Intelligentes Energiemanagement für Brennstoffzellen-Lkw

AVL und das britische Startup Spark EV haben eine Software zum intelligenten Energiemanagement in Brennstoffzellen-Lkw entwickelt. So wollen die Partner anhand von Simulationen und Machine-Learning-Routen besonders energieeffizient und kostengünstig planen. 

von | 22.12.23

Neben emissionsfreien Mobilitätslösungen beschäftigt sich das österreichische Unternehmen auch mit autonomem Fahren
© AVL
AVL Fuel Cell Truck intelligentes Energiemanagementsystem

22. Dezember 2023 | Der österreichische Automobilzulieferer AVL hat mit dem britischen Startup Spark EV eine Software zum smarten Energiemanagement von Brennstoffzellen-Lkw entwickelt. Mit ihr wollen die Partner anhand von Simulationen und Machine-Learning Routen besonders energieeffizient und kostengünstig planen.

Bis zu 15 Mio. Brennstoffzellenfahrzeuge könnten laut der globalen Wasserstoffinitiative Hydrogen Council bis 2030 auf den Straßen unterwegs sein. Damit sie dies energieeffizient und kostengünstig tun, haben AVL und Spark EV ein „intelligentes Energiemanagementsystem für Nutzfahrzeuge“ entwickelt.

Das System basiert auf einer Software, die den für eine Fahrt benötigten Energiebedarf vorhersagt. Konkret lassen sich Fahrrouten über einen digitalen Map-Provider online planen, um den genauen Energiebedarf zu bestimmen. Dabei simuliert das System die Fahrt mit einem digitalen Zwilling, der ermittelt, wie sich der Energiebedarf pro Kilometer aufgrund von Streckenbeschaffenheit, Höhenprofil und Fahrverhalten gestaltet.

Auch Parameter wie Beladung oder Verkehrsaufkommen finden dabei laut AVL Berücksichtigung. Da die Software auf Basis von maschinellem Lernen arbeitet, sollen die Vorhersagen immer genauer werden. Perspektivisch könnte der Betrieb der Brennstoffzelle so weiter optimiert und der Energie- bzw. Treibstofverbrauch reduziert werden.

Energiemanagement soll Verschleiß verringern

Hierzu schlage die Technologie vor, wann es ratsam ist, Energie aus der Batterie zu ziehen, um die Brennstoffzelle zu entlasten. Ist die Leistungsanforderung hoch oder der Ladestand der Batterie zu niedrig, wird die Brennstoffzelle aktiviert. Diese „intelligente Betriebsstrategie“ soll nicht nur den Wasserstoffverbrauch verringen, sondern auch die Größe der Batterie minimieren.

Zudem ließe sich die Lebensdauer der kostenintensiven Komponenten verlängern und deren Wartungsaufwand verringern. Flottenbetreiber können die Technologie in der Vorplanung ihrer Antriebssysteme heranziehen. Sie zeigt, wie rentabel die Aufnahme von Brennstoffzellen-Lkw für ihre Flotte sein kann.

Justin Ott, CEO Spark EV Technology: „Wasserstoff wird eine entscheidende Rolle im Energiemix für Nutzfahrzeuge spielen. Unser Plan ist es, eine Lösung anzubieten, die die Leistungsfähigkeit von FCEVs optimiert und die Reichweiten- und Betankungsängste beseitigt, indem wir Vertrauen in die hochpräzise, aktuelle Reichweitenverfügbarkeit und die Optimierung des Wasserstoffkraftstoffverbrauchs schaffen, um mehr Flotten einen schnelleren Umstieg zu ermöglichen und den Herstellern eine realistische FCEV-Option zu bieten.“

Mehr zum Thema Brennstoffzellenmobilität erfahren Sie u.a. in den DWV-Studien der Fachkommission HyMobility. Die aktuellste beschäftigt sich mit Skaleneffekten durch Serienproduktion.

Mehr zu Brennstoffzellen-Lkw:

(Quelle: AVL List GmbH/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Finnland: ABO Energy bereitet 600-MW-Wasserstoffanlage in Oulu vor
Finnland: ABO Energy bereitet 600-MW-Wasserstoffanlage in Oulu vor

Im Norden Finnlands soll eine Elektrolyseanlage mit bis zu 600 MW Leistung in zwei bis drei Ausbauphasen entstehen. Dafür haben ABO Energy und die Stadt Oulu eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Die Vereinbarung schafft den Rahmen für Projektentwicklung, Raumplanung und Genehmigungsverfahren. 

mehr lesen
OPAL: Wasserstoffinvestor übernimmt Anteil an Gasleitung für Kernnetz
OPAL: Wasserstoffinvestor übernimmt Anteil an Gasleitung für Kernnetz

Der Energiekonzern Uniper hat seine 20-prozentige Beteiligung an der Gaspipeline OPAL an den Infrastrukturinvestor Hy24 verkauft. Die Übertragung erfolgt über sämtliche Anteile an der Lubmin-Brandov Assets GmbH & Co. KG und erfüllt eine Auflage aus dem EU-beihilferechtlichen Genehmigungsverfahren vom Dezember 2022. Die rund 470 Kilometer lange Pipeline zwischen Lubmin und Brandov ist zukünftig Teil des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes.

mehr lesen
„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“
„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“

Seit Jahresbeginn läuft die Berliner Pilotanlage der Spark e-Fuels GmbH zur Herstellung von Synthesegas erfolgreich. Am 9. September öffnete das Start-up sie erstmals für Vertreter aus Politik, Medien und Öffentlichkeit. Im Interview spricht Mitgründerin Dr. Julia Bauer darüber, welche Erkenntnisse das Team bei der Planung und Skalierung der Anlage gewonnen hat, wie die eigene Technologie die Produktionskosten von synthetischen Kraftstoffen (e-Fuels) um rund 40 Prozent senken soll und welche Rolle das Unternehmen in zehn Jahren beim Hochlauf der Kraftstoffe spielen will.

mehr lesen

H2 Talk

„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“
„Der Mittelstand ist das Kraftwerk unserer Wirtschaft"
„Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind keine Gegensätze“

Publikationen

Das Projekt H2home

Das Projekt H2home

Autor: Matthias Block, Steffen Giesel, Andreas Herrmann und Norman Klüber

Das Ziel von H2home war die Entwicklung eines integrativen Systems mit 5 kW elektrischer Leistung zur hocheffizienten Nutzung von elektrischer Energie, Wärme- und Kälteenergie, bereitgestellt auf Basis von 100 % grünem Wasserstoff. Dieses System ist ...

Zum Produkt