N-Ergie: Neue Gasturbinen machen Heizkraftwerk H2-ready

Zwei neue Gasturbinen ersetzen im Heizkraftwerk der N‑Ergie künftig die beiden alten Maschinen, die nach 17 Jahren und über 100.000 Betriebsstunden am Ende ihrer technischen und wirtschaftlichen Lebenszeit angekommen sind. Die neuen Turbinen vom Typ SGT-800 B4 von Siemens Energy haben jeweils rund acht MW mehr Leistung als ihre Vorgänger, einen um rund 2 % gesteigerten Wirkungsgrad und sparen so zusammen im Vergleich zu den alten Turbinen pro Jahr rund 11.000 t CO2 ein. Darüber hinaus ist es möglich, bei der Verbrennung zunächst bis zu rund 15 Vol.-% Wasserstoff beizumischen, sobald dieser verfügbar ist.

von | 24.05.22

24. Mai 2022 | Zwei neue Gasturbinen ersetzen im Heizkraftwerk der N‑Ergie künftig die beiden alten Maschinen, die nach 17 Jahren und über 100.000 Betriebsstunden am Ende ihrer technischen und wirtschaftlichen Lebenszeit angekommen sind. Die neuen Turbinen vom Typ SGT-800 B4 von Siemens Energy haben jeweils rund acht MW mehr Leistung als ihre Vorgänger, einen um rund 2 % gesteigerten Wirkungsgrad und sparen so zusammen im Vergleich zu den alten Turbinen pro Jahr rund 11.000 t CO2 ein. Darüber hinaus ist es möglich, bei der Verbrennung zunächst bis zu rund 15 Vol.-% Wasserstoff beizumischen, sobald dieser verfügbar ist.

Die Gesamtinvestition für die Modernisierung der Gasturbinen liegt bei rund 30 Mio. €. Neben den Turbinen werden auch die Generatoren und das Abgassystem ausgetauscht. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2022 geplant.

Hintergrund zum Gas- und Dampfkraftwerk

Die Gasturbinen sind Komponenten des Gas- und Dampfkraftwerks (GuD), das nach dem Prinzip der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung funktioniert. Zunächst wird Erdgas in der Gasturbine verbrannt, die einen Generator antreibt und damit Strom für Nürnberg und die Region erzeugt. Die Abhitze aus der Gasturbine erhitzt und verdampft dann Wasser in einem nachgeschalteten Dampfkessel. Der heiße Wasserdampf mit einer Temperatur von über 500 Grad und einem Druck von 110 bar strömt anschließend über eine Dampfturbine und treibt dabei einen weiteren Generator zur Stromerzeugung an. Aus dem noch energiehaltigen Dampf wird schließlich Heizwärme gewonnen, die über das Fernwärmenetz direkt zu den Kund*innen gelangt. Der Gesamtwirkungsgrad dieses Kraft-Wärme-Kraftwerks liegt somit bei über 90 %. Im Vergleich dazu haben die modernsten Stromkraftwerke nur einen Wirkungsgrad von rund 60 %.

Weiterentwicklung des Kraftwerksstandorts

Bereits im Jahr 2005 stellte die N‑Ergie ihre Erzeugung in Nürnberg-Sandreuth von Kohle auf Erdgas und die GuD-Technologie um. 2012 folgte das Biomasse-Heizkraftwerk (BMHKW), das mit Hackschnitzeln aus regionalem Waldrestholz sowie aus der Landschaftspflege betrieben wird. Der Wärmespeicher, der Ende 2014 in Betrieb ging, macht das Heizkraftwerk noch flexibler und erhöht die Einspeisemöglichkeiten für erneuerbare Energien.

Das Heizkraftwerk produzierte im Jahr 2021 rund 850 Mio. kWh Strom und 1.400 Mio. kWh  Fernwärme. Mit der Kombination aus Gas- und Dampfturbinen-Anlage, Biomasse-Heizkraftwerk, Wärmespeicher und Elektroheizer können jährlich rund 200.000 Tonnen CO2 vermieden werden.

(N-Ergie/2022)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Eine neue Gasturbine im Heizkraftwerk der N-Ergie, davor: Maik Render (Mitglied des Vorstands der N-Ergie Aktiengesellschaft), Marcus König (Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg) und Norman Villnow (Geschäftsführer der N-Ergie Kraftwerke GmbH) (Quelle: N‑ERGIE / Silke Weiß)

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Tesa bezieht Wasserstoff von EWE aus Emden
Tesa bezieht Wasserstoff von EWE aus Emden

Der Energieversorger EWE AG und der Klebeband-Hersteller Tesa SE haben Anfang Oktober einen Liefervertrag über jährlich 500 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff unterzeichnet. Ab 2028 soll der H2 aus Emden das Tesa Werk Hamburg versorgen und die CO2-Emissionen dort um rund 6.000 Tonnen pro Jahr senken. Eingesetzt werden soll der Wasserstoff im Werk für die Dampferzeugung.

mehr lesen
„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“

Vom Abgassystem zur Brennstoffzelle: Purem by Eberspächer bringt seine Erfahrung aus der Akustik- und Abgasreinigungstechnik gezielt in den Wasserstoffbereich ein. Im Interview erklärt Patrick Schaller, Product Director für Wasserstoffanwendungen und -komponenten, wie der De-Hydrator die Dampfbildung an Brennstoffzellenfahrzeugen reduziert und wie der Hydrogen Recirculation Blower (HRB) durch Rezirkulation von Wasserstoff die Effizienz steigert. Beide Technologien haben bereits erste Praxistests bestanden. Ende Oktober präsentiert Purem by Eberspächer beide Lösungen live auf der Hydrogen Technology World Expo in Hamburg.

mehr lesen
Thyssenkrupp Nucera zentralisiert Montage von Elektrolysezellen
Thyssenkrupp Nucera zentralisiert Montage von Elektrolysezellen

Das Anlagenbauunternehmen Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA errichtet nach eigenen Angaben erstmals ein Montagezentrum für Elektrolysezellen in Europa. Der sogenannte „Assembly Hub“ liegt im portugiesischen Vila Nova de Gaia und soll 2028 den Betrieb aufnehmen. Beliefert werden sollen vor allem europäische Elektrolyseprojekte, darunter das Vorhaben „Onuba“.

mehr lesen

H2 Talk

„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“
„Der Mittelstand ist das Kraftwerk unserer Wirtschaft"

Publikationen

Netzmeister 2023

Netzmeister 2023

Erscheinungsjahr: 2023

Für die Instandhaltung der Gas-, Wasser- und Fernwärmerohrnetze, die den mit Abstand größten Teil des Anlagevermögens von Versorgungsunternehmen ausmachen, trägt der Netzmeister die Verantwortung. Um den täglichen Anforderungen gerecht werden zu ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Erscheinungsjahr: 2022

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 2. Band stehen die Themen „Gebäudetechnik“ und „Messtechnik“ im Fokus. Das ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Erscheinungsjahr: 2021

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 1. Band werden die Herausforderungen dargestellt, die Wasserstoff an die Gasinfrastruktur und den ...

Zum Produkt

Datenschutz
h2-news.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
h2-news.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: