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Indien: Grüner Wasserstoff für Stahlwerk

JSW Energy plant die Inbetriebnahme der möglicherweise größten Anlage für grünen Wasserstoff des Landes. Der erzeugte Wasserstoff soll in der Produktion von grünem Stahl eingesetzt werden. Innerhalb der nächsten 18-24 Monate soll die Anlage in Betrieb gehen.

von | 01.08.23

JSW möchte den Wasserstoff zum Betrieb seines Stahlwerks nutzen
Pixabay/Herbert Aust
Foto Stahlwerk

1. August 2023 | JSW Energy plant die Inbetriebnahme der möglicherweise größten Anlage für grünen Wasserstoff des Landes. Der erzeugte Wasserstoff soll in der Produktion von grünem Stahl eingesetzt werden. Innerhalb der nächsten 18-24 Monate soll die Anlage in Betrieb gehen.

Die Anlage soll im nördlichen Bundesstaat Rajasthan entstehen. Sie soll jährlich 3.800 t H₂ produzieren und dabei 25 MW Strom aus erneuerbaren Energien nutzen. Dies bedeutet, dass der Elektrolyseur nur etwa 12 MW groß sein wird. Dennoch wird er bei Inbetriebnahme laut Hydrogen Insight der größte Elektrolyseur Indiens sein.

„Wir haben das Grundstück bereits ausgewählt, und der Antrag bei der Regierung von Rajasthan für die notwendigen Anreize befinden sich in der Endphase der Genehmigung“, sagt Prashant Jain, CEO von JSW Energy.

Die Anlage sei „auf bestem Wege, bis März 2025 in Betrieb genommen zu werden“, fügte er hinzu. Die Verhandlungen über das Projekt und die dafür benötigten Maschinen dauern allerdings noch an.

Grüner Wasserstoff für grünen Stahl

JSW Steel beabsichtigt, den Wasserstoff in den nächsten sieben Jahren abzunehmen. Er soll im Stahlwerk Vijayanagar im südlichen Bundesstaat Karnataka zum Einsatz kommen. Dieses sei mit einer Produktionskapazität von 12 Mio. t das sechstgrößte der Welt.

Der Vorstandsvorsitzende von JSW Steel, Jayant Acharya, erklärte gegenüber Investoren, dass die Verwendung von grünem Wasserstoff ein Weg sei, den das Unternehmen in dem Bemühen prüfe, „unsere Kohlenstoffemissionen in Zukunft sehr aktiv zu reduzieren“.

„Wir werden die neuen, aufkommenden Technologien im Bereich Wasserstoff und Kohlenstoffabscheidung übernehmen, sobald die Technologie weiterentwickelt werden kann und wirtschaftlich rentabel wird“, sagte er.

Das Unternehmen investiert auch in elektrische Lichtbogenöfen, bezieht Strom aus erneuerbaren Energien und arbeitet an der Steigerung der Energie- und Prozesseffizienz.

„Unser Ziel ist es, bis 2030 den Verbrauch von Kraftwerkskohle so weit wie möglich auf Null zu reduzieren“, sagte Acharya.

Herausforderung Dekarbonisierung

Die Eisen- und Stahlindustrie ist Indiens größte Quelle für Treibhausgasemissionen in der Industrie und setzte im Jahr 2022 rund 320 Mio. t CO₂ frei.

Steigt die Rohstahlproduktion in Indien bis 2050 wie prognostiziert auf 576 Mio. t, könnten die jährlichen Emissionen der Industrie fast 900 Mio. t. CO₂ erreichen. Dies schätzt das Rocky Mountain Institute.

Die indische Regierung hat im vergangenen Monat eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen veröffentlicht, um 4,5 Mrd. Rupien (55 Mio. $) für Pilotanlagen für umweltfreundlichen Stahl auszuschreiben. Außerdem zog die Regierung in Erwägung, die Verwendung von grünem Wasserstoff in bestimmten Sektoren vorzuschreiben.

Indien wird als Industriestandort immer bedeutender. So nahm der deutsche Brennstoffzellenhersteller SFC Energy AG dort Anfang des Jahres eine Produktionsstätte für Wasserstoff- und Methanol-Brennstoffzellen in Betrieb. Vergangenen Monat eröffnete Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zudem ein Brennstoffzellenwerk in Neu-Delhi.

(Quelle: Hydrogeninsight/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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