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H2.Ruhr bringt jährlich 80.000 t Wasserstoff ins Ruhrgebiet

Das Projekt H2.Ruhr hat zum Ziel kommunale, mittelständische und Industrieunternehmen des Ruhrgebiets mit CO2-freiem Wasserstoff und grünem Ammoniak zu versorgen. Dafür plant Energiekonzern E.ON im Rahmen eines europäischen Kooperationsprojekts den Aufbau eines Verteilnetzes und entsprechender Infrastruktur im Ruhrgebiet. Der Aufbau einer europäischen Wasserstoff-Wertschöpfungskette wird gemeinsam mit den Energiekonzernen Enel und Iberdrola geplant. Die hierfür notwendige […]

von | 26.10.21

© Untitled Photo/ Unsplash
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Ruhrgebiet

Das Projekt H2.Ruhr hat zum Ziel kommunale, mittelständische und Industrieunternehmen des Ruhrgebiets mit CO2-freiem Wasserstoff und grünem Ammoniak zu versorgen. Dafür plant Energiekonzern E.ON im Rahmen eines europäischen Kooperationsprojekts den Aufbau eines Verteilnetzes und entsprechender Infrastruktur im Ruhrgebiet.

Der Aufbau einer europäischen Wasserstoff-Wertschöpfungskette wird gemeinsam mit den Energiekonzernen Enel und Iberdrola geplant. Die hierfür notwendige Energie soll maßgeblich aus neu gebauten Photovoltaik- und Windkraftanlagen in Italien und Spanien kommen. Der Strom wird genutzt, um mittels Elektrolyse grünen Wasserstoff herzustellen. In Spanien wird der Wasserstoff für die Erzeugung von Ammoniak eingesetzt, der dann per Schiff nach Deutschland transportiert wird. Der Import soll voraussichtlich ab 2024 starten. Je nach Bedarf wird das grüne Ammoniak unmittelbar an Kunden geliefert oder für eine spätere Nutzung zwischengespeichert. Gleichzeitig untersucht E.ON im Rahmen des Projekts, inwieweit Ammoniak im Ruhrgebiet effizient wieder in Wasserstoff rückgewandelt und genutzt werden kann.

Import von grünem Strom zur Wasserstofferzeugung

Aus Italien soll grüner Storm exportiert und zur Wasserstofferzeugung in Deutschland genutzt werden. Dafür ist bis zum Jahr 2025 der Bau eines lokalen Elektrolyseurs mit einer Startkapazität von 20 Megawatt geplant, die konstant ausgebaut werden soll. Der aus Ammoniak gewonnene oder mittels Elektrolyse erzeugte grüne Wasserstoff wird direkt in das neue Wasserstoffnetz eingespeist und an Unternehmen verteilt. Bis 2032 soll so sukzessive ein neues regionales Wasserstoff-Pipelinenetz zwischen Duisburg und Dortmund entstehen. Ab 2032 könnten so bis zu 80.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr für regionale Kunden zur Verfügung stehen. Das Vorhaben ist Teil der CEO Alliance, in der zwölf führende europäische Konzerne gemeinsam branchen- und länderübergreifende Projekte für mehr Klimaschutz vorantreiben.

Im Ruhrgebiet ist zukünftig mit einem erheblichen Anstieg der Nachfrage nach Wasserstoff zu rechnen: von derzeit jährlich 17 auf bis zu 150 Terrawattstunden im Jahr 2050. Immer mehr kommunale Unternehmen, Mittelständler und Konzerne wünschen sich kurzfristig Bezugsmöglichkeiten für grünen Wasserstoff, um ihre betrieblichen Prozesse klimafreundlich zu gestalten. Ein wesentliches Ziel des Projektes liegt daher im Aufbau eines geplanten Pipelinenetzes zur effizienten Verteilung und kostenoptimalen Versorgung regionaler Kunden. Die notwendige Infrastruktur soll bis 2032 in mehreren Ausbaustufen entstehen.

„Neben den großen Konzernen benötigen vor allem auch die vielen mittelständischen Unternehmen in der Region grünen Wasserstoff. Nur so können sie ihre Klimaziele erreichen. Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ist für einen Großteil des industriellen Mittelstandes essenziell – und damit für hunderttausende Arbeitsplätze in Deutschland. (…) Je mehr Unternehmen früher in die Umstellung auf grünen Wasserstoff einsteigen, desto wirtschaftlicher kann sie erfolgen“, erklärt Katherina Reiche, Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG und Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrates.

Das H2.Ruhr Projekt steht unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit von Fördermitteln und einer Prüfung der europäischen Kartellbehörde.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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