Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Heizen mit Wasserstoff: Industriepartner steigt bei Start-up ein

Heizen mit Wasserstoff ist nicht vom Tisch: Der Ventilatoren- und Motorenbauer EBM-Papst und das Wiesbadener Startup Hyting haben am Dienstag (7. Januar) in Landshut eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung und Produktion neuartiger Wasserstoff-Heizsysteme bekannt gegeben. „Wir sehen großes Potenzial in der innovativen Technologie von Hyting", betonte Hannes Säubert, CEO Heating Technology bei EBM-Papst.

von | 08.01.25

Tim Hannig und Hannes Säubert (v.l.)
© EBM Papst
Heizen

Das 2021 gegründete Start-up aus Wiesbaden sieht in der Zusammenarbeit mit dem etablierten Konzern (Umsatz 2023/24: 2,4 Mrd. Euro) einen wichtigen Schritt zur Skalierung seiner Heiztechnologie. „Wir haben sehr lange an dem Konzept gearbeitet und es zum Laufen gebracht“, resümiert Hyting-Gründer Tim Hannig. „Mit der Expertise und Infrastruktur von EBM-Papst können wir jetzt den nächsten Schritt gehen.“ Die Partnerschaft könnte den Markteintritt der neuartigen Wasserstoff-Heizung demnach deutlich beschleunigen.

Die von Hyting entwickelte Lösung unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Wasserstoff-Heizungen. Statt auf Verbrennung setzt das System auf einen katalytischen Prozess. „Während bei der Verbrennung Stickoxide entstehen und der Prozess durch potenzielle Flammenrückschläge schwer zu kontrollieren ist, nutzen wir eine katalytische Oxidation zum Heizen“, erklärte Hannig vergangenen Sommer im Gespräch mit H2News. Dabei wird der Wasserstoff in einer nicht-brennbaren Konzentration von nur 3 % mit Luftsauerstoff gemischt. „Das Gasgemisch ließe sich also gar nicht anzünden, kann aber katalytisch reagieren“, so Hannig.

EBM-Papst will in die Partnerschaft seine Infrastruktur und Expertise im Umgang mit Wasserstoff einbringen. Diese stammt unter anderem aus der Arbeit am firmeneigenen H2-Labor am Standort Landshut. Die Gasprodukte des Unternehmens seien bereits für die Beimischung von Wasserstoff zertifiziert und könnten daher optimal im Wärmegenerator von Hyting eingesetzt werden. EBM-Papst will nun die weitere technologische Entwicklung unterstützen und die Wärmegeneratoren künftig in seinen Produktionsstätten fertigen.

Heizen im Gebäude- oder Industriesektor

Die modulare Technologie ist für Leistungen von 10 bis 300 Kilowatt ausgelegt und erreicht Temperaturen von bis zu 350 Grad Celsius. Damit eignet sie sich nicht nur für die Beheizung von Gebäuden, sondern auch für industrielle Prozesse wie Backen und Trocknen. Hyting will die Wärmegeneratoren in fünf verschiedenen Leistungsklassen (10, 25, 50, 150 und 300 kW) anbieten. Die ersten Kundeninstallationen in Deutschland sind für das erste Quartal 2025 geplant.

Als besonders interessant gilt die Möglichkeit der Hybridnutzung: „Gerade in größeren Gebäuden wäre eine Lastaufteilung von 85 % Wärmepumpe und 15 % H2-Heizung denkbar“, erläuterte Hannig gegenüber H2News. Das Wasserstoffsystem könnte dabei die Spitzenlast an besonders kalten Tagen abdecken oder als Backup-System dienen – etwa für Gewächshäuser, die eine kontinuierliche Wärmeversorgung benötigen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Websites von EBM-Papst und Hyting.

(Quelle: EBM-Papst/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

FNB Gas e.V. fordert Anpassungen am Gesetzentwurf zum Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpaket
FNB Gas e.V. fordert Anpassungen am Gesetzentwurf zum Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpaket

Der Deutsche Bundestag hat am 23. April erstmals den Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes und weiterer energierechtlicher Vorschriften zur Umsetzung des Europäischen Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpakets“ debattiert. Die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V. (FNB Gas e.V.) hat bereits Stellung genommen und zentrale Anpassungen gefordert, unter anderem zu grenzüberschreitender Wasserstoffinfrastruktur.

mehr lesen
Dritte Auktion: Wasserstoffbank vergibt 1 Milliarde Euro an neun Projekte
Dritte Auktion: Wasserstoffbank vergibt 1 Milliarde Euro an neun Projekte

Die Europäische Kommission hat im Rahmen der dritten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank neun Projekte zur Förderung ausgewählt. Die Wasserstoffprojekte erhalten zusammen über eine Milliarde Euro aus dem Innovationsfonds der EU. Sie sollen insgesamt mehr als 1,3 Millionen Tonnen Wasserstoff in den ersten zehn Betriebsjahren produzieren und dabei neun Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente einsparen.

mehr lesen
Lieferkette für Flüssigwasserstoff soll über Hamburg entstehen
Lieferkette für Flüssigwasserstoff soll über Hamburg entstehen

Die Daimler Truck Holding AG, die MB Energy Holding GmbH & Co. KG und Kawasaki Heavy Industries Ltd. haben eine Vereinbarung zum Aufbau einer Lieferkette für verflüssigten Wasserstoff nach Europa unterschrieben. Die Infrastruktur soll über dem Hamburger Hafen entstehen. Ziel ist es, den kommerziellen Betrieb für die Versorgung mit H2 Anfang der 2030er Jahre zu starten.

mehr lesen

H2 Talk

„Ab 2026 könnten wir über den THG-Quotenhandel 15 Euro pro Kilogramm Wasserstoff erzielen“
„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“
„Explosionsschutz ist eine Schlüsseltechnologie für die Wasserstoffwirtschaft“

Publikationen