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H2Med: Speziell Deutschland soll vom grünen Wasserstoffkorridor profitieren

H2Med geht in die nächste Phase: Der deutsche Fernleitungsnetzbetreiber OGE wird sich am Bau von H2Med beteiligen. Ab 2030 sollen jährlich 2 Mio. t Wasserstoff nach Nordwesteuropa, insbesondere Deutschland, transportiert werden.

von | 20.10.23

v.l.n.r.: Dominique Mockly, CEO von Teréga, Thierry Trouvé, CEO von GRTgaz, François Delattre, Botschafter Frankreichs in Deutschland, Frank Reiners, CFO von Open Grid Europe GmbH, Franziska Brantner, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Ricardo Martínez Vázquez, Botschafter Spaniens in Deutschland, Mechthild Wörsdörfer, stellvertretende Generaldirektorin der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission, Arturo Gonzalo, CEO von Enagás,Dr. Manuel Garciá Hernández, Generaldirektor für Energiepolitik und Bergbau im Ministerium für ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung der spanischen Regierung, Francisco Ribeiro de Menezes, Botschafter Portugals in Deutschland, Rodrigo Costa, CEO von REN
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20. Oktober 2023 | Das grüne Wasserstoffkorridor-Projekt H2Med geht in die nächste Phase: Nach Erhalt der EU-Fördermittel beginnen 2026 die Bauarbeiten für zwei Wasserstoffpipelines in Südeuropa. Ab 2030 sollen dann im ersten H2-Korridor Europas jährlich 2 Mio. t Wasserstoff von der iberischen Halbinsel nach Nordwesteuropa – insbesondere Deutschland – transportiert werden. Der deutsche Fernleitungsnetzbetreiber OGE hat nun erklärt, beim Bau der neuen H2Med-Pipelines mitwirken zu wollen.

enagas/H2Med

Quelle: enagas/H2Med

H2Med bringt sich als erster grüner Wasserstoffkorridor für Deutschland in Position. Dies wurde auf der Veranstaltung „H2Med, ein Beispiel für europäische Energiekooperation“ bekräftigt. Fernleitungsnetzbetreiber OGE hat nun mit den Fernleitungsnetzbetreibern Spaniens (Enagás), Frankreichs (GRTgaz und Teréga) und Portugals (REN) eine Absichtserklärung zur Förderung des europäischen H2Med-Korridors für grünen Wasserstoff unterzeichnet.

Das Vorhaben wurde im vergangenen Dezember bei der Ausschreibung für europäische Projekte von gemeinsamem Interesse (PCI) eingereicht und zum 60. Jahrestag des Elysee-Vertrags bekannt gegeben. Es umfasst eine Pipeline zwischen Celorico da Beira in Portugal und Zamora in Spanien (CelZa) sowie eine Offshore-Pipeline zwischen Barcelona und Marseille (BarMar). Die Europäische Kommission wird ihre vorgeschlagene PCI-Liste im November 2023 veröffentlichen. Anfang 2024 soll sie von Parlament und Rat bestätigt werden. Dann wären die Projekte dazu berechtigt, CEF-E-Mittel für Studien und Bauarbeiten zu erhalten. Dies würde einen Baubeginn ab 2026 und die Inbetriebnahme im Jahr 2030 gewährleisten.

In Deutschland wird der Wasserstoffverbrauch, einschließlich seiner Derivate – Ammoniak, Methanol oder synthetische Kraftstoffe – bis 2030 voraussichtlich 130 TWh betragen, wovon 50-70 % durch Wasserstoffimporte gedeckt werden müssten. Spanien und Portugal sollen die nordwesteuropäischen Länder, insbesondere Deutschland, mittels H2Med-Pipelines mit bis zu 2 Mio. t pro Jahr versorgen. Dies entspricht zehn Prozent des von REPowerEU festgelegten Gesamtverbrauchsziels für Europa.

Mit Wasserstoff in die europäische Klimaneutralität bis 2050

enagas/H2Med

Quelle: enagas/H2Med

Die Verbindung „CelZa“ ist auf 248 km geplant und soll eine maximale Wasserstoffkapazität von 0,75 Mt haben. Der Wasserstoff werde mit einem Druck von 100 bar befördert. Für die Leitung fallen Kosten in Höhe von ca. 350 Mio. € an. „BarMar“ ist das deutlich aufwendigere Projekt mit notwendigen Investitionen über ca. 2,135 Mrd. €. Die 455 km lange Pipeline verläuft im Untergrund mit einem Druck von bis zu 210 bar durch das Mittelmeer – am tiefsten Punkt bei 2.600 m. Die maximale Wasserstoffkapazität liegt bei 2 Mt.

Mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung in der spanischen Botschaft in Berlin wurde die Unterstützung der OGE für das Projekt, sowie die mit dem Wasserstofftransport verbundenen Infrastrukturen in den beteiligten Ländern – Spanien, Portugal, Frankreich und Deutschland – konkretisiert. Der Korridor ermögliche den Transport von erneuerbarem Wasserstoff von den Produktionsgebieten zu den Regionen mit höherem Verbrauch.

Frank Reiners, CFO von OGE, führte aus: „Eine Wasserstoffpipeline, die Portugal, Spanien, Frankreich und Deutschland verbindet, ist mehr als nur ein wichtiger Wasserstoffimportkorridor. Sie ist die Brücke in eine nachhaltige Zukunft.

 

Sie verbindet die effizientesten Regionen für die Wasserstoffproduktion mit den Regionen, in denen er am meisten gebraucht wird, sie fördert die internationale Zusammenarbeit, macht das Potenzial sauberer Energie für den Fortschritt nutzbar und vereint unsere Länder in einem gemeinsamen Bestreben: das europäische Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen.“

„H2Med ist das beste Beispiel für eine echte europäische Zusammenarbeit im Energiebereich“

An der Veranstaltung nahmen Vertreter der EU, der deutschen, französischen und spanischen Regierung, der deutschen Industrie sowie die genannten Fernleitungsnetzbetreiber teil. Eröffnet wurde sie von Franziska Brantner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz; Mechthild Wörsdörfer, stellvertretende Generaldirektorin für Energie bei der Europäischen Kommission; Manuel García, Generaldirektor für Energiepolitik und Bergbau im spanischen Ministerium für ökologischen Wandel und demografische Herausforderung; Ricardo Martínez, spanischer Botschafter in Deutschland; François Delattre, französischer Botschafter in Deutschland; und Francisco Ribeiro de Menezes, portugiesischer Botschafter in Deutschland.

Manuel García, Generaldirektor für Energiepolitik und Bergbau des Ministeriums für den ökologischen Übergang und die demografische Herausforderung Spaniens, sagte: ”Es gibt keinen Markt, wenn Waren und Dienstleistungen nicht ausgetauscht werden können; dafür brauchen wir transnationale Infrastrukturen wie das H2Med-Projekt.

 

H2Med ist das beste Beispiel für eine echte europäische Zusammenarbeit im Energiebereich und wird, sobald es in Betrieb ist, zur Stärkung unserer Energiesicherheit und zur Dekarbonisierung unserer Industrien beitragen“.

(Quelle: enagas/H2Med/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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