Lanxess betreibt Sprühtrockner erstmals mit Wasserstoff

Am Standort Krefeld-Uerdingen trocknet der Spezialchemie-Konzern Lanxess Deutschland GmbH seine Eisenoxidpigmente künftig mit Wasserstoff statt Erdgas. Der Sprühtrockner gehört nach Unternehmensangaben zu den ersten großskaligen Industrieanlagen in Deutschland, die H2 im Dauerbetrieb als Brennstoff einsetzen. Der Wasserstoff entsteht bei der Chlorelektrolyse im benachbarten Betrieb des Polymermaterial-Herstellers Covestro AG.

von | 21.08.26

Michael Ertl von Lanxess (l.) und Rob Eek von Covestro (r.) vor der neuen Wasserstoffleitung von Lanxess.
© Lanxess Deutschland GmbH
Lanxess betreibt Sprühtrockner erstmals mit Wasserstoff

Lanxess hat am Standort Krefeld-Uerdingen einen Sprühtrockner auf Wasserstoffbetrieb umgestellt. Damit erfolgt die Trocknung der Eisenoxidpigmente am Unternehmensstandort künftig mit H2. Der Spezialchemie-Konzern will damit seinen CO2-Ausstoß um rund 6.000 Tonnen pro Jahr reduzieren.

Michael Ertl, Leiter des Geschäftsbereichs Inorganic Pigments bei Lanxess, erklärte, das Projekt zeige, dass die Dekarbonisierung der Industrie nicht nur in Modellprojekten funktioniere, sondern im laufenden Betrieb großer Produktionsanlagen.

In Krefeld-Uerdingen betreibt Lanxess nach eigenen Angaben die weltweit größte Produktionsanlage für Eisenoxidpigmente. Dort werden die Pigmente bereits seit etwa 100 Jahren hergestellt.

Wasserstoffbrenner wurde 2025 installiert

Der Sprühtrockner wird durch einen Wasserstoffbrenner versorgt. Den Brenner hatte Lanxess Ende 2025 installiert; seitdem wurde er schrittweise in Betrieb genommen. Er sei so ausgelegt, dass er vollständig mit Wasserstoff betrieben werden könne. Die technische Anbindung umfasse eine eigene Wasserstoffleitung, angepasste Brenner- und Messregeltechnik sowie zusätzliche Sicherheits- und Steuerungssysteme.

Der benötige Wasserstoff falle als Nebenprodukt der Chlorelektrolyse im benachbarten Covestro-Betrieb an und gelange über eine Pipeline direkt in den Lanxess-Betrieb.

Wasserstoffeinsatz ist Teil der Zusammenarbeit

Rob Eek, Produktionsleiter bei Covestro in Krefeld-Uerdingen, betonte, das Projekt zeige, dass Industriepartner an einem Verbundstandort den Wandel zur klimaschonenden Produktion erfolgreich gestalten könnten. Grund dafür sei die Vernetzung und die damit einhergehenden kurzen Leitungswege sowie eine gemeinsame Infrastruktur.

Die beiden Unternehmen verbindet am Standort laut eigenen Aussagen eine langjährige Zusammenarbeit: Covestro liefert Nitrobenzol, das Lanxess zur Herstellung seiner Eisenoxidpigmente einsetzt. Als Nebenprodukt entsteht dabei Anilin, das wiederum als Rohstoff für die Kunststoffproduktion an Covestro zurückfließt. Der Wasserstoffeinsatz im Sprühtrockner erweitert diesen Produktionsverbund nun um eine weitere Komponente.

 

(Quelle: Lanxess Deutschland GmbH/2026)

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