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Klinger versorgt Tiroler Wasserstoffanlage mit 200 Armaturen

Für eine Wasserstoff-Elektrolyseanlage des Tiroler Lebensmittelhändlers MPreis hat KLINGER Gebetsroither rund 200 Armaturen geliefert

von | 07.02.23

Die neue Wasserstoff-Produktionsanlage am MPreis-Hauptsitz in Völs (vorne im Bild) (Quelle: MPreis / Valentin Schennach)

07. Februar 2023 | Für eine Elektrolyseanlage des Tiroler Lebensmittelhändlers MPreis hat KLINGER Gebetsroither Armaturen und Rückschlagventile geliefert. Insgesamt wurden über 200 wasserstofftaugliche Produkte in der Anlage verbaut.

Der österreichische Lebensmittelproduzent MPreis hat am Firmenstandort in Völs 13 Mio. € in eine der größten Single-Stack-Elektrolyseanlage Europas investiert. Sowohl für eine Großbäckerei als auch für die LKW der Transportflotte wird Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen produziert.

„In dieser Wasserstoffanlage wurden KLINGER-Kugelhähne verbaut. Wir haben das Projekt gemeinsam mit dem Anlagenbauunternehmen Bilfinger realisiert“, sagt Gerhard Praxmarer, Verkaufsleiter bei KLINGER Gebetsroither.

Zum Einsatz kamen ungefähr 200 Armaturen, darunter auch rund 70 Edelstahl-Kugelhähne KLINGER KHA-FL-XC sowie Double-Block-and-Bleed (DBB). Zusätzlich wurden noch etwa 130 Armaturen, wie Kugelhähne aus Stahl (KHA-FL-VIII), Monoball-Kugelhähne, Messingkugelhähne sowie Rückschlagarmaturen eingebaut.

PN40-Armaturen für Betriebsdruck von 36 Bar

Zu Beginn der Auftragsvergabe lieferte KLINGER Gebetsroither Hinweise für den Umgang mit heiklen Medien.

„Wir konnten den Kunden darauf hinweisen, dass in der Ausschreibung einige Anforderungen für den Hochdruckbereich festgelegt wurden, die für die Wasserstoffanlage nicht notwendig waren.

 

Unsere PN40-Armaturen sind für den vorherrschenden Betriebsdruck von 36 Bar perfekt ausgelegt. Wir konnten somit eine technisch und ökonomisch ideale Lösung anbieten“, erläutert Markus Fuchs, Vertriebstechniker und Produkt-Manager bei KLINGER Gebetsroither.

Elektrolyseanlage mit besonderen Herausforderungen

Von der technischen Seite brachte das Medium Wasserstoff laut Hersteller einige Spezialanforderungen mit sich.

„So haben wir etwa spezielle Double-Block-and-Bleed-Armaturen verwendet. Das sind Armaturen mit Entleerungsventil, die das doppelte Absperren und Entleeren des Tot- und Kugelinnenraums ermöglichen. Die Kontrolle der Dichtheit im Durchgang der Kugelhähne kann dank dieser Ausführung im laufenden Betrieb der Anlage durchgeführt werden.

 

Außerdem waren Flansche mit Vorsprung nach EN1092-1, Form E, für die Abdichtung gegen das herausfordernde Medium gewünscht“, erklärt Karl Vogl, Teamleiter Innendiensts für Armatur-Projekte bei KLINGER Gebetsroither.

Vollautomatische Armaturen

Wasserstoff verfügt über eine extrem kleine Molekularstruktur und ist dementsprechend kriechfähig. Das macht die Abdichtung aufwändig – und besonders sicherheitskritisch: Schon geringe Mengen des ausgetretenen Mediums können eine Explosion verursachen.

„Massebezogen enthält eine Menge von 10 % Wasserstoff dieselbe Energie wie 100 % Erdgas“, so Markus Fuchs über den Energieträger, der ansonsten wie ein normales Gas zu handhaben sei.

Da die Elektrolyseanlage automatisiert arbeiten kann, hat KLINGER Gebetsroither viele der verbauten Armaturen automatisiert. Pneumatische Antriebe, die Kugelhähne öffnen und schließen, sowie Magnetventile, die Druckluft regeln, waren Teil des Auftrags. Die Auslegung dieser Bauteile wurde in enger Absprache mit dem technischen Innendienst durchdacht und minutiös geplant.

„Anfrage und Rückfrage, das ist wie ein Pingpong-Spiel, das wir mit dem Kunden führen. Der technische Innendienst ist ein guter Sparring-Partner für den Kunden, dieser Prozess hat bei dem Wasserstoffprojekt hervorragend funktioniert“, sagt Fuchs.

 

(KLINGER Gebetsroither/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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