Heizen mit Wasserstoff: H2Direkt nimmt Einspeiseanlage in Betrieb

Energie Südbayern (ESB), Energienetze Bayern und Thüga haben die Wasserstoff-Einspeiseanlage im bayerischen Hohenwart in Betrieb genommen. Mit ihrer Hilfe sollen ab der Heizperiode 2023/2024 zehn Kunden über das Orts-netz mit 100 % Wasserstoff versorgt werden

von | 15.09.23

Inbetriebnahme der Wasserstoffeinspeisung in Hohenwart
StMWi/E. Neureuther
StMWi/E. Neureuther

15. September 2023 | Energie Südbayern (ESB), Energienetze Bayern und die Thüga AG haben die Wasserstoff-Einspeiseanlage im bayerischen Hohenwart in Betrieb genommen. Mit ihrer Hilfe sollen ab der Heizperiode 2023/2024 zehn Kunden über das Ortsnetz mit 100 % Wasserstoff versorgt werden

Am 14. September 2023 haben Vertreter der H2Direkt-Projektgruppe in Hohenwart (Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm) die Einspeiseanlage in Betrieb genommen. Ab der kommenden Heizperiode werden von dort aus zehn Kunden über ein umgewidmetes, bestehendes Gasnetz mit 100 % Wasserstoff versorgt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt als Teil des Wasserstoff-Leitprojekts TransHyDE. Anfang August hatte die Thüga den Beginn der Bauarbeiten bekanntgegeben. Erste Pläne gibt es seit Juni 2022 vor.

ESB, Energienetze Bayern und Thüga organisierten zur Inbetriebnahme der Einspeiseanlage ein Rahmenprogramm. Thema war die Rolle von Wasserstoff für die künftige Energieversorgung. Rund 200 Gäste besuchten die Veranstaltung nach Angaben der Thüga, darunter auch Prof. Dr. Gerald Linke, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW).

Für Marcus Böske, Sprecher der Geschäftsführung bei ESB, unterstrich den Modellcharakter des Vorhabens : „Wasserstoff ist ein Schlüsselelement der Energiewende. Durch unsere Projektidee gilt das in Hohenwart ab heute auch für den Wärmebereich. […] H2Direkt zeigt, wie klimaschonende Wärmeversorgung in Zukunft aussehen kann.“

Wärmewende durch Umwidmung bestehender Infrastruktur

Dr. Christoph Ullmer, der des Kompetenzcenter Innovation der Thüga Aktiengesellschaft leitet, erklärte, dass Deutschland seine Klimaziele nur durch die Nutzung bestehender Infrastruktur erreichen könne:

„Gasnetze sind verfügbar und für die Nutzung von grünen Gasen geeignet. Die kommunalen Energieversorger der Thüga-Gruppe zeigen mit greifbaren Innovations- und Leuchtturmprojekten wie H2Direkt, wie die Energie- und Wärmewende vor Ort umgesetzt wird. Wasserstoff kann dafür eine sichere, bezahlbare und klimaverträgliche Option darstellen.“

Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger war bei der Inbetriebnahme zugegen. Der Politiker der Freien Wähler hat sich schon mehrfach für den Einsatz von Wasserstoff und die Förderung entsprechender Unternehmen ausgesprochen. So stelle er im November eine Gesamtförderung von 270 Mio. € in Aussicht. In Hohenwart sagte er, das Projekt sei die „Blaupause für eine klimafreundliche Energieversorgung.“ Gleichzeitig betonte der Minister, dass der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft an Tempo aufnehmen müsse.

 

(Quelle: Thüga/2023)

 

 

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