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Initiative Klimahafen Gelsenkirchen: Ohne Wasserstoff keine Klimaneutralität

Für mittelständische Unternehmen mit hohem Prozesswärmebedarf gibt es keine allgemeingültige Lösung auf dem Weg zu Klimaneutralität, doch ohne Wasserstoff wird es nicht gehen. Das ist das Ergebnis einer von der Initiative Klimahafen Gelsenkirchen vorgelegten Kurzstudie.

von | 09.12.22

Ohne H2 wird es nicht gehen
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09. Dezember 2022 | Für mittelständische Unternehmen mit hohem Prozesswärmebedarf gibt es keine allgemeingültige Lösung auf dem Weg zu Klimaneutralität, doch ohne Wasserstoff wird es nicht gehen. Das ist das Ergebnis einer von der Initiative Klimahafen Gelsenkirchen vorgelegten Kurzstudie.

In der Initiative haben sich 20 Unternehmen und Verbände zusammen geschlossen. Die Untersuchung ergab, dass neben der Elektrifizierung mit grünem Strom die Umstellung auf grünen Wasserstoff eine wichtige Option ist. Deshalb sei neben dem Ausbau der Stromnetze gleichzeitig der Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur erforderlich, die nicht nur die Großindustrie versorgt, sondern gleichzeitig eine frühe Anbindung an den Mittelstand schafft.

Der Hafen in Gelsenkirchen ist ein Tochterunternehmen der Stadtwerke. Manfred Ackermann, Geschäftsführer der Stadtwerke Gelsenkirchen, unterstützt den Vorstoß im Interesse mittelständischer Unternehmen. Der Mittelstand sei unverändert das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und dürfe auch bei der Dekarbonisierung nicht gegenüber der Großindustrie benachteiligt werden.

Dem Klimahafen bescheinigt Ackermann, mehr zu sein als ein Reallabor.

„Der Klimahafen bringt einen nachweisbaren ökologischen Nutzen und beweist die technologische Reife von Wasserstoff in industriellen Prozessen.“

Bottom-up Studie für Dekarbonisierungspfade

Ackermann bringt in Sachen Wasserstoff eigene Expertise aus seiner früheren Tätigkeit als Geschäftsführer der Stadtwerke Emden mit. Dort hatten die Stadtwerke in Kooperation mit der Hochschule Emden an einem bedeutenden europäischen Wasserstoffprojekt mitgewirkt

Lars Baumgürtel, Sprecher der Initiative Klimahafen Gelsenkirchen und Geschäftsführender Gesellschafter der ZINQ Gruppe fasst in einer Presseerklärung der Initiative Klimahafen die Ergebnisse zusammen:

„Bislang galt die Elektrifizierung der Prozesswärme als bevorzugter Weg. Die Studie bricht diese Ausrichtung klar auf und zeigt, dass Wasserstoff eine ebenso berechtigte Alternative ist. Für die Energiewende in Deutschland macht daher für viele Betriebe die parallele Entwicklung redundanter, hybrider Systeme Sinn.

 

Deshalb sollte die Bundesregierung die infrastrukturelle Förderung nicht nur auf Strom, sondern stärker auch auf den Markthochlauf für grünen Wasserstoff ausrichten. So kann gerade im wichtigen Mittelstand die unternehmerische Entscheidung für den optimalen Weg zur Dekarbonisierung gewährleistet werden.“

Die Studie „Dekarbonisierung der Prozesswärme im Klimahafen Gelsenkirchen“ wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert, vom Wissenschaftspark Gelsenkirchen koordiniert und von Forschern und Forscherinnen des Wuppertal Instituts und des Fraunhofer UMSICHT erarbeitet. Als eine der ersten „Bottom-up-Studien“ analysiert sie Dekarbonisierungspfade auf einzelbetrieblicher Ebene in insgesamt sechs Unternehmen und fasst diese für den Wärmecluster im Klimahafen zusammen.

Betrachtet wurden die Mälzerei der Avangard Malz AG, die Getränkedosenproduktion der Ball Beverage Packing Gelsenkirchen GmbH, die Elektrobandproduktion der ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH, die Sekundäraluminium-Produktion der TRIMET Aluminium SE, die Feuerverzinkerei der ZINQ GmbH & Co KG sowie die Aromatenproduktion der Arsol Aromatics GmbH & Co.KG.

Ausbau regionaler Infrastruktur

Neben Hinweisen für weitere Effizienzmaßnahmen durch Abwärmenutzung und Wärmeverbünde am Standort zeigt die Studie, dass die Umsetzung der aufgezeigten Transformationspfade letztlich vor allem von Verfügbarkeit, Infrastruktur und Kosten der jeweiligen Energieträger am Standort abhängig ist und dass im Klimahafen sowohl die Anbindung an eine leitungsgebundene Versorgung mit grünem Wasserstoff als auch der Netzausbau für strombasierte Wärmeerzeugung (Wärmepumpen etc.) technisch erforderlich und wirtschaftlich sinnvoll sind.

Ein synergetisches Zusammenspiel von strom- und wasserstoffbasierten Versorgungsoptionen zur Erzeugung industrieller Wärme lege daher die Basis für die unternehmerische Entscheidung des individuellen Transformationspfades zur Klimaneutralität.

Simon Nowack, Wirtschaftsförderungsdezernent der Stadt Gelsenkirchen, sieht den Klimahafen als wegweisendes Leuchtturmprojekt für Cluster mit energieintensivem Mittelstand. Unterstützung erhält die Initiative auch aus der Region. Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen sieht nun die Politik am Zug:

„Der potenzielle Einsatz von grünem Wasserstoff erfordert den Auf- und Ausbau einer leistungsstarken Transport- und Verteilinfrastruktur“, betont Jaeckel.

Dabei dürfe der Fokus nicht allein auf die überregionalen Netze gelegt werden. Um die mittelständische Wirtschaft auf dem Weg zu einem schnellen Umstieg auf grünen Wasserstoff zu unterstützen, müsse der Ausbau regionaler Transport- und Verteilinfrastruktur direkt parallel zum Ausbau der überregionalen Netze laufen.

Mehr Informationen zum Klimahafen Gelsenkirchen erhalten Sie hier.

(Stadtwerke Gelsenkirchen/2022)

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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