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H2-Start-Beratung: Essener Bäckerei setzt auf Wasserstoff

Die Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (EWG) bietet seit Mai 2023 die H2-Start-Beratung an, die Unternehmen in Essen bei der Nutzung von Wasserstoff unterstützt. Bäckermeister Klaus Peter aus Essen nutzt die Beratung, um Möglichkeiten der Wasserstoffnutzung in seinem Betrieb zu prüfen.

von | 24.07.23

H2-Start-Beratung der EWG. Wirtschaftsförderer Mario Gillmann (r.) trifft Klaus Peter von Bäcker Peter (l.)
Claudia Anders, EWG
Claudia Anders, EWG

24. Juli 2023 | Die Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (EWG) bietet seit Mai 2023 die H2-Start-Beratung an. Sie unterstützt lokale Unternehmen bei der Einführung von Wasserstoff. Bäckermeister Klaus Peter hat den Service genutzt, um die Möglichkeiten zur Wasserstoffnutzung in seinem Betrieb kennenzulernen.

Die H2-Start-Beratung beginnt mit einer Potenzialanalyse. Zentrale Fragen sind, wie bereits umgesetzte Maßnahmen mit Wasserstoff ergänzt werden könnten und wie dies sinnvoll in die unternehmerische Tätigkeit passt. Beispielsweise besitzt Wasserstoff einen hohen Heizwert und eignet sich als effiziente Energiequelle für die Temperierung der Backöfen. Backstuben, die wie Bäcker Peter bereits Erdgas für ihre Öfen verwenden, können durch die Nutzung von Wasserstoff ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren.

„Auf der technischen Seite stellt sich dabei die Frage, ob sich die Rohrleitungssysteme und die in den Öfen eingesetzten Brennertypen für Wasserstoff anpassen lassen. In diesem Bereich waren die Hersteller in den letzten Jahren sehr aktiv, wobei das Thema der Wirtschaftlichkeit insgesamt über alle Branchen hinweg eine große Rolle spielen wird.

 

Dazu müssen nun vor allem auf der Wasserstoff-Angebotsseite der Aufbau einer geeigneten Versorgungsinfrastruktur und attraktive Kommerzialisierungsmodelle vorangebracht werden“, sagt Mario Gillmann Berater des H2-Start-Angebots aus der H2-Unit der EWG.

Die Umstellung bringt auch Herausforderungen mit sich. Dazu gehören die Anpassung der bestehenden Infrastruktur und die Sicherstellung einer zuverlässigen Versorgung mit Wasserstoff. Als Ziel nennt die Stadt Essen den Aufbau einer Infrastruktur für die Versorgung von Unternehmen mit grünem Wasserstoff bis Ende der Dekade. Die H2-Start-Beratung steht vor allem kleinen und mittleren Unternehmen aus Essen offen.

Bäcker Peter setzt auf Klimaneutralität

Backbetriebe gehören zu den energieintensiven Branchen. Backöfen müssen geheizt werden, Kühlsysteme laufen rund um die Uhr und Fahrzeuge beliefern Filialen. Vor dem Hintergrund von Energiekosten und -wende denken viele Bäckereien deshalb über eine alternative Energieversorgung nach. Bäcker Peter aus Essen gründete 1905 seinen Betrieb. Mittlerweile ist er mit über 50 Fachgeschäften in der Region vertreten.

Bäckermeister Klaus Peter (l.) im Gespräch mit Wirtschaftsörderer Mario Gillmann (Quelle: Claudia Anders, EWG)

„Auf dem Weg zur Klimaneutralität sind wir gut vorangeschritten“, sagt Klaus Peter. „So haben wir als bundesweit erster Bäcker für den Erweiterungsbau unserer Backstube im Jahr 2014 die Gold-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) erhalten. Das abgasfreie Pilotprojekt ‚Solare Logistik‘ steht dabei stellvertretend für die zahlreichen technischen Raffinessen, mit denen der Erweiterungsbau der Backstube besticht.“

Bäcker Peter hat das Dach der neuen Backstube auf einer Fläche von insgesamt rund 1.500 m² mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet, die Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. Momentan fließt der so produzierte Strom in die Back-Prozesse ein. Künftig soll er auch zur Betankung von rein batterieelektrischen Fahrzeugen, sogenannten BEVs (Battery Electric Vehicle), dienen.

Die H2-Start-Beratung

Die H2-Start-Beratung der EWG richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die noch keine Berührungspunkte mit Wasserstoff hatten – oder nicht über die Kapazitäten verfügen, sich selbst einen Überblick zu verschaffen. Zum Service gehören eine Bestandsaufnahme der bisherigen unternehmerischen Tätigkeit, die Besprechung der Ausgangslage (Status quo, Interessen etc.) sowie die Erstbewertung der technischen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit. Dazu werden individuelle und flankierende Förderungsoptionen auf Bundes- und Landesebene geprüft.

Die Dienstleistung gibt Unternehmen Orientierungshilfe zum Thema Wasserstoff. Beratungsfelder sind z. B. die Nutzung von Wasserstoff als Energieträger, der Einsatz von Wasserstoff im Mobilitätssektor oder Potenzialanalysen für die Entwicklung neuer Produkte rund um.

„Wir wollen allen interessierten Unternehmen in Essen fachliche Hilfestellung anbieten und gemeinsam mit ihnen herausfinden, welche Perspektive der Energieträger Wasserstoff im Einzelfall bieten kann“, so Mario Gillmann.

Informationen zu H2-Start-Beratung Allgemeine Informationen zum Thema Wasserstoff in Essen
(Quelle: EWG/2023)

 

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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