Kooperation treibt Entwicklung von Wasserstoff-Verbrenner-Lkw voran

Die Daimler Truck Holding AG und die Keyou GmbH wollen Lkw mit wasserstoffbetriebenen Verbrennungsmotoren zur Marktreife bringen. Als technische Basis sollen bestehende Fahrzeug- und Motorenvarianten des Nutzfahrzeugherstellers dienen, die Wasserstoff-Umrüstung verantworte das Münchner Unternehmen. Die Markteinführung des ersten Fahrzeugs, der Sattelzugmaschine KEYOU HICE.40, ist für 2027 geplant.

von | 24.06.26

Die Betankungszeit der Sattelzugmaschine KEYOU HICE.40 soll etwa 20 Minuten betragen.
© Keyou GmbH
Kooperation treibt Entwicklung von Wasserstoff-Verbrenner-Lkw voran

Ziel der Vereinbarung ist es, eine kurzfristig verfügbare und wirtschaftliche Technologie bereitzustellen, die bestehende dekarbonisierte Antriebe ergänzen soll.

Kooperation regelt Fahrzeugbasis und technischen Umbau

Im Rahmen der Vereinbarung ist geplant, dass Daimler Truck Fahrzeuge vom Typ Mercedes-Benz Actros L 1848 als Sattelzugmaschine sowie Motoren auf Basis der bestehenden 12,8-Liter-Plattform an Keyou verkauft.

Das Münchner Unternehmen will dann die technologische Adaption zu einem wasserstoffbetriebenen Verbrennungsmotor verantworten. Den technischen Umbau der Lkw sowie die Integration des KEYOU-inside Wasserstoffmotors sollen externe Dienstleister übernehmen.

Sattelzugmaschine mit 650 Kilometer Reichweite

Die daraus entstehende Sattelzugmaschine KEYOU HICE.40 ist für den Betrieb mit einem Gesamtfahrzeuggewicht von 40 Tonnen ausgelegt. Dank der 350-Bar-Druckwasserstofftechnologie soll sie eine Reichweite von bis zu 650 Kilometern ermöglichen. Das Fahrzeug verfüge zudem über eine Leistung von bis zu 350 kW.

Eine Markteinführung ist für 2027 vorgesehen. Dann will das Münchner Unternehmen die Sattelzugmaschine Kunden anbieten.

Keyou und Daimler Truck planen im nächsten Schritt Gespräche darüber zu führen, wie bestehende Service- und Wartungsstrukturen perspektivisch genutzt werden könnten, um Flottenbetreibern Betriebssicherheit und Verfügbarkeit zu bieten.

Aufbau einer einheitlichen Tankstelleninfrastruktur geplant

Künftig sei auch ein Angebot in Kombination mit entstehender Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur geplant. Die Infrastruktur werde unter anderem über ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) unterstützt. Ende Januar hatte das BMV einen Förderaufruf für die Wasserstoff-Infrastruktur im Schwerlastverkehr gestartet. Die Förderung kombiniert den Aufbau eines Tankstellennetzes für Wasserstoff-Nutzfahrzeuge und die Fahrzeugbeschaffung. Antragstellungen waren bis Ende Mai möglich (H2News berichtete).

Daimler Truck unterstütze den Aufbau von Tankstellen, die sowohl gasförmigen als auch flüssigen Wasserstoff abgeben können. So sollen alle gängigen H2-Formen an einer Station angeboten werden können. Diese Integration erlaube den Aufbau einer einheitlichen Infrastruktur und senke die Kosten durch höhere Auslastung. Zudem erleichtere sie Kunden den Einstieg in wasserstoffbasierte Transporte. Ab Ende 2027 sollen Wasserstoff-Verbrenner-Lkw nach Unternehmensangaben skalierbar in den Markt eingeführt werden können.

 

(Quelle: Keyou GmbH/2026)

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