Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Letzte Stacks für 200-MW-Elektrolyseur in Lingen ausgeliefert

Der britische Elektrolyseur-Hersteller ITM Power hat die letzten PEM-Elektrolyseur-Stacks an das GET-H2-Nukleus-Projekt in Lingen geliefert und damit den 200-MW-Auftrag abgeschlossen. Die RWE-Anlage besteht aus zwei 100-MW-Linien und soll ab 2027 bis zu 3.600 kg grünen Wasserstoff pro Stunde erzeugen und per Pipeline an die TotalEnergies-Raffinerie in Leuna liefern.

von | 12.03.26

Die letzten Stacks auf dem Weg von Sheffield (England) nach Lingen
© ITM Power
Letzte Stacks für 200-MW-Elektrolyseur in Lingen ausgeliefert

ITM Power hat am 5. März die letzte Charge seiner TRIDENT-Elektrolyseur-Stacks aus dem Werk in Sheffield verschickt. Die Stacks, die das Herzstück der Wasserstoffproduktionsanlage bilden, sind nun auf dem Weg zum RWE-Standort in Lingen. Dort baut der Energiekonzern im Rahmen des Projekts GET H2 Nukleus eine 200-MW-Elektrolyseanlage. Die Lieferung von ITM markiert den Abschluss des Auftrags.

Die 200-MW-Anlage besteht aus zwei Produktionslinien und ist die erste genehmigte Produktionsstätte dieser Größe in Deutschland. RWE bestellte die beiden PEM-Elektrolyseure im Dezember 2022, nachdem die deutsche Bundesregierung im gleichen Jahr den vorzeitigen Start der Maßnahmen für GET H2 Nukleus genehmigt hatte.

Zwei 100-MW-Linien: Erste zertifiziert, zweite im Aufbau

Die Anlage besteht aus zwei voneinander unabhängigen 100-MW-Produktionslinien. Die erste Linie ist bereits installiert und zertifiziert. Die zweite durchläuft derzeit die Installation, während die zuletzt gelieferten Stacks auf dem Gelände eintreffen. Die PEM-Elektrolyseure basieren auf der neuesten Generation der MEP-30-bar-Stacks von ITM Power, die in 10-MW-Standardmodul-Gestelle von Linde Engineering integriert werden – eine Lösung, die speziell für großindustrielle Anwendungen konzipiert ist.

Im Vollbetrieb soll die Anlage bis zu 3.600 kg Wasserstoff pro Stunde aus Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugen. Im Jahr entspricht das einer Produktion von bis zu 35.000 Tonnen grünem Wasserstoff. Den Wasserstoff will RWE dann per Pipeline zur TotalEnergies-Raffinerie in Leuna transportiert, wo er fossilen Wasserstoff in der Kraftstoffproduktion ersetzt.

Das Projekt GET H2 Nukleus ist Teil der gleichnamigen Initiative, die die erste öffentlich zugängliche Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland aufbauen und die Erzeugung in Lingen mit industriellen Abnehmern in Niedersachsen und NRW verbinden will. GET H2 Nukleus zählt zu den Wasserstoff-Großprojekten, die im Mai 2021 von Bund und Ländern für eine Förderung im Rahmen des IPCEI-Programms nominiert wurden.

Lingen als Knotenpunkt der deutschen Wasserstoffwirtschaft

Lingen entwickelt sich zum zentralen Standort für grünen Wasserstoff in Deutschland. Die 200-MW-Anlage ist Teil von RWEs Ziel, im Rahmen des GET-H2-Projekts bis 2026 einen 300-MW-Elektrolyseur in Lingen zu errichten. Langfristig plant RWE, die Gesamtkapazität am Standort bis 2030 auf bis zu 2 GW auszubauen.

Im September 2024 gab RWE bekannt, die Unternehmen Sunfire und Bilfinger mit dem Bau der dritten 100-MW-Einheit beauftragt zu haben. Parallel betreibt RWE auf dem Gelände des Gaskraftwerks Emsland bereits eine 14-MW-Pilotanlage, die aus einem 10-MW-Druck-Alkali-Elektrolyseur von Sunfire und einer 4-MW-PEM-Anlage von ITM Power besteht.

Für ITM Power bedeutet die pünktliche Auslieferung der vollen 200-MW-Kapazität einen wichtigen Referenzauftrag. RWE hat bereits eine Folgereservierung über 30 containerisierte Elektrolyseur-Einheiten des Typs Neptune V mit Abruf bis 2027 vereinbart.

 

(Quelle: ITM Power/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Lhyfe baut Produktion, Logistik und Kundennetz für grünen Wasserstoff aus
Lhyfe baut Produktion, Logistik und Kundennetz für grünen Wasserstoff aus

Das französische Unternehmen Lhyfe erweitert seine Position im europäischen Wasserstoffmarkt auf mehreren Ebenen. Der Wasserstoffproduzent hat mit dem Industriegasekonzern Messer einen zehnjährigen Liefervertrag abgeschlossen. Außerdem beteiligt sich das deutsche Unternehmen mit 30 Prozent an vier Wasserstoffproduktionsstandorten in Frankreich und Deutschland. Darüber hinaus versorgt Lhyfe aktuell eine mobile Wasserstofftankstelle, die sechs Brennstoffzellenbusse der Weser-Ems-Bus betankt. So können die H₂-Busse betrieben werden, bis die für 2026 geplante stationäre Wasserstofftankstelle in Betrieb genommen wird. Parallel dazu wächst die Transportflotte des französischen Unternehmens auf 84 Wasserstoffcontainer.

mehr lesen
Münsterland: Querung des Dortmund-Ems-Kanals ebnet Weg für Kernnetz-Anbindung
Münsterland: Querung des Dortmund-Ems-Kanals ebnet Weg für Kernnetz-Anbindung

Thyssengas stellt für eine Wasserstoff-Pipeline im Münsterland eine 2009 unterbrochene Kanalquerung unter dem Dortmund-Ems-Kanal wieder her. Bei einer Baustellenbesichtigung haben sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft am 16. Juli über den Fortschritt der Arbeiten informiert. Insgesamt rüstet der Netzbetreiber eine 45 Kilometer lange ehemalige Mineralölleitung auf den Transport von Wasserstoff um.

mehr lesen

H2 Talk

„Wenn ein Wasserstoffbedarf besteht, ergibt sich der Rest von selbst“
„Gewünscht sind sichere, zuverlässige und unkomplizierte Lösungen“
„Wir sehen eine klare Entwicklung hin zu modularen, skalierbaren Wasserstoffsystemen“

Publikationen

Power-to-Gas

Power-to-Gas

Erscheinungsjahr: 2020

Das Fachbuch fasst aktuelles Wissen zu Power-to-Gas zusammen und bereitet es für Ingenieure der Energie- und Gasversorgung auf. Es wird die gesamte Wertschöpfungskette vom bereitgestellten Strom über die Erzeugung von Wasserstoff und die Integration ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt