Das französische Unternehmen hat laut eigenen Angaben erfolgreich Verbrennungstests durchgeführt, bei denen grüner Wasserstoff fossil-basiertes Erdgas in der Keramikindustrie ersetzt hat. Die Versuche zeigten, dass Wasserstoff Erdgas vollständig ersetzen könne. Dabei erreichten die Brenner Temperaturen zwischen 400°C und 1550°C. Diese Temperaturspanne ist für verschiedene Industriezweige relevant, darunter Zement-, Stahl-, Glas- und Nichteisenmetall-Produktion.
Lhyfe entwickelte ein spezielles Mixing-Kit für die Umstellung. Das System ermöglicht eine graduelle Erhöhung des Wasserstoffanteils von null auf 100 Prozent. Dabei mischte das Unternehmen Wasserstoff und Erdgas in verschiedenen Verhältnissen.
Die Technologie erfordert lediglich den Austausch der Brenner. Weitere Anpassungen der bestehenden Anlagen sind nicht notwendig. Das Kit steht nun für Tests in anderen Industriebranchen zur Verfügung.
Erste Wasserstoff-Lieferung nach Spanien

Erste H₂-Lieferung nach Spanien (© Lhyfe)
Parallel zu den Verbrennungstests startete das französische Unternehmen seine Aktivitäten-Wasserstoff auf der Iberischen Halbinsel. Lhyfe lieferte erstmals grünen Wasserstoff nach Spanien. Die Lieferung von drei Tonnen grünem Wasserstoff in die Region Valencia erfolgte innerhalb von drei Wochen.
Der Wasserstoff stammt aus der Anlage in Bessières in der Nähe von Toulouse im Süden Frankreichs. Die Produktionsstätte ging 2024 in Betrieb und produziert täglich bis zu zwei Tonnen grünen Wasserstoff bei 5 MW Leistung. Lhyfe transportierte den Wasserstoff mit seiner nach eigenen Angaben europaweit größten Flotte von Wasserstoff-Containern.
Keramiksektor als Pilotanwendung
Die Region Valencia beheimatet zahlreiche Keramik- und Fritte-Hersteller. Fritte ist ein Glasurmaterial, das Fliesen Glanz und Festigkeit verleiht. Diese Industrien benötigen hohe Temperaturen für ihre Produktionsprozesse und setzen traditionell auf Erdgas-Verbrennung.
Die Keramikindustrie eigne sich laut Lhyfe besonders für Wasserstoff-Anwendungen. Der Sektor suche aktiv nach Alternativen zu fossilen Brennstoffen, um die CO₂-Intensität zu reduzieren.
Spanien als Wachstumsmarkt für Wasserstoff
Der Wasserstoff-Produzent plane weitere Projekte in Spanien. Aktuell entsteht in Vallmoll, südlich von Barcelona, eine Anlage mit einer Leistung von 15 MW, heißt es in einer Pressemeldung von Lhyfe. Die Produktionsstätte soll täglich 4,5 bis 5 Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen und 2027 den Betrieb aufnehmen. Das Projekt erhält 14 Millionen Euro Förderung aus dem spanischen H2-Pioneros-Programm. Die Anlage soll Industrieunternehmen der Chemiebranche und Mobilitätsanwendungen mit Wasserstoff versorgen.
Spanien biete gute Voraussetzungen für Wasserstoffprojekte. Das Land verfügt über politische Unterstützung, geeignete Fördermechanismen und große Mengen erneuerbarer Energie. Viele Hersteller suchen nach Lösungen für ihre Energiewende, um wettbewerbsfähig zu bleiben.







