein. Die Anfang 2023 vereinbarte Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und Norwegen spielt in diesem Kontext eine wichtige Rolle: Im Juni eröffnete Yara offiziell seine Pilotanlage für erneuerbaren Wasserstoff in Norwegen. Nach Angaben des Unternehmens ist es die größte ihrer Art in Europa.

 

(Quelle: Yara/2024)

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Neue paneuropäische Wasserstoff-Allianz soll Dekarbonisierung beschleunigen
Neue paneuropäische Wasserstoff-Allianz soll Dekarbonisierung beschleunigen

Am 14. April wurde die „European Resilience Alliance for Clean Hydrogen & Derivatives“ (ERA) offiziell im Europäischen Parlament in Brüssel vorgestellt. Die ERA vereint Industrieunternehmen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Ziel des Zusammenschlusses ist der Ausbau der europäischen Energieresilienz und industrieller Wettbewerbsfähigkeit sowie die Beschleunigung der Dekarbonisierung.

mehr lesen
Konsortium entwickelt grünen Wasserstoffkorridor in der Ostsee
Konsortium entwickelt grünen Wasserstoffkorridor in der Ostsee

Die Northern Europe Energy Group, SEFE und das Baltic Sea Hydrogen Collector-Konsortium (BHC) haben auf der WindWorks 2026 in Riga ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Die drei Partner wollen grünen Wasserstoff vom nordisch-baltischen Raum nach Deutschland liefern. Ziel ist die Entwicklung einer integrierten Wertschöpfungskette mit konkreten Produktionszielen, gesicherter EU-Finanzierung und einem geplanten Infrastrukturkorridor.

mehr lesen

H2 Talk

„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“
„Explosionsschutz ist eine Schlüsseltechnologie für die Wasserstoffwirtschaft“
„International sehen wir ein enormes Wachstumspotenzial im Wasserstoffmarkt“

Publikationen

Netzmeister 2023

Netzmeister 2023

Erscheinungsjahr: 2023

Für die Instandhaltung der Gas-, Wasser- und Fernwärmerohrnetze, die den mit Abstand größten Teil des Anlagevermögens von Versorgungsunternehmen ausmachen, trägt der Netzmeister die Verantwortung. Um den täglichen Anforderungen gerecht werden zu ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Erscheinungsjahr: 2022

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 2. Band stehen die Themen „Gebäudetechnik“ und „Messtechnik“ im Fokus. Das ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Erscheinungsjahr: 2021

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 1. Band werden die Herausforderungen dargestellt, die Wasserstoff an die Gasinfrastruktur und den ...

Zum Produkt