H2Loop ist ein Projekt, das die europäische Stahlindustrie nachhaltiger und wettbewerbsfähiger machen soll, indem Hochofengas in Wasserstoff umgewandelt wird. Für die Weiterentwicklung des neuen Wasserstoff-Produktionsverfahrens haben die Rouge H2 Engineering AG aus Österreich und die deutsche Ambartec AG bereits im Juli 2025 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Die beiden Unternehmen wollen das Verfahren gemeinsam zur Marktreife bringen. Dafür wollen sie nun den nächsten gehen und bei dem italienischen Stahlhersteller eine Pilotanlage errichten.
Während des Projekttreffens im Dezember informierten sich die Partner unter anderem über die technischen Gegebenheiten im örtlichen Stahlwerk. Die Erkenntnisse sollen in die Konstruktion der geplanten Pilotanlage einfließen.
Die Anlage soll das Chemical-Looping-Verfahren (CLH) nutzen. Die patentierte Technologie stammt von Rouge H2 Engineering aus Graz. Das österreichische Unternehmen entwickelt das Verfahren in Zusammenarbeit mit der TU Graz und betreibt bereits containerisierte CLH-Pilotanlagen.
Ambartec unterstützt das Unternehmen. Die Mitarbeiter verfügen über Erfahrung mit Eisenoxid-Nuggets, die das CLH-Verfahren nutzt. Das Projekt H2Loop soll die Machbarkeit und Effizienz des CLH-Verfahrens demonstrieren. Die Technologie soll eine hochreine und bedarfsgerechte Wasserstoffproduktion ermöglichen.
Chemical-Looping-Verfahren zur Wasserstoffproduktion
Das Verfahren ist ein zyklisches, sauerstoffträgerbasiertes Prozessprinzip zur Produktion von Wasserstoff. Es gewinnt Wasserstoff aus kohlenstoffhaltigen Einsatzstoffen wie Biogas, Deponiegas, Hochofengas und anderen industriellen Restgasen. Ein fester Sauerstoffträger (meist Metalloxide wie Eisenoxid) zirkuliert durch mindestens zwei Reaktoren und überträgt Sauerstoff schrittweise. Im Fuel-Reaktor reduziert kohlenstoffhaltiges Gas den Träger unter Bildung von CO₂ und Wasser, ohne Stickstoffkontamination. Der reduzierte Träger gelangt dann in den Steam-Reaktor, wo er mit Wasserdampf reagiert und reinen Wasserstoff abspaltet.
Das Verfahren soll durch die Wasserstoffproduktion die CO₂-Emissionen in der Stahlindustrie reduzieren. Dafür kofinanziert die Europäische Kommission die Initiative über das RFCS-BIG-TICKET-Programm. Diese Initiative unterstützt Forschungs- und Innovationsprojekte im Stahlsektor, die mit den Zielen des Europäischen Grünen Deals im Einklang stehen und wissenschaftliche Exzellenz, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit innerhalb der europäischen Industrie fördern.
Das Projekt läuft über vier Jahre. Beteiligt sind außerdem das VDEh-Betriebsforschungsinstitut (BFI) aus Deutschland sowie die Polytechnische Universität Turin Roug.








