Mit der Entladung des 200. Hochdrucktrailers Mitte März standen rund 90 Tonnen beziehungsweise eine Million Normkubikmeter Wasserstoff für das Forschungsprojekt H2CAST Etzel bereit. Das Konsortium will mit der Befüllung zweier Wasserstoffspeicher am Standort Etzel die technische Machbarkeit der unterirdischen Wasserstoffspeicherung in Salzkavernen nachweisen.
Projektleiter Carsten Reekers von Storag Etzel erklärte, dass die Kavernen nach Abschluss der Umrüstung kontinuierlich auf Dichtheit und Integrität überwacht worden seien. Die Befüllung sei unter den am Standort geltenden Sicherheitsstandards erfolgt.
Obertägige Anlagen im Bau – Tests ab 2026
Der Fokus liegt nun auf der Fertigstellung der obertägigen Infrastruktur. Neu errichtet werden Anlagen zur Gasreinigung, Verdichtung und Gasqualitätsüberwachung. Die Pilotanlage soll 2026 für erste Tests bereitstehen. Im Mittelpunkt steht dabei der Vergleich verschiedener Gasreinigungsverfahren und deren Effizienz. Ergänzend soll der multizyklische Kavernenbetrieb – also das wiederholte Ein- und Ausspeichern – erprobt werden.
Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt H2CAST Etzel läuft seit Anfang 2022. Reekers betonte, die bislang gewonnenen Erkenntnisse belegten eine hohe Vergleichbarkeit mit Erdgasspeichern. Die vorhandenen Kavernen in Etzel seien für die Wasserstoffspeicherung geeignet.
Marktentwicklung erleichterte Wasserstoffbeschaffung
Die Befüllung verdeutlichte zugleich die Entwicklungsphase des deutschen Wasserstoffmarkts. Zu Beginn der Einspeicherung im Jahr 2023 waren Hochdrucktrailer und Abfüllstationen mit mehr als 200 bar nur begrenzt verfügbar. Einzelne Lieferungen erfolgten über Distanzen von bis zu 1.000 Kilometern, weil keine lokalen Produktionsquellen vorhanden gewesen wären. Das habe die Wasserstoffkosten in die Höhe getrieben.
Im Projektverlauf sicherte das Konsortium die Belieferung durch einen nahegelegenen Produzenten. Das senkte sowohl Logistik- als auch Produktionskosten. Sobald der Standort Etzel an das genehmigte nationale Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen ist, soll er zu einem Knotenpunkt für die Wasserstoffspeicherung im deutschen Energiesystem werden.










