Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

H2Fly integriert Flüssigwasserstofftanks in die HY4

Der in Stuttgart ansässige Entwickler von Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologien H2Fly hat mit der Integration eines Tanks zur Speicherung von kryogenem Wasserstoff in sein Testflugzeug „HY4“ begonnen.

von | 09.11.22

08. November 2022 | Der in Stuttgart ansässige Entwickler von Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologien H2Fly hat mit der Integration eines Tanks zur Speicherung von kryogenem Wasserstoff in sein Testflugzeug „HY4“ begonnen.

Der Integrationsprozess begann, nachdem der LH2-Tank im September die Vibrations- und LH2-Leckagetests bei Air Liquide bestanden hatte. Die Ankündigung ist für das Projekt HEAVEN von großer Bedeutung. Die Initiative hat ein ambitioniertes Ziel: einen auf Hochleistungsbrennstoffzellen und Kryotechnologie basierenden Antriebsstrang zu entwickeln, in ein Flugzeug zu integrieren und im Flugbetrieb zu testen.

Der mechanische Integrationsprozesses bringt H2Fly dem Vorhaben näher, höhere Flugreichweiten zu erreichen. Er ist daher ein Schritt auf dem Weg zur Realisierung emissionsfreier Mittel- und Langstreckenflüge.

Testphase ab 2023

H2Fly liefert das Brennstoffzellensystem des HY4 Flugzeugs sowie die Integrationsplattform und Systemarchitektur samt Steuerung der Brennstoffzellen- und LH2-Tanksysteme.

Die Stuttgarter koordinieren die Systemimplementierung und garantieren dass alle Systemteile ordnungsgemäß angepasst sind. Das Unternehmen wird im Rahmen des HEAVEN-Projekts von Fair Liquide Advanced Technologies und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR) unterstützt.

Die Integrationsarbeiten sollen in den kommenden Monaten abgeschlossen werden. Nach der Integration des neuen LH2-Tanksystems und der Brennstoffzellen in das Flugzeug soll Anfang 2023 eine umfangreiche Testphase beginnen und die HY4 als erstes Passagierflugzeug der Welt mit flüssigem Wasserstoff fliegen.

Prof. Dr. Josef Kallo, Mitbegründer und CEO von H2Fly, sagt:

„Das erfolgreiche Bestehen der Vibrations- und LH2-Leckagetests ist ein großer Schritt vorwärts auf dem Weg hin zu einem emissionsfreien Luftverkehr mit erhöhter Reichweite. Wir können nun mit dem mechanischen Integrationsprozess beginnen und kommen damit der nächsten spannenden Testflugphase noch näher.

 

In den letzten 10 Jahren haben wir uns bei H2Fly auf die Entwicklung und Umsetzung neuer Technologien konzentriert. Jetzt freuen wir uns darauf, den Integrationsprozess abzuschließen, damit wir mit den Bodentests beginnen können, um das erste Flüssigwasserstoff-Elektroflugzeug der Welt vorzubereiten.“

Bisherige Entwicklung der HY4

Das HEAVEN-Projekt wird vom „Fuel Cells and Hydrogen 2 Joint Undertaking“ gefördert. Das gemeinsame Unternehmen fördern das Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizon 2020“ der Europäischen Union sowie die Staaten Spanien, Frankreich, Deutschland und Slowenien.

Seit über zehn Jahren entwickelt H2Fly wasserstoffelektrische Antriebe für die Luftfahrt. Das Ergebnis ist die HY4, ein viersitziges Testflugzeug mit wasserstoffelektrischem Antrieb, das 2016 seinen ersten Flug absolvierte.

In den letzten Jahren erzielte man mehrere Meilensteine, darunter:

  • 2020 erhielt H2Fly eine Fluggenehmigung für die neueste Generation des HY4-Flugzeugs, das über eine vollständig redundante Antriebsarchitektur verfügt. Mit mehr als 90 Starts demonstrierte das Unternehmen erfolgreich die Anwendbarkeit von wasserstoffelektrischen Antriebslösungen in der Luftfahrt
  • 2021 unterzeichnete das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit dem Flugzeughersteller Deutsche Aircraft, in deren Rahmen die beiden Unternehmen gemeinsam ein Flugzeug der CS25-Klasse mit der Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie von H2Fly betreiben werden. Das klimaneutrale Regionalflugzeug, das voraussichtlich 2025 als Prototyp erstmals fliegen wird, soll eine Reichweite von 2.000 km haben und bis zu 40 Passagieren Platz bieten
  • Anfang 2022 absolvierte das Unternehmen einen Überlandflug von Stuttgart nach Friedrichshafen, bei dem man 124 Kilometer zurücklegte. Damit ist zum ersten Mal ein wasserstoffelektrisches Passagierflugzeug zwischen zwei Verkehrsflughäfen geflogen.
  • Ebenfalls in diesem Jahr stellte das Unternehmen mit einer Flughöhe von über 2.200 Metern einen mutmaßlichen Höhenweltrekord für ein Wasserstoffflugzeug auf.

 

 

(H2Fly/2022)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Die HY4 von H2FLY absolvierte 2016 ihren ersten Testflug (Quelle: H2Fly)

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

FNB Gas e.V. fordert Anpassungen am Gesetzentwurf zum Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpaket
FNB Gas e.V. fordert Anpassungen am Gesetzentwurf zum Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpaket

Der Deutsche Bundestag hat am 23. April erstmals den Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes und weiterer energierechtlicher Vorschriften zur Umsetzung des Europäischen Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpakets“ debattiert. Die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V. (FNB Gas e.V.) hat bereits Stellung genommen und zentrale Anpassungen gefordert, unter anderem zu grenzüberschreitender Wasserstoffinfrastruktur.

mehr lesen
Dritte Auktion: Wasserstoffbank vergibt 1 Milliarde Euro an neun Projekte
Dritte Auktion: Wasserstoffbank vergibt 1 Milliarde Euro an neun Projekte

Die Europäische Kommission hat im Rahmen der dritten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank neun Projekte zur Förderung ausgewählt. Die Wasserstoffprojekte erhalten zusammen über eine Milliarde Euro aus dem Innovationsfonds der EU. Sie sollen insgesamt mehr als 1,3 Millionen Tonnen Wasserstoff in den ersten zehn Betriebsjahren produzieren und dabei neun Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente einsparen.

mehr lesen
Lieferkette für Flüssigwasserstoff soll über Hamburg entstehen
Lieferkette für Flüssigwasserstoff soll über Hamburg entstehen

Die Daimler Truck Holding AG, die MB Energy Holding GmbH & Co. KG und Kawasaki Heavy Industries Ltd. haben eine Vereinbarung zum Aufbau einer Lieferkette für verflüssigten Wasserstoff nach Europa unterschrieben. Die Infrastruktur soll über dem Hamburger Hafen entstehen. Ziel ist es, den kommerziellen Betrieb für die Versorgung mit H2 Anfang der 2030er Jahre zu starten.

mehr lesen

H2 Talk

„Ab 2026 könnten wir über den THG-Quotenhandel 15 Euro pro Kilogramm Wasserstoff erzielen“
„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“
„Explosionsschutz ist eine Schlüsseltechnologie für die Wasserstoffwirtschaft“

Publikationen

Das Projekt H2home

Das Projekt H2home

Autor: Matthias Block, Steffen Giesel, Andreas Herrmann und Norman Klüber

Das Ziel von H2home war die Entwicklung eines integrativen Systems mit 5 kW elektrischer Leistung zur hocheffizienten Nutzung von elektrischer Energie, Wärme- und Kälteenergie, bereitgestellt auf Basis von 100 % grünem Wasserstoff. Dieses System ist ...

Zum Produkt