Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Hafenlogistik: Wasserstoff-Testfeld startet in Hamburg

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat im Hamburger Hafen das erste Testfeld für wasserstoffbetriebene Hafenlogistik samt Wasserstofftankstelle eröffnet. Hier probt der Hafenbetreiber den Einsatz von Wasserstoff unter Realbedingungen, etwa mit Brennstoffzellen-Lkw und -Zugmaschinen.

von | 15.07.24

Der Hamburger Hafen probt den Einsatz von wasserstoffbetriebener LKW und Zugmaschinen
© HHLA / Thies Raetzke
Testfeld

Das Testfeld befindet sich am Container Terminal Tollerort (CTT), meldete die HHLA am 2. Juli. Für die private Betreibergesellschaft sei es ein „weiterer Meilenstein in der Dekarbonisierung der Logistik.“  Mit einer symbolischen ersten Auftankung eröffnete die Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath das Testfeld im Beisein der Hamburger Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard sowie Vertretern vom Bundeswirtschaftsministerium und der NOW GmbH.

Mit dem H2-Testfeld und der Tankstelle von Linde Engineering stehe die Infrastruktur für einen schnellen Übergang zu einer emissionsfreien Schwerlastlogistik im Hafenbetrieb bereit. Fahrzeuge wie der Straddle Carrier, Leercontainerstapler, Gabelstapler, Reachstacker, Zugmaschinen und Lkw können hier grünen Wasserstoff mit 350 bar tanken. Darüber hinaus soll die Tankstelle öffentlich zugänglich sein. Hierzu sei nur die Nutzung einer App erforderlich.

Die HHLA will bis 2040 konzernweit klimaneutral produzieren. Dafür elektrifiziere sie bereits seit Jahren ihre Systeme, zur Dekarbonisierung der Logistik sei man aber auch auf Wasserstoff angewiesen. Auch bei Import und Distribution des Energieträgers ist das Unternehmen tätig. Dabei greife die HHLA auf ein europäisches Netzwerk aus Seehafenterminals und Intermodalverbindungen zurück, um mehr Optionen für Wasserstoffimport und -transport zu erhalten.

Testfeld im CPL

Der H2-Einsatz ist Teil des Clean Port & Logistics Cluster (CPL) am Hamburger Hafen. Seit November 2022 testen hier 40 internationale Unternehmen, wie wasserstoffbetriebene Schwerlastfahrzeuge und Terminalgeräte in kurzer Zeit marktreif werden können. Die in verschiedenen Arbeitsgruppen entwickelten Konzepte für Betrieb, Sicherheit, Wartung, Betankung und Versorgung sollen dazu nun auf dem neuen Testfeld praktisch erprobt und optimiert werden.

In den vergangenen Wochen haben bereits erste Tankstellen-Tests mit Geräten von Hyster-Yale, VWG Oldenburg sowie einem Wasserstoff-Truck von CMB.TECH stattgefunden. Lucien Robroek, President Technology Solutions Division von Hyster-Yale, gab an, dass am Testfeld unter anderem die brennstoffzellenbetriebene Zugmaschinen seines Unternehmens getestet würden.

Das Cluster und die Tankstelle erhalten im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) rund drei Millionen Euro vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Koordination und Umsetzung übernehmen, wie bei den NIP-Projekten üblich, die NOW GmbH bzw. der Projektträger Jülich.

Hafenlogistik mit Wasserstoff

„Wir freuen uns sehr, heute das erste Testfeld für wasserstoffbetriebene Hafenlogistik zu eröffnen“, erklärte HHLA-CEO Angela Titzrath. „Es ermöglicht uns, Zukunftstechnologien zu testen, wertvolle Daten zu sammeln und auszuwerten.“ Die so gewonnenen Erkenntnisse wollen die Hamburger mit Logisitik-Unternehmen teilen, die „vor ähnlichen Herausforderungen stehen“.

Auch Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard bezeichnete die Eröffnung als „wichtigen Schritt“. Der Einsatz wasserstoffbetriebener Schwerlastgeräte an den Terminals sei nicht nur möglich, sondern biete auch ein „beachtliches“ Potenzial für den Hamburger Hafen. So könnten „beispielsweise auch Lkw, die regelmäßig in den Hamburger Hafen kommen, […] perspektivisch von einer solchen Infrastruktur profitieren. Das Testfeld hilft uns, dafür wichtige Erfahrungen zu sammeln.“

Bundesverkehrsminister Volker Wissing bezeichnete das Testfeld als „Leuchtturmprojekt für den Einsatz von Wasserstoff in der Hafenlogistik“: „Von Gabelstablern über Zugmaschinen bis Lkw – die hier von uns geförderte Wasserstoffinfrastruktur ebnet den Weg für eine klimafreundliche Logistik vor Ort. Ich hoffe, dass das Wasserstoff-Testfeld dank des Engagements der Hafenakteure eine starke Signalwirkung hat. Nur so gelingt es uns, die Logistik in Deutschland klimafreundlich zu machen.“

 

(Quelle: HHLA/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Partner senken Iridiumgehalt bei der Wasserstoffelektrolyse
Partner senken Iridiumgehalt bei der Wasserstoffelektrolyse

Smoltek Hydrogen und Heraeus Precious Metals haben ihre Entwicklungspartnerschaft für poröse Transportelektroden ausgeweitet, die den Iridiumgehalt in PEM-Elektrolyseuren reduzieren soll. Ab Herbst 2026 wollen die Unternehmen die Langzeitstabilität ihrer nanostrukturierten Katalysatorschicht in einem 3.000-Stunden-Test prüfen. Durch den geringeren Iridiumgehalt soll die Kooperation die Herstellungskosten für grünen Wasserstoff senken.

mehr lesen
HYDROGENGALAXY soll Wasserstoffwissen interaktiv vermitteln
HYDROGENGALAXY soll Wasserstoffwissen interaktiv vermitteln

Mit einer neuen Lernplattform will das Technologieunternehmen Move Technology GmbH die Aus- und Weiterbildung im Wasserstoffbereich digitaler und interaktiver gestalten. Die HYDROGENGALAXY setzt dabei auf Elemente wie Missionen, Storytelling und Fortschrittsanzeigen. Auf der Gamescom 2026 will das Unternehmen in den Austausch mit der Gaming-Branche treten, ab Oktober soll dann die Pilotphase starten. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) und durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

mehr lesen
Thyssenkrupp Nucera steigert Auftragseingang und gibt SOEC-Serienfertigung auf
Thyssenkrupp Nucera steigert Auftragseingang und gibt SOEC-Serienfertigung auf

Die Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA hat den Auftragseingang in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/2026 von 241 Millionen auf 471 Millionen Euro beinahe verdoppelt. Eine zentrale Rolle dafür spielt laut dem Anlagenbauunternehmen das Segment Grüner Wasserstoff (gH2). Gleichzeitig gibt Thyssenkrupp Nucera den geplanten Aufbau einer eigenen Serienproduktion für die Hochtemperatur-Elektrolyse (HTE) auf.

mehr lesen

H2 Talk

„Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind keine Gegensätze“
„Das Engagement hat riesige Fortschritte für die Elektrolysetechnologie gebracht“
„Unsere neue H₂-Trainingsstrecke nimmt eine europäische Vorreiterrolle ein”

Publikationen

Das Projekt H2home

Das Projekt H2home

Autor: Matthias Block, Steffen Giesel, Andreas Herrmann und Norman Klüber

Das Ziel von H2home war die Entwicklung eines integrativen Systems mit 5 kW elektrischer Leistung zur hocheffizienten Nutzung von elektrischer Energie, Wärme- und Kälteenergie, bereitgestellt auf Basis von 100 % grünem Wasserstoff. Dieses System ist ...

Zum Produkt