Das Schleswig-Holsteinische Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur hatte das Scheitern von „HyScale 100“ Mitte August bestätigt. Die Raffinerie Heide hatte gemeinsam mit dem französischen Wasserstoffunternehmen EDF-Hynamics, dem Schweizer Baustoffproduzenten Holcim AG sowie dem dänischen Energiekonzern Ørsted A/S an dem Vorhaben gearbeitet.
Bund und Land hatten ursprünglich knapp 900 Millionen Euro für das Projekt in Aussicht gestellt. Nach Angaben des Bundeslandes seien durch das Aus jedoch keine Fördermittel verloren gegangen.
Das Scheitern begründete die Raffinerie unter anderem mit fehlender Planungssicherheit.
Elektrolyseanlage sollte 2026 in Betrieb gehen
Das Vorhaben zielte auf die Integration der windbetriebenen Wasserstoffproduktion mit der Abscheidung von CO2 zur Herstellung von petrochemischen Produkten ab. Das abgeschiedene CO2 aus dem Holcim-Zementwerk Lägerdorf und der Raffinerie sollte mit grünem Wasserstoff zu E-Methanol synthetisiert werden. Stattfinden sollte dies mittels Elektrolyse in der Raffinerie.
Das E-Methanol sollte einerseits als grüner Kraftstoff vermarktet, andererseits in eine Methanol-zu-Olefin-Anlage eingespeist werden. In der Anlage sollte dann grünes Propylen und Ethylen produziert werden. Aus beiden Stoffen können petrochemische Produkte gewonnen werden.
Vorgesehen war der Aufbau von Elektrolyseurkapazitäten von bis zu 2,1 GW zur Produktion von grünem Wasserstoff. Für 2026 war die Inbetriebnahme einer 500-MW-Elektrolyseanlage in der Raffinerie geplant gewesen.
Dithmarschen befürchtet weitere Verzögerungen
Der Kreis Dithmarschen bedauerte das Scheitern des Projekts. Planungen zur Erzeugung sowie Speicherung von grünem Wasserstoff würden sich nun voraussichtlich weiter verzögern. Holcim teilte hingegen mit, die eigenen Projekte seien durch das Aus nicht beeinträchtigt.








