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Kernnetz: Nowega befüllt 55-Kilometer-Abschnitt mit Wasserstoff

Mit 55 Kilometer Wasserstoffleitungen hat die Nowega GmbH den ersten Abschnitt ihres Wasserstoffnetzes in Betrieb genommen. Dies meldete der Fernleitungsbetzbetreiber (FNB) am Freitag (27. März). Der in Südwestniedersachsen liegende Abschnitt gehört zum Wasserstoff-Kernnetz und besteht zu 95 Prozent aus vorhandenen Erdgasleitungen, die auf den Wasserstofftransport umgestellt werden.

von | 31.03.25

Bei der Erstbefülllung in Nordhorn am 27. März
© Nowega
Nowega

Nach Angaben der Nowega GmbH verläuft die neue Wasserstoffleitung zwischen Lingen und Bad Bentheim. Die Erstbefüllung fand am Freitag (27. März) in Nordhorn statt. Als Teil des IPCEI-GET H2 Netzes hatte die Umstellung Fördermittel von der Bundesregierung und dem Land Niedersachsen erhalten.

Der Netzabschnitt schaffe wichtige Anbindungsmöglichkeiten für Erzeuger und Nutzer von erneuerbarem Wasserstoff. „Mit der Inbetriebnahme stellen wir die ersten Transportkapazitäten für die frühe Phase der Wasserstoffwirtschaft bereit“, so Nowega-Geschäftsführer Frank Heunemann. Durch die Nutzung bestehender Leitungen lasse sich der Einstieg in den Wasserstofftransport „kosteneffizient und zügig“ umsetzen.

Fast 30.000 Kubikmeter Erstbefüllung

Im ersten Schritt wird der Netzabschnitt mit insgesamt 28.500 Kubikmetern Wasserstoff befüllt und so auf ein Druckniveau von 3 bar gebracht. Bis Mitte April soll die Leitung dann betriebsbereit sein, erläuterte Dennis Hoeveler, Bereichsleiter Technik bei Nowega. Die Erstbefüllung findet über per Trailer angelieferten Wasserstoff statt.

Der wichtigste erste Anschlussnehmer des Wasserstoffnetzes ist eine 300-MW-Elektrolyseanlage von RWE Generation in Lingen. Noch in diesem Jahr soll sie mit der Produktion von grünem Wasserstoff  beginnen. Ein Hauptabnehmer ist die TotalEnergies-Raffinerie in Leuna, wie RWE kürzlich bekanntgab.

„Die Befüllung des ersten Netzabschnitts von Nowega ist eine ausgezeichnete Nachricht für RWE“, sagte Sopna Sury, COO Hydrogen bei RWE Generation. „Denn damit wird der Ausbau des deutschen Wasserstoffkernnetzes konkret. Zugleich wird die Verbindung zwischen unserem Elektrolyse-Standort Lingen und dem RWE Wasserstoffspeicher in Gronau-Epe greifbar. Diese Verbindung benötigen wir zur stabilen Belieferung unserer Kunden, wie der TotalEnergies in Leuna.“

Weiterer Ausbau geplant

In der zweiten Jahreshälfte soll das Netz weiter Richtung Süden wachsen. Dann sollen die bereits laufenden Baumaßnahmen für den Transport von Wasserstoff an der gemeinschaftlichen Leitung des Essener Fernleitungsnetzbetreibers OGE und der Nowega zwischen Bad Bentheim und Legden im Münsterland abgeschlossen sein.

An diese Leitung schließen weitere Verbindungen an, wie die zum RWE-Wasserstoffspeicher in Epe, eine bestehende Verbindung zum Chemiepark Marl sowie Leitungen zur Anbindung industrieller Abnehmer und der Importroute aus den Niederlanden.

„Wir sind sehr erfreut darüber, dass die Baumaßnahmen an der Leitung zwischen Bad Bentheim und Legden weitestgehend abgeschlossen sind. Zudem ist kürzlich der Planfeststellungsbeschluss der Leitung Heek-Epe eingegangen und die Baumaßnahme planmäßig gestartet. Sie verbindet als Wasserstoffneubauleitung das vorgenannte Leitungssystem mit dem Wasserstoffspeicher in Epe“, sagte Detlef Brüggemeyer, Technischer Geschäftsführer OGE.

„Die Bereitstellung der ersten Abschnitte des Wasserstoffkernnetzes schaffen für die Unternehmen, die Wasserstoff erzeugen oder einsetzen wollen, die Sicherheit, dass die Transporte zeitgerecht möglich werden“, sagte Frank Heunemann. Jetzt sei es wichtig, dass die neue Bundesregierung den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft konsequent weiter unterstützt, ergänzte er. Die wichtigsten Schritte: Eine Reduzierung der Herstellungskosten für klimafreundlichen Wasserstoff und die Schaffung von Anreizen für den Einsatz des Wasserstoffs.

 

(Quelle: Nowega/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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