Ineratec präsentiert containerisierte Anlage zur dezentralen e-SAF-Produktion

Das Technologieunternehmen Ineratec GmbH hat auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) Berlin 2026 eine Anlage zur dezentralen Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff vorgestellt. Der „Lifeline"-Container soll die Abhängigkeit von zentraler Infrastruktur reduzieren und e-SAF sowie andere synthetische Kraftstoffe direkt vor Ort erzeugen. Der Kraftstoff ist für den Einsatz in Regionalflugzeugen vorgesehen.

von | 15.06.26

Vorstellung auf der ILA Berlin 2026: Die Messe fand vom 10. bis zum 14. Juni statt.
© Ineratec GmbH
Ineratec präsentiert containerisierte Anlage zur dezentralen e-SAF-Produktion

Die modulare Power-to-Liquid-Anlage (PtL) wandelt mithilfe der Fischer-Tropsch-Synthesetechnologie erneuerbaren Strom, Wasserstoff und CO2 in Kraftstoffe um, die ohne technische Anpassungen mit bestehenden Flugzeugen und der bestehenden Infrastruktur kompatibel sind. Die Kompatibilität wurde vom Wehrwissenschaftlichen Institut für Werk- und Betriebsstoffe der Bundeswehr bestätigt.

Zudem würden die Kraftstoffe den Standards der Standardisierungsorganisation ASTM International entsprechen, die technische Vorgaben für Produkte und Dienstleistungen entwickelt.

Kooperation mit Deutsche Aircraft auf der ILA Berlin 2026

Im Rahmen einer Partnerschaft auf der ILA Berlin haben Ineratec und der Flugzeughersteller Deutsche Aircraft GmbH ein „Fuel-to-Flight“-Ökosystem umgesetzt: Die modularen Produktionssysteme für e-SAF sowie weitere synthetische Kraftstoffe wurden mit den Regionalflugzeugen der D328-Plattform von Deutsche Aircraft verbunden. Mit der D328eco will der Flugzeughersteller ein Regionalflugzeug entwickeln, das vollständig auf die Kompatibilität mit e-SAF ausgelegt ist.

Wolfgang Kuhl, Vice President Programs and Innovation bei Deutsche Aircraft, erklärte: „Diese Zusammenarbeit zeigt, wie nachhaltige Luftfahrt und operative Widerstandsfähigkeit Hand in Hand gehen können – insbesondere in abgelegenen und anspruchsvollen Umgebungen.“

Technologie basiert auf Europas erster PtL-Anlage

Die „Lifeline“-Anlage basiere auf derselben Technologieplattform, die Ineratec bereits im industriellen Maßstab betreibt: „ERA ONE“ in Frankfurt. Nach Unternehmensangaben ist „ERA ONE“ die erste Anlage in Europa, die PtL-Kraftstoffe in kommerziellen Mengen liefert.

„Lifeline“ übertrage dieses Wissen nun in ein mobiles, containerisiertes Format. Mit integrierten Redundanzen soll ein kontinuierlicher Betrieb auch bei Ausfall einzelner Komponenten oder Versorgungswege ermöglicht werden.

Anlage ist Bestandteil der Giga-PtX-Initaitve

Die „Lifeline“-Kraftstoffsynthese ist zudem Teil der Giga-PtX-Initiative. In deren Rahmen will Ineratec gemeinsam mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall AG und weiteren europäischen Unternehmen ein dezentrales Netzwerk modularer PtL-Anlagen in Europa aufbauen. Jede Anlage soll zwischen 4.000 und 7.000 Tonnen synthetischen Kraftstoff pro Jahr produzieren. Das europaweite Netzwerk soll langfristig mehr als 20 Millionen Tonnen jährlich liefern.

 

(Quelle: Ineratec GmbH/2026)

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