Infineon Technologies Austria hat am Standort Villach auf grünen Wasserstoff umgestellt. Seit dem 20. August laufe die gesamte Fertigung mit grünem Wasserstoff aus einer neuen 2-MW-PEM-Elektrolyseanlage, meldete das Unternehmen am selben Tag. Der Elektrolyseur versorge die Produktion nun rund um die Uhr mit dem benötigten Prozessgas.
„Die Sicherung unserer Wasserstoffversorgung hat für uns sowohl eine strategische als auch eine nachhaltige Wirkung“, erklärte Thomas Reisinger, Vorstand für Operations bei Infineon Technologies Austria, in der Pressemitteilung.
Der Halbleiterhersteller benötigt Wasserstoff mit einem Reinheitsgrad von 99,999999 Prozent für die Bearbeitung von Materialschichten und die Herstellung von Mikrochips. Bislang deckte Infinieon seinen Wasserstoffbedarf mit grauem Wasserstoff, der per LKW aus Deutschland nach Villach gelangte.

Tordai (Director Operations Linde), Stefan Walder (Projektleiter Infineon Austria) (© Infineon)
290 Tonnen Jahresproduktion decken Gesamtbedarf
Der von Linde konstruierte und betriebene PEM-Elektrolyseur kann mit zertifiziertem Ökostrom rund 290 Tonnen Wasserstoff pro Jahr herstellen. Damit deckt er nach nach Angaben von Infineon Austria den kompletten Bedarf der Villacher Halbleiterproduktion. Die lokale Gewinnung des Wasserstoffs reduziere zudem die CO₂-Emissionen in der Lieferkette und reduziere die Lieferabhängigkeit, so Infineon.
Das Vorhaben entstand im Rahmen des Forschungsprojekts „H2Pioneer„, das von der FTI-Initiative „Vorzeigeregion Energie“ des Klima- und Energiefonds gefördert wurde. Neben Infineon beteiligten sich mehrere Forschungseinrichtungen, darunter HyCentA Research und das Energieinstitut der Johannes Kepler Universität Linz. Von Seiten der Industrie sind Linde und der österreichische Energieversorger Verbund an Bord, der zuletzt durch die Erweiterung seines Wasserstoffprojekts H2FUTURE mit dem Stahlhersteller Voestalpine auf sich aufmerksam machte.
Infineon Austria erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 4,8 Milliarden Euro bei 5.977 Beschäftigten. Das Unternehmen investierte dabei nach eigenen Angaben 686 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung.







