H2med: Kommerzielle Inbetriebnahme der Pipelines im Jahr 2032

Im Rahmen von H2med sind zwei Pipelines geplant, die die Wasserstoffinfrastruktur in Europa ausbauen sollen. Die Leitung CelZa (Celorico–Zamora) soll Portugal und Spanien verbinden, BarMar (Barcelona–Marseille) soll zwischen Spanien, Frankreich und Deutschland verlaufen. Im Jahr 2025 hat die Initiative diverse Förderungen erhalten. Für das Jahr 2026 sind die Unterzeichnung unverbindlicher Absichtserklärungen sowie eine kommerzielle Entwicklungsvereinbarung vorgesehen.

von | 25.02.26

Im Rahmen der Initiative H2med sind zwei Wasserstoffpipelines in Europa vorgesehen
© H2med
H2med Kommerzielle Inbetriebnahme der Pipelines im Jahr 2032

Die Initiative H2med hat den Ausbau eines europaweiten Wasserstoffkorridors zum Ziel. Der Korridor wird von fünf Unternehmen aus vier europäischen Ländern entwickelt, darunter der deutsche Energieversorger Open Grid Europe GmbH, der spanische Netzbetreiber Enagás SA, die französischen Gastransporteure Natran SA und Teréga SA sowie der portugiesische Fernleitungsnetzbetreiber Redes energéticas nacionais S.A.

Mittlerweile zählt die Initiative 49 Mitglieder aus der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette.

Abnehmer in Deutschland und Frankreich

Der Wasserstoffkorridor hat eine Länge von etwa 6.000 Kilometern, von denen 35 Prozent aus umgenutzten Pipelines bestehen. Er soll die Produktionszentren in Portugal und Spanien mit den Abnehmern in Deutschland verbinden. Frankreich will sowohl Produzent als auch Abnehmer sein.

Portugal und Spanien sollen durch die Leitung CelZa verbunden werden, die vom portugiesischen Celorico da Baeira bis zum spanischen Zamora verläuft. Die zweite Pipeline ist BarMar, die das spanische Barcelona und das französische Marseille verbinden werde. Sie soll sich bis zum Übergangspunkt in Medelsheim erstrecken, wo das französische Netz an das deutsche Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen werde.

Die Unternehmen sehen eine Kapazität von zwei Millionen Tonnen Wasserstoff pro Jahr vor.

Teile des Korridors auf PCI-Liste

Gefördert wird H2med sowohl von den nationalen Regierungen als auch von der Europäischen Union. So wurden zum zweiten Mal Teile des Korridors in die PCI-Liste aufgenommen. PCI sollen zum Ausbau der Infrastruktur des europäischen Energienetzes beitragen und haben einen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nutzen für zwei oder Mitgliedstaaten.

Zudem wurden im Jahr 2025 CEF-E-Fördervereinbarungen unter anderem für BarMar und CelZa unterzeichnet (H2News berichtete). Insgesamt konnten mehr als ein Drittel der bereitgestellten Mittel für Projekte entlang des H2med-Korridors in Höhe von insgesamt 97,2 Millionen Euro vergeben werden.

Machbarkeitsstudien umgesetzt

Im Rahmen der Initiative wurden im November 2025 geophysikalische Prospektionskampagnen abgeschlossen. Dazu gehörten auch technische Analysen, die im Anschluss an geophysikalische Vermessungskampagnen durchgeführt wurden.

Insbesondere die Kampagnen aus den Jahren 2024 und 2025 haben laut Unternehmensangaben bestätigt, dass der geplante Korridor für die BarMar-Wasserstoffpipeline aus technischer Sicht realisierbar ist. Somit konnte das Datum der kommerziellen Inbetriebnahme von BarMar und CelZa auf das Jahr 2032 gelegt werden.

Marktanforderungen im Fokus

Um den Korridor entsprechend den Marktanforderungen zu bauen, wollen H2med und interessierte Unternehmen Anfang 2026 unverbindliche Absichtserklärungen unterzeichnen. Die Erklärungen sollen dabei helfen, die Bedürfnisse der Produzenten und Abnehmer besser einzuschätzen.

Im zweiten Quartal 2026 ist eine kommerzielle Entwicklungsvereinbarung vorgesehen, die den Weg für den kommerziellen Betrieb des Korridors ebnen soll. Zur Ausarbeitung der Vertragsbedingungen werde Ende 2026 eine Tarifschätzung veröffentlicht. Anfang 2027 ist die Allokierung der Kapazitäten und die Veröffentlichung des Term Sheets geplant.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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