Die Stahlproduktion verursacht in Europa rund 7 Prozent der gesamten CO₂-Emissionen. Der italienische Stahlhersteller Cogne will durch den Einsatz von grünem Wasserstoff diese Emissionen reduzieren. Dafür hat er an seinem Stammsitz in Aosta eine Wasserstoff-Pilotanlage in Betrieb genommen, die erstmals grünen Wasserstoff anstelle von fossilem Erdgas in einem industriellen Wärmebehandlungsprozess einsetzt.
Der Edelstahlhersteller investiert rund 8 Millionen Euro in die Anlage. Für die Umsetzung der Wasserstofftechnologie erhielt Cogne aber auch öffentliche Mittel, da das „Green Hydrogen in Cogne”-Projekt Teil des italienischen Wiederaufbauplans PNRR (Piano Nazionale di Ripresa e Resilienza) ist.
Die Energieversorgung des eigenen Elektrolyseurs erfolgt über lokale erneuerbare Quellen. Ein Wasserkraftwerk am Fluss Dora Baltea liefert mit drei StreamDiver-Turbinen von Voith Hydro durchschnittlich 315 Kilowatt Nennleistung. Eine Photovoltaikanlage auf den Werksdächern ergänzt die Stromversorgung.
Cogne bezieht bereits 100 Prozent Ökostrom
Cogne nutzt nach eigenen Angaben seit 2024 ausschließlich Ökostrom mit zertifizierten Herkunftsnachweisen für die gesamte Stahlproduktion. Die Wasserstoffanlage soll nun die Dekarbonisierungsstrategie des Unternehmens ergänzen und die Vision einer nachhaltigen Stahlproduktion vorantreiben.
Parallel zur eigenen Wasserstoffnutzung entwickelt der Stahlhersteller Werkstoffe für die Wasserstoffwirtschaft und produziert Edelstähle für wasserstoffführende Komponenten. Das Portfolio umfasst Edelstähle für Ventile, Sensoren, Leitungen und weitere wasserstoffführende Komponenten. Die Materialien erfüllen Anforderungen bezüglich Korrosionsbeständigkeit, Verschleißfestigkeit und Wasserstoffversprödung.







